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Donnerstag, 08.11.2018

Bedenken abgebügelt – Anwohnersorgen bleiben

Am Stürzabach in Dürrröhrsdorf-Dittersbach fehlt ein Flutschutz, mit dem Bau des Gewerbegebiets wächst die Angst. Anwohner wehren sich.

Von Anja Weber

Anwohner des Stürzabaches sagen, dieses Regenrückhaltebecken am neuen Gewerbegebiet von Helmsdorf ist zu klein. Zudem werden noch mehr Flächen versiegelt. Sie befürchten im Ernstfall eine Hochwasserkatastrophe entlang des Baches.
Anwohner des Stürzabaches sagen, dieses Regenrückhaltebecken am neuen Gewerbegebiet von Helmsdorf ist zu klein. Zudem werden noch mehr Flächen versiegelt. Sie befürchten im Ernstfall eine Hochwasserkatastrophe entlang des Baches.

© privat

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Feuerwehrmann Frank Hörnig und andere Anwohner des Stürzabaches in Dürrröhrsdorf-Dittersbach sind sauer. Ihre Petition an den Landtag wurde abgebügelt. Sie fühlen sich mit ihren Sorgen nun erst recht nicht mehr ernst genommen. Sie fürchten bei Hochwasser um ihr Hab und Gut, sind 2010 nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Mit der Flächenversiegelung für das Gewerbegebiet in Helmsdorf wächst die Angst vor neuen Fluten. Aus diesem Grund hatten Anwohner um Frank Hörnig eine Petition an den Landtag verfasst. Insgesamt 171 Anlieger des Stürzabaches hatten diese Petition unterschrieben.

Weshalb sorgen sich die Anwohner des Stürzabaches?

Das Gewerbegebiet an der Ziegeleistraße zwischen Dürrröhrsdorf und Helmsdorf wird erweitert. Die ersten Firmen bauen bereits. Weitere können sich noch ansiedeln. Dafür müssen weitere Flächen versiegelt werden. Deshalb befürchten die Anwohner, dass bei Starkregen der Stürzabach nicht genug Wasser aufnehmen kann und ihre Grundstücke überflutet.

Was wollten die Anwohner mit der Petition erreichen?

Ziel der Petition war es, eine Verbesserung der Regenrückhaltung des Stolpener Gewerbegebietes zur erreichen. Außerdem wollen die Anwohner eine Erhöhung des geplanten Hochwasserschutzes am Stürzabach. Dort sollen Dämme gebaut werden, die das Wasser im Zaum halten. Doch dafür fehlen der Gemeinde Genehmigungen und Geld. Aufgrund der zusätzlichen Wassereinleitung sollte zudem ein Hochwasserschutzdamm gebaut werden, der viel mehr Wasser zurückhält als der jetzt gebaute Damm am Ziegeleigraben. Darüber hinaus fordern die Bürger, dass Alternativen geprüft werden. Eine Lösung wäre aus Sicht der Anwohner, das Wasser auf natürliche Art in nördliche Richtung abzuleiten. Auch eine direkte Ableitung des Oberflächenwassers des neuen Gewerbegebietes in Richtung Wesenitz wäre aus ihrer Sicht eine Untersuchung wert gewesen.

Welche Vorsorgemaßnahmen wurden im neuen Gewerbegebiet getroffen?

Das Regenrückhaltebecken am Gewerbegebiet fasste bislang etwa 120 Kubikmeter. Es wurde ausgebaut und soll nun 970 Kubikmeter fassen. Das Landratsamt erklärte, das sei ausreichend. Außerdem würde der Damm auch die Last eines maximalen Staus tragen, sagt die Behörde.

Zu welchem Ergebnis ist der Petitionsausschuss gekommen?

Der Ausschuss hatte unter anderem geprüft, ob die Gemeinde richtig gehandelt hatte. Immerhin gab sie die Zustimmung für die Erweiterung des Gewerbegebietes. Demnach seien alle Entscheidungen der Gemeinde richtig gewesen. Auch die Genehmigungen, die das Landratsamt erteilt hatte, wurden für richtig befunden. Das Gewerbegebiet habe demnach keinen Einfluss auf eine steigende Hochwassergefahr am Stürzabach.

Was bemängeln die Unterzeichner an der Antwort auf die Petition?

Die Anwohner bemängeln, dass unter anderem nicht auf die Tatsache eingegangen wurde, dass ein Großteil des Oberflächenwassers aus dem neuen Gewerbegebiet bisher gar nicht in den Stürzabach geflossen ist. Das Wasser sei vorher in nördliche Richtung abgeflossen und zum größten Teil auf den Feldern versickert. Aus Sicht der Petitions-Unterzeichner wurde auch kein Nachweis einer Reparatur des 2010 durch das Hochwasser unterspülten Dammes des alten Regenrückhaltebeckens erbracht.

Was werden die Anwohner nun unternehmen?

Auf jeden Fall geben sie sich nicht geschlagen, weil vor allem ihre Sorgen nicht genommen sind. Sie sind nicht davon überzeugt, dass ihre Grundstücke keinen neuen Gefahren ausgesetzt sind. Darüber hinaus kritisieren sie, dass in der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach nicht über Alternativen nachgedacht und diese auf den Tisch gebracht hat. Sie wollen sich zudem an den MDR wenden, um ihre Geschichte für die Sendung „Voss und Team“ anzumelden.

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