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Montag, 15.10.2018

Budissa Bautzen ist nach Elfmeterschießen weiter

Die Spreestädter gewinnen in Plauen. Der Bischofswerdaer FV und der SV Einheit Kamenz stehen auch im Achtelfinale.

Von Jürgen Schwarz

Das die Plauener im Pokalspiel gegen Budissa am Freitag ordentlich zur Sache gingen, zeigt auch dieser Zweikampf. Hier wird der Bautzener Kevin Bönisch von Stefan Schumann (unten) gestoppt.
Das die Plauener im Pokalspiel gegen Budissa am Freitag ordentlich zur Sache gingen, zeigt auch dieser Zweikampf. Hier wird der Bautzener Kevin Bönisch von Stefan Schumann (unten) gestoppt.

© Torsten Zettl

Fußball-Sachsenpokal. Die beiden Regionalligisten FSV Budissa Bautzen und Bischofswerdaer FV sowie Oberliga-Absteiger SV Einheit Kamenz haben das Achtelfinale um den Landespokal erreicht, das am Montagabend in Leipzig ausgelost wird. Die Schiebocker setzten sich beim BSC Freiberg, dem Spitzenreiter der Landesklasse Mitte, mit 3:1 (0:0) durch. Vor 278 Zuschauern erzielten Norman Kloß (55.), Justin Scholz (63.) und Daniel Maresch (85./Strafstoß) die BFV-Tore. Sebastian Krause hatte zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt (71.).

„Wir wollten unbedingt weiterkommen, um nach drei Punktspiel-Niederlagen endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern zu können“, meinte Gäste-Coach Erik Schmidt. Auch die Kamenzer bekamen es mit einem Tabellenführer der Landesklasse zu tun. Sie gewannen vor 90 Fans beim HFC Colditz aus der Staffel Nord mit 3:0 (1:0). Johann Wölk (22.), Philipp Schmidt (56./Strafstoß) und Martin Sobe (61.) waren für den Landesliga-Zweiten erfolgreich.

Die schwierigste Aufgabe hatten sicher die Bautzener zu lösen, die am Freitagabend beim Oberligisten in Plauen die dritte Runde eröffnet und sich mit 6:4 nach Elfmeterschießen durchgesetzt hatten. Vor 703 Zuschauern hatte Tony Schmidt die Budissen in Führung gebracht (27./Foulelfmeter). Stefan Fritzlar markierte nach dem Wechsel (52.) den Ausgleich.

Im Elfmeterschießen parierte Budissa-Torhüter Maik Ebersbach den Schuss von Patrick Grandner. Für Bautzen trafen alle Schützen: Philipp Dartsch, Kevin Bönisch, Niclas Treu, Michael Schlicht und Martin Hoßmang. Der ebenfalls vorgesehene Tony Schmidt konnte nicht mehr antreten. „Zum Glück ist es nur eine Oberschenkelzerrung“, meinte Budissas offensivstärkster Spieler, der auch an alter Wirkungsstätte an fast jeder Angriffsaktion der Spreestädter beteiligt war.

Dartsch mit Premiere bei Budissa

Trainer Torsten Gütschow gab wie angekündigt einigen Anschlusskadern von Beginn an eine Chance (Langr, Bär, Merkel). Zudem stand der Ex-Plauener Dartsch in der Startelf. Der 25-Jährige, der vor der Saison von Bayern Hof kam, konnte aufgrund einer Verletzung zuvor noch kein Pflichtspiel für Bautzen bestreiten. Weitere vier Budissa-Kicker spielten früher auch schon in Plauen und waren dadurch sicher besonders motiviert.

Die erste halbe Stunde ging dann auch deutlich an den Viertligisten. Nur mit Mühe konnte VFC-Keeper Szczepankiewicz einen Distanzschuss von Jonas Krautschick parieren (8.). Später versuchte sich Schmidt zweimal aus der Distanz, eher er einen an Mateusz Ciapa verwirkten Strafstoß zur Führung nutzte. „Danach haben wir zu wenig investiert“, kritisierte Gütschow nach dem Abpfiff. Plauen kam auf, traf noch vor der Pause zweimal das Aluminium (Morozow, Albustin), ehe Fritzlar wenige Minuten nach dem Seitenwechsel den Ausgleich markierte.

Erst nach dem Ausgleich verstärkte Budissa seine Offensivbemühungen wieder, aber Merkel verpasste den zweiten Treffer für die Gäste (61.). Auf der Gegenseite klärte Torhüter Ebersbach zweimal gegen Albert (73., 90.). In der Verlängerung war es Marek Langr, der die erste Chance für Bautzen verzeichnete (92.). Beide Teams spielten danach mit offenem Visier, ohne jedoch zum Erfolg zu kommen.

„Es war ein richtiges Pokalspiel mit allem, was dazu gehört“, resümierte Gütschow. „Wir haben es leider vor dem 1:0 und auch nach dem 1:1 wieder versäumt, einige klare Chancen zu nutzen. Aber auch die Plauener hatten den Sieg verdient. Sie haben eine starke Mannschaft. Daher sind wir froh, dass wir am Ende die Glücklichen waren. Für uns war es ein hartes Stück Arbeit.“ Zudem war es für den Bautzener Cheftrainer eine späte Revanche. 1999 hatte er als Spieler mit Dynamo Dresden im Halbfinale gegen den VFC mit 1:3 verloren. Plauen holte sich später den Pokal und Gütschow beendete seine Laufbahn. 19 Jahre später war er als Coach erfolgreicher.