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Freitag, 14.09.2018

Besserer Betreuungsschlüssel in Dresdner Kinderkrippen

Trotz des Erziehermangels konnten 75 neue Stellen besetzt werden. Die Eltern müssen dafür wieder höhere Beiträge zahlen.

Von Juliane Richter

© dpa

Seit dem 1. September hat sich die Betreuung der Krippenkinder in den städtischen Kitas rechnerisch verbessert. Ein Erzieher ist nun nicht mehr für 5,5, sondern nur noch für fünf Kinder zuständig. Wegen dieses verbesserten Betreuungsschlüssels musste der städtische Kita-Eigenbetrieb auf einen Schlag 60 neue Vollzeitstellen besetzen. Weil die meisten Erzieherinnen nur mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 32 Stunden angestellt sind, ergaben sich dadurch sogar 75 neue Stellen.

Trotz des bundesweit diagnostizierten Erziehermangels konnten alle Stellen in den kommunalen Kitas in Dresden besetzt werden. Dafür musste sich die Stadt allerdings auch sehr anstrengen, wie Eigenbetriebssprecher Marco Fiedler mitteilt. Zur gezielten Öffentlichkeitsarbeit gehörten eine Postkartenaktion, Werbeanzeigen in Tages- und Fachzeitschriften, Tage der offenen Tür und auch ein erweitertes Internetangebot für interessierte Bewerber. Insgesamt 454 neue Mitarbeiter hat der städtische Kita-Eigenbetrieb in diesem Jahr bereits einstellen können – und damit 116 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit es auch künftig keine unbesetzten Stellen gibt, sollen weitere Aktionen, wie ein Kennenlernnachmittag im Rathaus, folgen.

Begünstigt wird die Situation im Eigenbetrieb derzeit dadurch, dass mit Beginn des neuen Schuljahres erfahrungsgemäß zahlenmäßig die wenigsten Kinder in den Einrichtungen sind. Die Belegung wird allerdings steigen, und Engpässe drohen spätestens mit der nächsten Grippewelle im Winter. Im vergangenen Schuljahr hatte das dazu geführt, dass sich Erzieherinnen einerseits auf 40 Wochenarbeitsstunden hochstufen ließen und andererseits für Vertretungstage in andere Kitas abgeordnet wurden. In der Hochphase im Mai mussten laut Fiedler bis zu 1 200 Stunden pro Woche von Kollegen vertreten werden. Mittlerweile habe sich diese Zahl halbiert.

Der eben verbesserte Betreuungsschlüssel wirkt sich ab September 2020 auf die Eltern aus. Diese müssen dann erneut höhere Beiträge zahlen, weil die höheren Betriebskosten umgelegt werden.

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