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Donnerstag, 08.11.2018

„Bergpiraten“ erhalten Gesundheitszertifikat

Die Kita in Bad Muskau hat sich einer umfangreichen Überprüfung unterzogen. Am Mittwoch wurde die Arbeit ausgezeichnet.

Von Hagen Linke

Sie freuten sich über die Auszeichnung mit dem Zertifikat „Gesunde KiTa“: Elternvertreterin Claudia Britze, Krippenerzieherin Ivonne Bastian, Servicekraft Silvia Dutschke, Kita-Leiter Björn Wünsche, Projektkoordinatorin Eileen Hornbostel sowie die Auditoren Stephanie Wolf und Annegret Kühnemann (von links nach rechts im Bild).
Sie freuten sich über die Auszeichnung mit dem Zertifikat „Gesunde KiTa“: Elternvertreterin Claudia Britze, Krippenerzieherin Ivonne Bastian, Servicekraft Silvia Dutschke, Kita-Leiter Björn Wünsche, Projektkoordinatorin Eileen Hornbostel sowie die Auditoren Stephanie Wolf und Annegret Kühnemann (von links nach rechts im Bild).

© Hagen Linke

Eine stilisierte Blume empfängt künftig Eltern und Kinder in der Kita „Bergpiraten“ in Bad Muskau. Zu sehen ist sie auf einer weißen Tafel, die gestern Eileen Hornbostel von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung mitgebracht hatte. Die Bergpiraten dürfen sich nun ganz offiziell „Gesunde KiTa“ nennen. Dafür hat sich die Kita einem mehrstufigen sogenannten Gesundheits-Audit unterzogen, also einer Untersuchung zur Qualitätssicherung und -entwicklung.

Die „Bergpiraten“ sind die 257. Kita bundesweit, die dieses Label erhalten hat, die 62. in Sachsen und die siebte im Landkreis Görlitz. Die anderen Einrichtungen sind im Süden des Landkreises zu Hause: in Görlitz, Löbau, Olbersdorf, Beiersdorf und zweimal in Herrnhut.

Doch wie wird man nun eine besonders gesunde Kita? Gibt es Obst statt Schokoriegel, viel Bewegung oder besonders tolle Spielplätze? Sicher, das alles spielt auch eine Rolle. Das Verfahren umfasst zunächst eine interne Bewertung der Einrichtung anhand von sieben Kategorien: Da geht es unter anderem um die baulichen Rahmenbedingungen des Hauses, die Kompetenzen der Erzieher und Kinder, ihre Einstellungen und Fertigkeiten zum gesundheitsbewussten Leben, um Qualitätsmanagemet und natürlich die methodisch-didaktische Bildungsarbeit. „Eine Grundlage ist unser Kneipp-Konzept“, sagt Kita-Leiter Björn Wünsche. Eine konkrete pädagogische Konzeption hatte der Stadtrat Bad Muskau beschlossen (Tageblatt berichtete). Die Erzieher sind entsprechend ausgebildet, zu den Wasseranwendungen gehören Armbäder, Wassertreten, Waschungen und Bürstungen. Noch viele andere Aspekte spielen eine Rolle. Das Haus in der Schillerstraße ist mittlerweile modern. Durch die bodentiefen Fenster gucken die Kinder ins Grüne. Es gibt Bewegungsmöglichkeiten auf dem Spielplatz und im Park. Frühstück und Vesper werden in den Gruppen selber zubereitet, beim Gurke-Schnippeln dürfen die Kinder (unter Anleitung) auch zum Messer greifen. „Sie hatten so viele Baustellen, die sie wunderbar beendet haben“, lobte Eileen Hornbostel gestern bei der Zertifikatsübergabe. Denn einfach war die erste Zeit nach der Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt 2015 vom insolventen freien Träger „Turmvilla“ nicht. Bei der nun erfolgten Zertifizierung geht es nicht nur um das Kindeswohl, sondern auch um ein gesundes Betriebsklima in Sachen Personalführung, Dienstplangestaltung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Selbst- und Fremdbewertung

Zum Prüfungsverfahren gehörten neben der Kita-Selbsteinschätzung anhand eines Punktesystems auch Schulungen und der gestrige Besuch von ausgebildeten Auditoren, die mit ihrer Praxiserfahrung im kollegialen Dialog die interne Kita-Bewertung mit den Eindrücken vor Ort abgleichen. Dabei wurde auch die Elternvertretung mit einbezogen. Der Kita-Leitung war gestern der berechtigte Stolz anzusehen.

Das Zertifikat ist Bestätigung für gute Arbeit, aber kein Ruhekissen. Gestern gab es auch Anregungen, was noch besser gemacht werden kann, zum Beispiel noch mehr Sinnesreize im Krippengarten zu schaffen; mit Pflanzen, die duften und Schmetterlinge anziehen, die von den Kleinsten staunend betrachtet werden. Ohnehin passiert einiges bei den Bergpiraten, so ist der Spielplatz mit dem Piratenschiff in der Umgestaltung. Die Blume auf der Zertifikatstafel gilt deshalb als ein schönes Sinnbild. „Sie ist ein Symbol für das Weiterwachsen“, sagt Eileen Hornbostel. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig und kann dann neu erworben werden. Die Kita aus Olbersdorf ist schon seit dem Projektstart elf Jahren dabei. Und Leiter Björn Wünsche kündigte umgehend an, dass sich die Bergpiraten natürlich erneut der Qualitätsüberprüfung stellen werden.