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Sonntag, 31.12.2017

Block B geht vom Netz

Der Atomausstieg macht einen weiteren Schritt: In Gundremmingen geht das letzte Doppel-Kernkraftwerk der Bundesrepublik vom Netz.

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Die Kühltürme vom Atomkraftwerk Gundremmingen bei Günzburg
Die Kühltürme vom Atomkraftwerk Gundremmingen bei Günzburg

© Sven Hoppe/dpa

Gundremmingen. Im Rahmen des deutschen Atomausstiegs geht ein weiterer Meiler vom Netz. Am Sonntag ist im schwäbischen Gundremmingen Block B abgeschaltet worden. In dem Reaktor wurde knapp 34 Jahre Strom aus Kernenergie produziert.

Die Betriebsgenehmigung für Block B endet nach dem Atomausstiegsplan der Bundesregierung mit dem Silvestertag 2017. Künftig gibt es dann nur noch sieben Atomkraftwerke in Deutschland, im Dezember 2022 sollen die letzten abgeschaltet werden.

Das Ende des im März 1984 in Betrieb genommen Blocks B in Gundremmingen steht seit Jahren fest. Es war nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 festgelegt worden, wie bei den anderen damals noch aktiven Anlagen auch. Der Block C des Kernkraftwerks im Landkreis Günzburg darf noch bis Ende 2021 weiterlaufen, obwohl dieser Meiler ebenfalls 1984 nur wenige Monate nach dem benachbarten Reaktor in Betrieb ging. Gundremmingen war bislang der letzte Standort in Deutschland mit noch zwei aktiven Reaktoren.

Atomkritiker betrachten die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen als technisch mangelhaft und daher besonders riskant. Es sei der gleiche Reaktortyp wie in Fukushima und die verwendeten Mox-Brennelemente enthielten besonders viel gefährliches Plutonium, sagt der Bund Naturschutz in Bayern.

Die bayerischen Landtags-Grünen haben aus Anlass des Endes von Block B auch noch einmal die sofortige Abschaltung von Block C verlangt. Der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Martin Stümpfig, bezeichnete das Atomkraftwerk als „tickende Zeitbombe, jetzt eben mit halber Sprengkraft“. Atomgegner haben eine Protestkundgebung für den letzten Betriebstag vor dem Werkstor angekündigt (12.00 Uhr).

Bereits in wenigen Monaten soll mit der Demontage von Block B begonnen werden. Die Kraftwerksverantwortlichen begründen den schnellen Abbau noch während der Betriebszeit von Block C damit, dass dann die bislang für den Betrieb benötigten Mitarbeiter ohne Unterbrechung weiterbeschäftigt werden könnten.

Nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums steht aber noch nicht fest, wann die Abbaugenehmigung erteilt wird. Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks rechnet im Laufe des Jahres 2018 damit. Das Kernkraftwerk gehört zu 75 Prozent zu RWE, der Rest zum Eon-Konzern. Der Abriss beider Kraftwerksblöcke soll etwa bis 2040 dauern und rund 1,5 Milliarden Euro kosten. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Klaus

    Warum lässt man die Hülle nicht einfach stehen? Zaun drum, Kamerafernüberwachung und fertig! Glaube nicht, dass jemand den schwach radioaktiven Stahlbeton stielt.

  2. Mutter

    Die sichersten AKW´s der Welt gehen vom Netz zu gunsten von Kohlekraftwerken und deutlich unsichereren ausländischen AKW´s. Danke liebe Grüne - ach für die deutlich gestiegenen Strompreise!

  3. HansB

    Was in dieser einseitigen Berichterstattung natürlich neben grünem Angst-Populismus nicht zu finden ist: Die 1.3 GW Grundlast dieses Kraftwerks werden in Zukunft von Baunkohlekraftwerken aus der Lausitz produziert und über die Leitung der Thüringer Brücke nach Bayern geliefert. Bei dem typischen Wert von ca. 1Kg CO2 pro KWh fallen dort pro Jahr ca. 8 Mrd. Tonnen CO2 an , die nach Meinung einiger komischer Politiker , besonders der Grünen wohl alles Öko sind. Sie entstehen ja auch im Osten und nicht im schönen Bayern.

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