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Freitag, 15.06.2018

Bilder aus einer anderen Welt

Johannes Dienerowitz stellt in seiner Arbeitsgalerie generative Fotos aus. Diese regen die Fantasie der Betrachter an.

Von Elke Braun

Johannes Dienerowitz (links) zeigt den Besuchern Ulf und Peggy Lotze ein Foto seiner Ausstellung. Es trägt den Titel „Pfau“.
Johannes Dienerowitz (links) zeigt den Besuchern Ulf und Peggy Lotze ein Foto seiner Ausstellung. Es trägt den Titel „Pfau“.

© privat/Heinz Thieme

Waldheim. Normalerweise ist ein Foto ein Abbild eines realen Gegenstandes oder einer Begebenheit. Bei den Fotografien von Johannes Dienerwitz ist das anders. Erst der Betrachter erkennt im Nachhinein Tiere oder Gegenstände. Möglich macht das die Fantasie.

Die Bilder von Johannes Dienerowitz entstehen im Fotostudio. Er fotografiert Lichtreflexe in bewegtem Wasser, wählt dann aus einer Vielzahl von Bildern am Computer aus. „Dabei muss ich die Bilder mehrmals drehen und immer wieder genau hinschauen“, erklärt er. Die Bilder, in die er Abbilder aus der Realität interpretieren kann, wählt er schließlich aus. „So gibt es zum Beispiel ein Bild, auf dem ein Pferdekopf zu erkennen ist. Aber es ist eben die Fotografie vom Kopf eines Pferdes, das in der Realität nie vor der Kamera gestanden hat. Es ist reine Fiktion“, so der Waldheimer. Das nennt sich generative Fotografie. Dienerowitz ist sich sicher, dass er die einzige Galerie in Deutschland besitzt, die ausschließlich Bilder aus der generativen Fotografie zeigt. Es begeistert ihn immer wieder, welche Formen und Bilder die Betrachter seiner Fotos entdecken. „So habe ich zum Beispiel auf einem Foto ein Blatt gesehen, andere sahen darin einen Fisch“, so der Künstler.

Der Ursprung der generativen Fototechnik reicht ins Jahr 1968 zurück. Mitbegründer ist Professor Dr. Gottfried Jäger aus Bielefeld, dessen Markenzeichen sogenannte Lochblendenstrukturen sind. Er erzeugt die Fotos unter anderem mit durchlöcherten Platten und Lichtquellen. Auch seiner Fotokunst räumt der Waldheimer Platz in seiner Ausstellung ein, da der Begriff „Generative Fotografie“ vor 50 Jahren erstmals verwendet worden ist.

Johannes Dienerowitz wollte als junger Mann eigentlich Fotografie studieren, hat sich aber dann für die Elektrotechnik entschieden. „Ich habe viele Jahre als Elektroingenieur gearbeitet, freiberuflich bin ich Fotokünstler“ sagt er. Seit er Rentner ist, kann er sich noch intensiver mit der Fotokunst beschäftigen. Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind alle erst in diesem Jahr entstanden.

Geöffnet hat die Ausstellung bis zum 17. Juli immer dienstags von 18 bis 21 Uhr.

Nächster Termin ist am 19. Juni.

Die Galerie befindet sich in Waldheim, Luise-Romstedt-Straße 22.

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