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Dienstag, 10.07.2018

Bischofswerdaer holt wichtige Punkte

Luca Grünwald vom Freudenberg- Team hat vor den letzten beiden WM-Rennen nur noch 16 Punkte Rückstand auf den Spitzenplatz.

Freudenberg-Pilot Luca Grünwald (Nr.43) hat sich in der WM-Gesamtwertung wieder auf Platz zwei nach vorn geschoben. Nur noch 16 Punkte fehlen ihm zur Führenden. Hier wird er auch von seinem Bischofswerdaer Teamkollegen Max Kappler (97) verfolgt.
Freudenberg-Pilot Luca Grünwald (Nr. 43) hat sich in der WM-Gesamtwertung wieder auf Platz zwei nach vorn geschoben. Nur noch 16 Punkte fehlen ihm zur Führenden. Hier wird er auch von seinem Bischofswerdaer Teamkollegen Max Kappler (97) verfolgt.

© Mara Paulicek

Motorradsport. Der Circuit Marco Simoncelli war die sechste Station im Weltmeisterschafts-Kalender der World Supersport 300. Gemeinsam mit dem Superbike-Tross reiste auch das sächsische Freudenberg KTM-Team mit seinen drei Piloten an die Rennstrecke an der Adriaküste. Wichtige WM-Punkte sammeln – das war das erklärte Ziel von Luca Grünwald, Jan-Ole Jähnig und Max Kappler. Und Grünwald wollte auch seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung zurückhaben, den er im letzten Rennen an den Spanier Borja Sanchez verloren hatte.

Das Training lief allerdings zunächst nicht wie gewünscht für die Bischofswerdaer. Es gab wechselnde Bedingungen mit teilweise nasser Strecke, die dazu führten, dass bei der ohnehin schon kurzen Trainingszeit noch wertvolle Minuten verloren gingen. Ein Nachteil für die KTM-Piloten, die jede Minute auf der neuen Strecke benötigen, um wichtige Daten sammeln zu können. Dadurch konnten sich alle drei Piloten auch nur für die Superpole 1 am Sonnabend qualifizieren.

Max Kappler stürzt


Eine Schrecksekunde gab es zusätzlich noch zum Ende dieser Session, als Max Kappler am Ausgang der letzten Kurve von seiner KTM abgeworfen wurde und die ihm folgenden Piloten nur mit viel Glück noch rechtzeitig ausweichen konnten. Der Sachse blieb unverletzt und konnte sich am Sonntagmorgen im Warm-up den Schreck aus den Gliedern fahren.

Im Rennen machten Grünwald und Jähnig da weiter, wo sie im Warm-up aufgehört hatten. Einen Platz nach dem anderen konnten die KTM-Piloten gut machen und waren bereits nach zwei Runden in den Top Ten. Auch Max Kappler kämpfte sich etwas weiter nach vorn. Trotz vieler Ausfälle blieben alle drei Piloten fest auf ihren Bikes sitzen. Zeitweise konnten Jähnig und Grünwald sogar Führungskilometer sammeln. Am Ende fuhr Luca Grünwald als bester KTM-Pilot auf Platz fünf über die Ziellinie. Dicht gefolgt von Jan-Ole Jähnig, der in der Spitzengruppe als Achter die Zielflagge sah. Max Kappler schaffte immerhin noch Platz 22.

Mit seinen 16 WM-Punkten konnte sich Luca Grünwald in der Fahrerwertung wieder auf Platz zwei verbessern. Das gelang dem Freudenberg KTM WorldSSP-Team auch in der Mannschaftswertung vor den zwei ausstehenden Rennen in Portugal und Frankreich. Dennoch war Teamchef Carsten Freudenberg nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis in Italien. „Ein wirklich durchwachsenes Wochenende für unser Team. Nachdem es im Training durch die fehlende Zeit am Freitag sehr schwierig für uns war, ist im Warm-up der Knoten geplatzt“, erklärte der Bischofswerdaer.

Schließlich schien im Rennen sogar ein Sieg für die Freudenberg-Piloten möglich, denn in der elften von 13 Runden führte Grünwald, während Teamkollege Jähnig Dritter war. „Luca und Jan-Ole hatten das Podium zum Greifen nah, aber in dieser verrückten Klasse kann in der letzten Runde immer alles passieren“, bilanzierte der Bischofswerdaer Teamchef. „Wir hatten noch etwas am Fahrwerk optimiert, sodass wir guter Dinge für das Rennen waren. Es war wieder super spannend, doch so viele Positionskämpfe und Stürze machen es für die Piloten alles andere als einfach. Am Ende war die Spitzengruppe 15 Fahrer stark und jeder konnte in den letzten Runden theoretisch gewinnen. Luca und Jan-Ole haben gekämpft bis zum Zielstrich. In so einer großen Gruppe braucht es auch immer ein bisschen Glück, um in den letzten Runden am richtigen Ort zu sein. Von daher sind wir mit Platz acht von Jan-Ole und mit Rang fünf für Luca absolut glücklich.“

Sorgen macht sich der Teamchef um die Nummer drei der Mannschaft. Max Kappler fuhr in den ersten beiden Saisonrennen in die Punkteränge, doch danach klappte nichts mehr. „Manchmal kann man es nicht erzwingen. Aber wir stehen zu 100 Prozent hinter Max. Für unser Team geht es nun schnell zurück nach Deutschland. Wir haben nur den Dienstag zum Umladen, bevor es weiter zum WM-Lauf am Sachsenring geht. Wir freuen uns sehr, dass unsere drei KTM-Piloten vor heimischer Kulisse an den Start gehen können.“

Ein super Ergebnis

Und was meinten die drei Freudenberg-Fahrer nach dem ereignisreichen Sonntag? Luca Grünwald: „Das war ein gutes Rennen! Vom Start bin ich gut weggekommen und konnte gleich ein paar Plätze gut machen. In den letzten Runden wollte dann keiner so richtig losziehen, sodass ich es versucht habe. Das ging dann leider nicht ganz so aus, wie ich wollte. Dennoch ist Platz fünf ein super Ergebnis. Ich konnte mich in der WM damit verbessern und den Abstand zu Ana Carrasco verkürzen.“

Jan-Ole Jähnig, der mit 38 Punkten derzeit guter Elfter in der Gesamtwertung ist, war nicht ganz zufrieden. „Ich habe leider nicht so richtig ins Wochenende gefunden“, gestand der 17-Jährige. „Ich muss das jetzt schnell abhaken und die Vorfreude auf das kommende Wochenende am Sachsenring nutzen, um mich für das Rennen im Rahmen der MotoGP zu rüsten.“ Max Kappler bedankte sich derweil bei seinen Unterstützern: „Ich will mich bei meinem Team, meiner Familie und meinen Freunden bedanken, die mich nach den extrem schwierigen Trainings- und Superpole-Sessions wieder aufgebaut haben. Im nächsten Rennen will ich wieder angreifen!“ (sj/ck)