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Freitag, 27.07.2018

Budissa startet auf der Müllerwiese in die Saison

Von Jürgen Schwarz

Torhüter Maik Ebersbach hatte großen Anteil am Verbleib der Bautzener in der Regionalliga. Nordost. Hier fängt er im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt am 12. Mai einem Stürmer von Altglienicke den Ball vor der Nase weg. Budissa siegte am Ende mit 1:0. Links verfolgt Franz Pfanne die Szene. Der Bautzener Kapitän hat die Spreestadt verlassen. Nun trägt Ebersbach die Binde. Foto: Torsten Zettl
Torhüter Maik Ebersbach hatte großen Anteil am Verbleib der Bautzener in der Regionalliga. Nordost. Hier fängt er im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt am 12. Mai einem Stürmer von Altglienicke den Ball vor der Nase weg. Budissa siegte am Ende mit 1:0. Links verfolgt Franz Pfanne die Szene. Der Bautzener Kapitän hat die Spreestadt verlassen. Nun trägt Ebersbach die Binde. Foto: Torsten Zettl

© Torsten Zettl

Am Freitagabend wird die Saison in der Fußball-Regionalliga Nordost eröffnet. Titelfavorit Wacker Nordhausen bestreitet das Eröffnungsspiel gegen die Bundesliga-Reserve von Hertha BSC. Auch die FSV Budissa Bautzen baut zum Punktspielstart auf den Heimvorteil. Zu Gast im Stadion Müllerwiese ist am Sonnabend ab 13.30 Uhr Viktoria Berlin. Dagegen müssen sich die Spieler von Aufsteiger Bischofswerdaer FV 08 noch gedulden, denn die Partie beim Vorjahresdritten Berliner AK wurde auf den 19. August verlegt.

In Bautzen stehen einige Fragezeichen hinter dem Team. Budissa musste trotz einer bemerkenswerten Vorsaison (41 Zähler) etliche Leistungsträger zu finanzkräftigeren Vereinen ziehen lassen. Ob die Lücken, die ein Franz Pfanne, Paul Milde oder Tobias Heppner hinterlassen haben, adäquat ersetzt werden konnten, werden die ersten Wochen zeigen.

Für einige Spieler – wie Stürmer Marek Langr, der noch vor zwei Jahren in der Kreisoberliga auf Torejagd ging – erscheint der Schritt sehr groß. „Ich weiß um das Risiko“, sagt Trainer Torsten Gütschow. „Aber unsere gestandene und eingespielte Achse mit Torhüter Maik Ebersbach sowie Pavel Patka, Sepp Kunze, Martin Hoßmang, Tony Schmidt und Kevin Bönisch steht.“ Ebersbach übernimmt übrigens die Kapitänsbinde, die zuletzt Pfanne innehatte.

Große Stücke hält der Trainer auf Philipp Dartsch, zuletzt für Bayern Hof aktiv: „Er ist zwar erst 24, hat aber fußballerisch schon eine Menge Erfahrung gesammelt. Er kann Innenverteidiger und im defensiven Mittelfeld spielen.“ Auch der aus Schweinfurt gekommene Michael Schlicht (24) – bei RB Leipzig ausgebildet und mit dem FSV Zwickau in der 3. Liga aktiv – hat das Potenzial zum Leader. „Der Transfer von Michael ist für uns natürlich ein Glücksfall“, meint Sportchef Kolan. „Der Spieler war ja eigentlich gar nicht auf dem Markt. Wir hoffen, dass er nach einem schwierigen Jahr in Schweinfurt bei uns wieder zu alter Leistungsstärke findet.“

Der letzte Test am Dienstag gegen Zweitligist FC Erzgebirge Aue verlief aus Sicht der Bautzener trotz der 0:2-Niederlage zufriedenstellend. Vor 907 Zuschauern im Stadion am Spiegelwald brachte Luke Hemmerich die „Veilchen“ mit 1:0 in Führung (14.). Nach dem Wechsel erhöhte Emmanuel Iyoha, für ein Jahr von Bundesligaaufsteiger Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, in der 51. Minute auf 2:0.

Viktoria Berlin dürfte für die Budissen ein Buch mit sieben Siegeln sein. Nur sechs Spieler, die in der Vorsaison dabei waren, stehen noch im Kader der Südberliner. Trainer ist seit Anfang Juli Jörg Goslar. Der 54-Jährige war zuvor unter anderem in Nordhausen und beim Berliner AK tätig. Auch Ex-Budisse Marek Große unterschrieb einen Vertrag bei Viktoria, wird aber als Nummer zwei hinter Stephan Flauder mit großer Wahrscheinlichkeit nur auf der Ersatzbank Platz nehmen. Große hatte in der Winterpause der Vorsaison Budissa Bautzen verlassen und war anschließend für ein halbes Jahr Stammkeeper beim bayerischen Viertligisten VfR Garching.

Beim Bischofswerdaer FV fiebern alle dem Derby gegen Bautzen am 4. August entgegen. Eröffnet wird die Saison offiziell aber schon am Sonntag. Dynamo Dresden ist ab 11 Uhr im „Volksbank Sportpark an der Wesenitz“ zu Gast. Während Trainer Erik Schmidt – wie sein Bautzener Kollege Gütschow – den Klassenerhalt als Saisonziel ausgibt, formuliert es BFV-Präsident Jürgen Neumann etwas schnittiger: „Wir wollen Ostsachsenmeister der Regionalliga Nordost werden.“

Soll heißen, der Vereinschef will zumindest Bautzen und Neugersdorf in der Tabelle hinter dem BFV sehen, „und das würde ja sicher zum Ligaverbleib reichen“. Auch zum Etat macht Neumann konkrete Aussagen: „Wir planen mit 600 000 Euro und haben damit wohl den kleinsten Etat in der Liga. Sollte sich aber bis zum Transferschluss noch ein richtig guter Spieler anbieten, der uns auch weiterhelfen würde, sind wir handlungsbereit.“

Gesagt, getan. Am Dienstag gab der Aufsteiger die Verpflichtung von Pavel Cermak bekannt. Der 29 Jahre alte Stürmer kommt von Banik Sokolov und unterschrieb einen Vertrag bis 2020. Die Regionalliga ist für den Tschechen kein Neuland, denn 2015/16 absolvierte er 22 Punktspiele für Bautzen. „Ich freue mich sehr, wieder in Deutschland zu spielen, in einer Liga mit einem großartigen Niveau. Ich hoffe, dem Team zu helfen, Stabilität zu finden.“ Cermak wird einer beruflichen Tätigkeit bei einem Sponsor des Vereins nachgehen und nach Bischofswerda umziehen.

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