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Montag, 13.08.2018

Betroffene sehen vieles anders

Gabriela Lachnit kommentiert das Empfinden der Bürger an der Grenze

Von Gabriela Lachnit

© tompic

Sachsens Innenminister Roland Wöller führte in der Vorwoche ein Arbeitsbesuch nach Zittau. Es ist gut und richtig, dass er sich die Informationen über die Sicherheitslage entlang der Grenze aus erster Hand holt. In Gesprächen mit der Führungsriege der Polizeidirektion Görlitz, aber auch mit Kriminalisten und den Fachberatern der mobilen Beratungsstelle der Polizei, hat er viele Informationen bekommen, die nicht im täglichen Medienbericht der Polizei stehen. Vor allem die Gespräche mit den Beamten der Kriminalpolizei und des Einsatzzuges, die vorrangig mit der Bekämpfung der Kriminalität befasst sind, dürften ihm etliche Erkenntnisse vermittelt haben. Darunter die, dass es noch immer einen Unterschied zwischen subjektiver Sicherheitslage und objektiver gibt. Angesichts der täglichen Polizeiberichte über Einbrüche und Diebstähle ist das Sicherheitsempfinden der Bürger häufig ein anderes, als es die polizeiliche Statistik verrät.

Wer einmal Opfer von Dieben oder Einbrechern war, hat ein ganz anderes Verhältnis zur Sicherheitslage, als es die Polizei anhand ihrer Statistiken bewertet. Wer zum Beispiel von Vandalismus betroffen war, ist nicht nur verärgert, sondern oft auch verängstigt und erwartet von der Polizei, dass das zumindest wahrgenommen wird. Zu Recht.

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