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Freitag, 02.11.2018

Couragierte Leistung nicht belohnt

Max Camen (re.) erzielte sieben Tore für die RIO-Männer. Am Ende reichte es wieder nicht für Punkte. Foto: Schlechte
Max Camen (re.) erzielte sieben Tore für die RIO-Männer. Am Ende reichte es wieder nicht für Punkte. Foto: Schlechte

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Nach einer längeren Pause, bedingt durch die Herbstferien, ging es für die RIO-Handballer am vergangenen Wochenende im Alltag der Sachsenliga weiter. In der WM-Sporthalle gastierte mit dem SV Koweg Görlitz ein Team aus den Top 3 der Liga. Die Randsachsen waren bis dato noch ungeschlagen, mussten sich in den vergangenen beiden Partien jeweils nur mit einem Punkt zufriedengeben. Die RIO-Männer hingegen warten weiter auf die ersten Punkte. Nach zuvor schwachen Auftritten gegen Aue und Cunewalde und personellen Problemen wollte man eine Leistungssteigerung auf die Platte bringen. Personell konnte das Trainerteam Kühnel/Werner endlich wieder auf einen größeren Kader zurückgreifen, auch weil die Verletzten Nickel, Schröber und Wunder wieder zur Verfügung standen.

Mit Anpfiff der Partie entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie. RIO agierte dabei mit einer etwas offensiveren Abwehr. Dies zeigte auch Wirkung, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch (4:5, 10. Minute). Zunächst waren es die Gäste, die vorlegten, ehe RIO die sich ergebenden Chancen konsequenter nutzte. Auch R. Nickel im Tor steigerte sich und hielt in dieser Phase stark. Daraus konnte RIO Profit schlagen und ging mit 10:8 in Führung (20.). Der Gästetrainer reagierte mit einer Auszeit, welche auch Wirkung erzielte. So konnten sie ausgleichen, nutzten dann eine Zeitstrafe gegen die Hausherren und einfache Fehler des RIO-Angriffsspiels aus, um das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen (11:13/28.). Doch RIO steckte nicht auf, erkämpfte sich in der Abwehr nochmals stark den Ball und konnte mit der Pausensirene erneut ausgleichen (13:13).

Mit Wiederanpfiff merkte man gleich, dass die RIO-Männer wieder voll im Spiel waren. Dieses Mal verschlief man nicht die Anfangsphase und konnte mit zwei Toren in Führung gehen. Jedoch fand man in den Folgeminuten in der Abwehr wenig Zugriff auf das Angriffsspiel der Görlitzer und erhielt in kürzester Zeit drei unnötige Zeitstrafen, so dass zwischenzeitlich nur noch drei RIO-Spieler auf der Platte standen. Görlitz wusste dies zu nutzen und drehte das Spiel wieder (16:17/42.). Dies brachte die RIO-Männer sichtlich aus dem Konzept. Zwar blieb man bis zum 20:21 (45.) auf Tuchfühlung, doch Görlitz konnte nochmals eine Schippe drauflegen und kam immer wieder über den Rückraum oder Kreis zu einfachen Toren. Spätestens beim 22:28 in der 55. Minute war eine Vorentscheidung gefallen. Mit einer Auszeit versuchte das Trainerteam, seine Mannen für die Schlussminute zu ermutigen. Dies zeigte auch Wirkung. RIO kämpfte bis zum Schluss, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden.

Auf der gezeigten Leistung sollten die RIO-Männer jedoch aufbauen, da es zu den vorhergehenden Spielen und schlechten Trainingsbedingungen in den vergangenen Wochen eine klare Leistungssteigerung gab. Auch das Publikum zollte dafür Applaus, was die RIO-Männer zusätzlich motivieren sollte. Am kommenden Wochenende gastiert mit der SG Germania Zwenkau eine Ausbildungsmannschaft des SC DHfK Leipzig in Riesa. Mit einer ähnlich couragierten Leistung ist dann wo möglich etwas drin.

Damen zu leichtfertig

Eine schmerzliche 24:26-Niederlage musste die RIO-Reserve der Frauen am Sonntag gegen die 2. Mannschaft des HSV Marienberg in der Verbandsliga West verkraften. Nach vierwöchiger Pause standen die RIO-Frauen erstmals in der mit neuem Bodenbelag ausgestatteten Oschatzer Rosentalhalle auf der Platte und taten sich in der nun haftmittelfreien Arena schwer. Einzig Clara Pechnig aus der ersten Mannschaft bewies ihre bestechende Form und erzielte allein 12 Tore.

Sie war es auch, die ihre Mannschaft mit zwei schnellen Kontertoren 2:0 in Führung brachte. Diese hatte allerdings nur kurz Bestand. Die RIO-Abwehr hatte anschließend Probleme in der Abwehr, zeigte sich zu löchrig für die wendigen Marienbergerinnen, die immer wieder bis zum Kreis vor drangen. Durch fünf Tore in Folge drehten sie das Spiel auf 3:5 und setzten sich weiter auf 7:11 ab. Der RIO-Angriff präsentierte sich dagegen zu harmlos gegen die defensive 6:0-Formation der Gäste. Gegen Ende der ersten Hälfte gewannen die Gastgeberinnen mehr Sicherheit in der Abwehr und hatten mehr Mut im Angriff. Anne Rillich setzte sich zweimal aus dem Rückraum durch und traf zum 13:14-Anschluss, mit dem es in die Pause ging.

Kurz nach Wiederanpfiff stelle Clara Pechnig den Ausgleich her. Leider gelang es den Gastgeberinnen anschließend nicht, die Führung zu übernehmen, sondern Marienberg zog wieder auf 14:17 weg. RIO dagegen machte zu wenig aus den mühsam erkämpften Bällen in der Abwehr. Nach dem Ausgleich zum 21:21 verpassten sie es nachzulegen. Der Ball landete nach kräftezehrender erfolgreicher Abwehr leichtfertig beim Gegner, der die Geschenke dankend annahm. Drei Minuten vor Abpfiff war beim 24:24 immer noch alles offen, es fehlte aber an der nötigen Cleverness, um am Ende etwas Zählbares mitzunehmen. RIO gelang kein Treffer mehr, stattdessen machte Marienberg mit den Treffern 25 und 26 den Sack zu.

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