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Mittwoch, 14.02.2018

China legt beim Militär gewaltig zu

Jedes Jahr legt das renommierte IISS-Institut einen dicken und vielbeachteten Bericht über das militärische Gleichgewicht in der Welt vor. Dieses Mal im Fokus: das Aufrüsten Chinas.

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Ein Soldat nimmt bei minus 40 Grad Celsius an einer Übung im Bezirk Mohe in der nordöstlichen chinesischen Provinz Heilongjiang teil (Symbolfoto).
Ein Soldat nimmt bei minus 40 Grad Celsius an einer Übung im Bezirk Mohe in der nordöstlichen chinesischen Provinz Heilongjiang teil (Symbolfoto).

© XinHua/dpa

London/Peking. China und Russland fordern einer Studie zufolge zunehmend die militärische Vormachtstellung der USA und ihrer Verbündeten heraus.

Insbesondere Peking verfolge sehr ehrgeizige Ziele, wie aus dem am Mittwoch in London vorgestellten Bericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) zum militärischen Gleichgewicht in der Welt hervorgeht. Vor dem Hintergrund der Streitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer rüstet China sein Militär seit Jahren kräftig auf. Gleichzeitig will Peking auch seinen Anspruch als aufsteigende Großmacht unterstreichen. Unter Präsident Xi Jinping verfolgt das Land eine rasche Modernisierung der Streitkräfte.

So entwickelte China das Kampfflugzeug Chengdu J-20, eine Maschine mit Tarnkappeneigenschaften. Damit falle die Monopolstellung der USA in diesem Bereich, heißt es in dem Report. Bislang haben nur die Vereinigten Staaten solche sogenannten Stealth-Flugzeuge selbst gebaut und im Einsatz; sie können mit normalem Radar nicht aufgespürt werden. Zudem verfüge China über eine neue Luft-Luft-Rakete (PL-15), berichtete IISS-Generaldirektor John Chipman weiter.

Auch im Marine-Bereich verfolge Peking ehrgeizige Ziele. Das Land habe seit dem Jahr 2 000 mehr Korvetten, Zerstörer, Fregatten und U-Boote gebaut als Japan, Südkorea und Indien zusammen. Chinas erste Militärbasis im Ausland wird im ostafrikanischen Dschibuti aufgebaut.

Die mehrere hundert Seiten umfassende Studie analysiert die militärische Stärke und Rüstungsindustrie von 171 Ländern. Der Report erscheint jedes Jahr. IISS ist neben dem Stockholmer SIPRI-Institut die weltweit führende Einrichtung bei der Beurteilung internationaler Konflikte. Das Institut wurde 1958 in London gegründet und hat inzwischen auch Büros in Washington, Singapur und Bahrain.

Seit Mittwoch tagen die Verteidigungsminister der Nato-Staaten in Brüssel. Auf dem zweitägigen Treffen geht es um die Stärkung der Kommando- und Streitkräftestruktur - damit reagiert die Nato auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Im Zuge der Entspannungspolitik waren die Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten stark reduziert worden. Von den zeitweise mehreren Dutzend Hauptquartieren sind laut Nato heute nur noch sieben übrig. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Steinhardt

    Ärgerlich für die gesamte NATO, aber mit China kann sie nicht mithalten, ist heute nur noch eine Frage der Zeit bis China die Nummer Eins in der Welt in allen Bereichen ist. Dafür braucht man nicht einmal 20 Flugzeugträger oder 50 Atom-U-Boote.

  2. Wittich

    @1 Als Jemand der China einigermaßen kennt, kann ich Ihnen sagen, dass China in den nächsten Jahren weder beim Militär, noch in den meisten anderen Bereichen die Nummer 1 sein wird, aller finanziellen Anstrengungen zum Trotz. Denn China ist nicht nur das Reich der Mitte, China ist auch das Reich des Mittelmaßes.^^ Im Hochtechnologiesektor wird immer noch mehr kopiert als selbst entwickelt, im Handwerk wird fleißig gepfuscht und getrickst was das Zeug hält und auch generell, rennt die Chinesische Gesellschaft heute mehr dem schnellen Geld hinterher, als irgendwo sonst auf der Welt. Nachhaltigkeit? Fehlanzeige!

  3. Steinhardt

    Nr. 2 Wittich, Man kann es auch so sehen und dann stellt sich ganz schnell die Frage: Wer kopiert Wen. Chinesische (Feuerwerks)Raketen flogen schon vor 3000 Jahren. Alle Industrienationen benutzen das Prinzip von Brauns Raketenmotor. Deutschland kopierte Fords Fließbandprinzip. Viele biochemische (Gen) Experimente sind chinesisches KnowHow, da aus "ethischen" Gründen in vielen Ländern verboten. Im übrigen auch mal ein bisschen unter den Nobelpreisträgern umsehen, dort sind nicht nur chinesische Kopierer am Werk.

  4. Wittich

    Die Chinesen sind sicherlich nicht dumm aber das der Kommunismus unter Mao dem Land arg zugesetzt hat, merkt man heute noch und es ist eben nicht Alles Gold was glänzt. Vor allem der mittlerweile völlig erodierte soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft, wird China noch über Jahrzehnte lähmen und daran kann auch Geld nichts ändern. Die Chinesische Wirtschaft ist zudem fragiler als Mancher denkt. Viele große Firmen halten sich seit Jahren nur durch großzügige Staatskredite am Markt und sind hoffnungslos überschuldet und gerade die Spekulationen mit Immobilien werden noch ein böses Ende nehmen. Sie können in China mittlerweile durch Städte fahren, in denen ganze Viertel mit 30. stöckigen Hochhäusern zugepflastert sind, in denen kein Einziger Mensch wohnt. Das kann nicht gesund für ein Land sein.

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