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Montag, 09.07.2018

Brandrede nach Kantersieg

Von Alexander Hiller

Dicke Luft: Die Footballer der Monarchs in den hellen Trikots packten gegen Hamburg erst nach einer müden Anfangsphase so richtig zu. Foto: Ronald Bonß
Dicke Luft: Die Footballer der Monarchs in den hellen Trikots packten gegen Hamburg erst nach einer müden Anfangsphase so richtig zu. Foto: Ronald Bonß

© ronaldbonss.com

Mit einer Brandrede hat Trainer Ulrich Däuber sein Football-Team der Dresden Monarchs in eine dreiwöchige Sommerpause geschickt. Erst am 31. Juli treten seine Schützlinge wieder beim Training an. Zwei Wochen darauf steigt das nächste Spiel. Die ernsten Worte des 47-Jährigen mögen angesichts des klaren Erfolgs vom Sonntag etwas irreführend anmuten. Vor 2 180 Zuschauern hatten die Gastgeber im Heinz-Steyer-Stadion das derzeitige Ligaschlusslicht Hamburg mit 52:14 (31:14) gewissermaßen standesgemäß besiegt. Damit festigten die Sachsen mit nunmehr 16:4 Punkten zugleich ihre Spitzenposition in der Nordstaffel der zweigleisigen German Football League (GFL).

Doch trotz des erfreulichen Saison-Zwischenstandes hat Däuber am Sonntag in seiner Mannschaft Tendenzen ausgemacht, die er mit seiner Ansprache ersticken wollte. „Jetzt in diesen drei Wochen entscheidet sich, ob wir um die deutsche Meisterschaft spielen wollen – oder nicht“, appellierte der Coach an seine Mannschaft. Die Spieler knieten während der Ansprache vor dem Trainerstab – Arm in Arm.

Vor allem die uninspirierte und unkonzentrierte Startphase seines Teams gegen Hamburg missfiel dem neuen Cheftrainer mehr als deutlich. Durch hanebüchene Fehler gestatteten die deutlich favorisierten Hausherren dem spielerisch limitierten Kontrahenten einen sensationell anmutenden Zwischenstand von 14:14. „Einige haben offensichtlich gedacht: Ach, das ist nur Hamburg“, sagte Däuber. Dementsprechend fahrlässig und beinahe arrogant wirkten mehrere Aktionen der Monarchs in der Anfangsphase. „Wir waren nicht schlecht, aber unkonzentriert, nach dem Motto: Das wird schon klappen“, kritisierte Däuber. „Dann haben wir uns entschieden, doch richtig mitspielen zu wollen. Und dann hat das auch hingehauen“, merkte er süffisant an.

Vor allem der US-Amerikaner Mitchell Paige sorgte mit unaufhaltsamen Läufen über das gesamte Feld für klare Verhältnisse. Drei Touchdowns – also 18 Punkte – gingen allein auf das Konto des wieselflinken Wide Receivers, der nur 1,71 Meter groß ist. Und auch deshalb sowie aufgrund seiner unglaublich schnellen Beine kaum zu fassen. Wenn er sich weiter so in den Blickpunkt spielt, dürfte der 24-Jährige in der nächsten Spielzeit kaum in Dresden zu halten sein. Paige hatte zwar bereits einen Vertrag mit dem NFL-Team der Los Angeles Chargers unterzeichnet, flog aber noch im finalen internen Qualifikationsverfahren für das Profi-Team aus dem Kader. „Das wird sich zeigen. An die nächste Saison denken wir noch gar nicht“, sagt Däuber.

Vielmehr wollte er mit seiner Rede auch erreichen, dass sich seine Jungs in der Sommerpause auf den nächsten Gegner fokussieren: den Tabellendritten Berlin Rebels. Gegen die Hauptstädter fingen sich die Elbestädter eine der bislang zwei Saisonniederlagen ein. „Für die Spieler muss das Team die Nummer eins sein – auch in der Sommerpause“, erklärt der Trainer.

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