• Einstellungen
Montag, 25.06.2018

„Das Bauchgefühl hat nach Dresden geschrien“

Von Alexander Hiller

Lena Stigrot freut sich auf mehr Zeit in Dresden. Zunächst will sich die 23-Jährige aus Oberbayern ins deutsche WM-Team spielen. Foto: Robert Michael
Lena Stigrot freut sich auf mehr Zeit in Dresden. Zunächst will sich die 23-Jährige aus Oberbayern ins deutsche WM-Team spielen. Foto: Robert Michael

© Robert Michael

Der erste Empfang ist kühl – allerdings nur die Temperaturen. Volleyball-Nationalspielerin Lena Stigrot nutzte am Freitag eine kurze Pause im Terminkalender der deutschen Auswahl für eine erste Stippvisite bei ihrem neuen Arbeitgeber, dem Pokalsieger Dresdner SC.

Doch in der Elbestadt wird der Neuzugang vom Ligarivalen Vilsbiburg sogleich umhüllt von einer wohlig wärmenden Herzlichkeit. Die neuen Teamkolleginnen Mareen Apitz, Katharina Schwabe und Michelle Petter schneien beim Medientermin für die 23-Jährige unangekündigt rein. Großes Hallo, dicke Umarmungen. So viel Zeit muss beim ersten Kurzbesuch sein. „Der Dresdner SC ist eine der tollsten Adressen, die man in Deutschland anlaufen kann“, sagt die Außenangreiferin.

Ein Fan von Zuspielerin Apitz

Nach der hatte DSC-Trainer Alexander Waibl bereits im Vorjahr die Fühler ausgestreckt. Da noch vergebens. „Ich habe mir noch ein Jahr in Vilsbiburg gegönnt, um meine Entwicklung so voranzutreiben, um fertig und bereit zu sein, damit ich hier ein Mehrwert für das Team sein kann“, erklärt die Brünette, die bei den Roten Raben zur Spielführerin, Identifikationsfigur und eben Nationalspielerin emporgestiegen ist. „Ich denke, ich werde hier sehr schöne Stunden und Jahre verbringen“, sagt sie.

Zunächst auf zwei Jahre ist die Zusammenarbeit zwischen dem fünffachen deutschen Meister und der 1,80 Meter großen Volleyballerin angelegt. „Für mich war ein wichtiger Punkt, dass Mareen Apitz als Zuspielerin beim DSC bleibt. Ich bin ein großer Fan ihrer Spielweise und Art. Manchmal sagt das Bauchgefühl ja, in diesem Fall hat es geschrien. Deshalb habe ich mich für Dresden entschieden“. Das klingt bei der gebürtigen Lenggrieserin nicht nach artig formulierten Höflichkeits-Floskeln, sondern nach ehrlicher Vorfreude auf den nächsten logischen Schritt in der eigenen sportlichen Karriereplanung.

Zwei Konkurrentinnen kommen noch

„Ich werde mich am Anfang eingliedern und sehen, wie die Hierarchien funktionieren. Ich kann viel Energie und positive Emotionen in das Team bringen, dann werde ich auch wertvoll für die Mannschaft sein. In welcher Rolle, das wird sich noch ergeben“, betont Lena Stigrot in dem Wissen, dass ihr neuer Verein auf ihrer Position noch weiteren Handlungsbedarf sieht. Mit Katharina Schwabe und Stigrot stehen beim DSC bislang zwei Außenangreiferinnen für die kommende Spielzeit unter Vertrag, vier sollen es werden.

Die Durchschlagskraft über Außen war in der abgelaufenen Saison das größte Manko beim Meisterschafts-Dritten. „Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr eine Mannschaft zusammenzustellen, die über die Position im Außenangriff viel bewegen kann“, sagt Alexander Waibl. Die Verträge mit Eva Hodanova und Marrit Jasper wurden daraufhin nicht verlängert, der mit Dominika Strumilo sogar aufgelöst. „Lena ist daher eine unheimlich wichtige Spielerin für die kommende Saison“, unterstreicht der Erfolgstrainer des DSC.

Waibl wird auf den zweiten Besuch von Lena Stigrot allerdings nun eine Weile warten müssen. Zunächst steht bei ihr noch ein Auswahllehrgang bis Anfang Juli an, dann zehn Tage Urlaub auf Bali, dann mehrere Nationalmannschaftslehrgänge und dann die WM in Japan. Ob Stigrot dort dabei ist, entscheidet sich wohl erst im September. Vermutlich wird die Studentin für Internationales Management erst eine Woche vor dem Supercup (28. Oktober) gegen Schwerin in Dresden auftauchen. Dann aber bleibt sie viel länger.

Desktopversion des Artikels