• Einstellungen
Freitag, 10.08.2018

Bei Weitem nicht der wärmste Juli

Der vergangene Monat mag sehr heiß gewesen sein. Im Rückblick ist er aber auch durchwachsen.

Von Sebastian Wetzel u. Norbert Märcz

Bild 1 von 2

In diesem heißen und trockenen Sommer begann die Getreideernte eher als sonst, hier auf einem Weizenfeld bei Borlas, war aber weit weniger ergiebig.
In diesem heißen und trockenen Sommer begann die Getreideernte eher als sonst, hier auf einem Weizenfeld bei Borlas, war aber weit weniger ergiebig.

© Egbert Kamprath

© John-Frisch, Gundula

Osterzgebirge. Der Juli machte genauso weiter, wie der Juni endete: warm, trocken und sonnig. Die Trockenheit in dem Monat wird von Meteorologen als starke Dürre eingestuft, das ist Stufe drei von vier. Zu Monatsbeginn lagen die Tagesmitteltemperaturen tatsächlich mal unter dem klimatischen Mittelwert. Eine stabile Nordlage – unter der Regie von Hoch „Ekkehard“ – entwickelte Tiefstwerte von fünf Grad. Im Laufe der Tage kletterte die Höchsttemperatur bis auf 25 Grad in Zinnwald und 34 Grad im Tiefland.

Vom 5. bis 12. Juli wechselte das Wetter des Öfteren. Zu Beginn zog ein Gewitter über den Landkreis. Bannewitz ging ohne Niederschlag aus, und in Dohna wurden nur Regentropfen beobachtet. Zinnwald und Köttewitz maßen aber auch nicht mehr als zwei bis drei Liter pro Quadratmeter. Dann brachte Tief „Gislinde“ feuchte Luft aus Nord zu uns mit Niederschlagssummen von 14 Liter in Köttewitz bis 19 Liter pro Quadratmeter in Bannewitz.

Die restliche Dekade blieb trocken. Einzig die Bergwetterstation Zinnwald meldete am 15./16. geringen Regen. In Sachsen war es stark windig, was angesichts von viel Sonne und Maximaltemperaturen von 22 Grad im Gebirge und bis 31 Grad in Dohna angenehm war. Zunehmende Schwüle mit Quellbewölkung und Gewittern am 27. und 28. Juli zeichnete das letzte Monatsdrittel aus. Das Hoch „Ingolf“ garantierte eine stabile Wetterlage. Niederschläge gab es nicht einmal drei Liter pro Quadratmeter. Anders als vielleicht zu vermuten, war der Juli 2018 bei Weitem nicht der wärmste aller aufgezeichneten. Noch wärmer war 2003, vor allem aber 1994.

Die positive Abweichung vom Schnitt betrug diesmal zwischen 2 Grad in Bannewitz und 5,1 Grad in Zinnwald-Georgenfeld. Die Niederschläge verteilten sich auf fünf Tage in Bannewitz und Dohna. Das ist weit weniger als in Schnitt der Vorjahre. Selbst die neun Tage mit Regen in Zinnwald sind deutlich weniger. Die vier Wetterstationen des Wettervereins Zinnwald haben nur 20 bis 25 Prozent vom üblichen Niederschlag gemessen. Die potenzielle Verdunstung betrug in Köttewitz 131 Millimeter. Der Juli hatte also ein Wasserdefizit von rund 100 Litern pro Quadratmeter.

Die Sonnenscheinmesser zeichneten 50 Prozent mehr Sonnenstunden als üblich auf, das ist Platz drei hinter den Jahren 2006 und 1994. Sommertage mit Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad, meldete das Zinnwalder Thermometer fünfmal. Nur 1994 gab es noch mehr Sommertage im Juli. Köttewitz hatte 24 und Dohna 26 Sommertage. Tropentage, also Tage mit mindestens 30 Grad, blieben den Tieflandstationen vorbehalten, elf in Bannewitz und Köttewitz sowie 14 in Dohna. Ein Drittel davon wäre normal gewesen.

Die Autoren sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.