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Donnerstag, 13.09.2018

Baustart für neue Kita rückt näher

Seit mehr als fünf Jahren laufen die Vorbereitungen. Jetzt sieht es so aus, als ob Baugenehmigung und Fördermittelbescheid bis Jahresende vorliegen könnten.

Von Sven Görner

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Der Neubau des Boxdorfer Kinderhauses soll sich U-förmig in den auf dem Baugrundstück vorhandenen Hügel schmiegen. Das Dach wird begrünt.
Der Neubau des Boxdorfer Kinderhauses soll sich U-förmig in den auf dem Baugrundstück vorhandenen Hügel schmiegen. Das Dach wird begrünt.

© Visualisierung: see architekten gmbh

Der Baukörper soll den Spielbereich der Krippenkinder schützend umschließen. Außen und innen gibt es Bänke an der Fassade. Die Fenster wurden noch geändert.
Der Baukörper soll den Spielbereich der Krippenkinder schützend umschließen. Außen und innen gibt es Bänke an der Fassade. Die Fenster wurden noch geändert.

© Visualisierung: see architekten gmbh

Boxdorf. Die Verwaltung hatte die jüngste Sitzung des Technischen Ausschusses des Moritzburger Gemeinderats noch kurzfristig vom kleinen Beratungsraum im Haus des Gastes in die Kurfürst-Moritz-Oberschule nach Boxdorf verlegt. Eine gute Entscheidung. Denn der Speiseraum war fast bis auf den letzten Sitzplatz belegt. Das Interesse der meisten Bürger galt vor allem zwei Themen der Beratung: zum einen dem Neubau der integrativen Kindertagesstätte in Boxdorf. Und zum anderen dem Umbau und der Erweiterung der Kindereinrichtung in Reichenberg zu einem Hort mit Speiseraum. Sowohl diese Kita als auch die jetzige in Boxdorf, die durch den Neubau ersetzt werden soll, befinden sich in freier Trägerschaft der Awo Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH.

In der Ausschusssitzung stellte Architekt Stefan Wolff die aktuellen Planungen für die neue Kita vor, die als Bauantrag beim Landratsamt eingereicht wurden. Da es vonseiten des Amtes noch einige Nachforderungen gibt, könnte der Antrag bis Jahresende bearbeitet sein, wenn diese Unterlagen schnell nachgereicht werden.

Bereits im Mai 2013 hatte der damalige Gemeinderat entschieden, dass die Awo als Träger der Einrichtung das neue Haus in Boxdorf bauen soll. Die Gemeinde Moritzburg wollte ihrerseits den notwendigen Grund und Boden in Erbbaurecht zur Verfügung stellen. Mit wie viel Geld sich die Gemeinde am Bau beteiligt, sollte über eine Finanzierungsvereinbarung geregelt werden. Damals war übrigens noch von Kosten in Höhe von rund drei Millionen Euro ausgegangen worden.

Inzwischen gibt es diese Vereinbarung, die im vergangenen Jahr in einem wichtigen Punkt allerdings noch einmal verändert wurde, weil der Freistaat eine Verordnung abgeändert hat. Ursprünglich sollte die Awo zehn Prozent der Gesamtbaukosten übernehmen müssen. Zum damaligen Zeitpunkt wären das rund 524 000 Euro gewesen, da sich die Kostenberechnungen auf rund 5,3 Millionen Euro erhöht hatten. Die Awo erklärt schließlich, dass sie zu der ursprünglich beschlossenen Summe stehe. Die 524 000 Euro finden sich daher nun als Fixsumme im Finanzierungsvertrag. Die Awo übernimmt diese unabhängig von der Höhe der tatsächlichen Baukosten. Die Bearbeitung des Fördermittelantrags steht nach SZ-Informationen kurz vor dem Abschluss.

Wie hoch die Baukosten beim gegenwärtigen Bauboom am Ende ausfallen werden, wagte der Architekt an diesem Abend nicht zu prognostizieren. Man müsse sehen, welche Angebote auf die nun für Anfang nächsten Jahres geplante Ausschreibung eingereicht werden. Notfalls müsse diese wieder aufgehoben werden. Fakt ist allerdings, dass die neue Einrichtung mit ihren 128 Kindergarten- und 60 Kinderkrippenplätzen dringend gebraucht wird. Kann die derzeitige doch nur noch aufgrund einer Ausnahmegenehmigung betrieben werden.

Der zweigeschossige U-förmige Baukörper des Neubaus schmiegt sich in einen nach Süden abfallenden Hügel und wird durch Anschüttungen und eine intensive Dachbegrünung Bestandteil der Landschaft. Aufgrund der geneigten Dachform variiert die Geschosshöhe im Obergeschoss. Die Fassade erhält an sechs Gebäudekanten großflächige Lochfenster und wird an der Nordseite sowie Teilbereichen der Südseite geschlossen. Der Baukörper umschließt schützend die Spielbereiche der Krippenkinder. Für das Gebäude werden auf dem Grundstück sieben Pkw-Stellplätze und sechs Fahrradstellplätze errichtet. Ein Stellplatz wird behindertengerecht ausgeführt.

Eigentlich war geplant, das Gebäude noch etwas tiefer einzubauen und das Dach so auch begehbar zu machen. Aufgrund des anstehenden Felsens musste dann aber umgeplant werden. Die unteren Räume sind für die jüngern Kinder und zur gemeinschaftlichen Nutzung gedacht. Oben werden die Kita-Kinder ihr Domizil haben. Ein Aufzug und außen nach oben führende Wege ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Architekt Stefan Wolff wies auch darauf hin, dass sich die gewählte Bauweise in den Hang hinein in Sommern wie diesen positiv auf die Temperatur in den Räumen auswirke.

Der Technische Ausschuss stimmte dem Bauantrag einstimmig zu. Gefasst wurden zudem sechs Beschlüsse mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 171 000 Euro, mit denen der Umbau und die Erweiterung der Reichenberger Kita vorangetrieben wird. Dort werden derzeit noch Kindergarten- und Hortkinder betreut. Nach Fertigstellung des Neubaus, so hatte der Gemeinderat im Mai 2014 mit knapper Mehrheit beschlossen, wird das Reichenberger Haus dann ein reiner Hort. Im nächsten Jahr soll dort der Umbau mit dem Abriss der alten Scheune und des sogenannten blauen Hauses beginnen.