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Freitag, 15.06.2018

Das Festival kann starten

Bis zum Sonntag gastieren in Schleife etliche Dudelsackspieler. Aber auch andere Künstler und Handwerker sind da.

Von Hagen Linke

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Die Musikanten und kleinen Tänzer vom Sorbischen Folkloreensemble haben ihre letzte Probe vor dem großen Auftritt absolviert. Wolfgang Kotissek hat den Nachwuchs gut eingestimmt. Für Ida und Greta ist es der erste große Auftritt. Mit etwas Lampenfieber sehnen sie sich auf die große Bühne, um vor vielen Hunderten Zuschauern zu spielen.
Die Musikanten und kleinen Tänzer vom Sorbischen Folkloreensemble haben ihre letzte Probe vor dem großen Auftritt absolviert. Wolfgang Kotissek hat den Nachwuchs gut eingestimmt. Für Ida und Greta ist es der erste große Auftritt. Mit etwas Lampenfieber sehnen sie sich auf die große Bühne, um vor vielen Hunderten Zuschauern zu spielen.

© Joachim Rehle

Am Mittwoch wurden Absperrzäune gestellt. Das Festivalgelände ist eingezäunt. Es gibt Tages- und Kombitickets sowie Eintrittskarten nur für das Konzert am Sonnabendabend.
Am Mittwoch wurden Absperrzäune gestellt. Das Festivalgelände ist eingezäunt. Es gibt Tages- und Kombitickets sowie Eintrittskarten nur für das Konzert am Sonnabendabend.

© Hagen Linke

Schon Mitte der Woche stand die große Bühne zwischen dem Sorbischen Kulturzentrum und der Kirche in Schleife. Da wuchs die kleine Bühne im Pfarrgarten noch, Sperrzäune wurden durch Mitarbeiter des Bauhofes geschleppt. „Ohne sie wäre vieles nicht machbar“, sagt Diana Matiza über die kräftigen Männer. Vor dem 8. Internationalen Dudelsackfestival, das heute beginnt, werden viele Hände gebraucht. Matiza, Regionalsprecherin des Domowina-Regionalverbandes Jakub-Lorenc-Zaleski für das Territorium Weißwasser/Niesky, ist Cheforganisatorin der aller vier Jahre stattfindenden Großveranstaltung. Seit Herbst wird sie vorbereitet. „Faszination Dudelsack im 21. Jahrhundert“ heißt das Motto. Zu Gast sind Gruppen und Einzelspieler unter anderem aus Deutschland, Serbien, Polen, Tschechien und Spanien. Mick Loos aus dem Niedersächsischen Burgdorf spielt zum Beispiel den irischen Dudelsack. Das Pipenbock-Orchester, dessen 20 Mitglieder zwischen Bremen, Kiel, Berlin, Leipzig und Marburg leben, präsentiert Dudelsackmelodien des 16. und 17. Jahrhunderts. Man kann die Happy German Bagpipers erleben, Schäferpfeife sowie böhmischen Bock hören und natürlich den sorbischen Dudelsack, präsentiert vom Sorbischen Folkloreensemble.

Neues Festivalgelände

Das sorbische Kirchspiel Schleife ist die einzige Region in Deutschland, in der das Spiel auf dem sorbischen Dudelsack seit Jahrhunderten bis heute ununterbrochen gepflegt wird. Entsprechend stolz sind die Schleifer auf die Tradition. Vor vier Jahren kamen fast 4 000 Besucher zum Festival. Damals fand es komplett im Pfarrgarten statt, der aber nun nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann. Zumindest die kleine Bühne ist dort, auf der schattigen Wiese gegenüber wird am Samstag der Schleifer Kindergarten mit einer Bastelstraße präsent sein, einen Tag später der Generationentreff „SpinnNetz“ aus Weisswasser. Die Scheune daneben wird als Dudelsackwerkstatt genutzt. Von der großen Bühne blickt man genau auf die evangelische Kirche. Die veränderten Bedingungen machen eine größere Umzäunung notwendig. Die Versorger sollen so platziert sein, dass man von den Zäunen nicht viel sieht. „Der Platz um die Kirche gefällt mir sehr gut“, sagt Diana Matiza, die ein kleines Organisationsteam an ihrer Seite hat, ein kleineres als vor vier Jahren. Zum Kern zählen der langjährige Ensemble-Leiter Wolfgang Kotissek, seine Nachfolgerin Stephanie Bierholdt, die beim Domowina-Regionalverband arbeitet, und Schleifes Hauptamtsleiterin Marion Mudra.

Heute Nachmittag werden die ersten Gäste erwartet. Dann wird eine Vielzahl von kleinen Dingen, die Mitte der Woche noch anstanden, abgearbeitet sein. Übernachtungsorganisation, Verpflegung, Absprachen mit Versorgern und Marktleuten müssen getroffen sein. Alle Mitwirkenden treffen sich ab Abend im Saal des Kulturzentrums zu einer kleinen Präsentation ihres Repertoires. Den offiziellen Start des Festivals vollzieht am Samstag um 14 Uhr die Schirmherrin – die ehemalige Bundestagsabgeordnete Maria Michalk aus Spreewiese (Gemeinde Großdubrau). Zuvor werden einige auswärtige Festivalteilnehmer schon einen Ausflug mit der Waldeisenbahn Muskau zum „Schweren Berg“ und ein rustikales Essen hinter sich haben. Höhepunkt am Sonntag ist der einstündige Festumzug, der um 11 Uhr beginnt.

Kaum Zeit für das Programm

Fragt man Diana Matiza, auf was sie sich besonders freut an diesem Wochenende, bekommt man ein vielsagendes Lächeln als Antwort. Sie wird als Ansprechpartnerin viel Zeit in ihrem Büro verbringen. Vom umfangreichen Programm wird sie nicht viel mitbekommen, aber beim Höhepunkt am Samstagabend, dem Konzert mit Gunhild Carling und Band aus Schweden, will sie schon dabei sein. Die letzten Tage waren besonders arbeitsreich, die Cheforganisatorin strahlt dennoch eine angenehme Ruhe aus. „Wenn erst mal alle da sind, dann läuft es“, sagt sie.