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Freitag, 12.10.2018

Baustart für drei Brücken

Das Mammutprojekt für die Spange zwischen Radeberg und der A 4 bekommt immer mehr Baustellen.

Von Reiner Hanke

Steffen Winkler vermisst mit seinem Kollegen Michael Allendorf zwischen Radeberg und Leppersdorf das Terrain für die neue Schnellstraße 177.
Steffen Winkler vermisst mit seinem Kollegen Michael Allendorf zwischen Radeberg und Leppersdorf das Terrain für die neue Schnellstraße 177.

© Thorsten Eckert

Radeberg / Leppersdorf. Mit ein paar kräftigen Hammerschlägen sitzt der Pflock im Acker. Steffen Winkler sprüht noch ein rotes Häubchen drauf. Mit seinem Kollegen Michael Allendorf ist er auf dem Feld neben der S 95 zwischen Radeberg und Leppersdorf für das Vermessungsbüro GEO-Metrik Dresden unterwegs. Die beiden Fachleute stecken das Baufeld für die nächste Brücke auf der Trasse der neuen S 177 zwischen Radeberg und dem ebenfalls neuen Autobahnanschluss Pulsnitz bei Leppersdorf/Lichtenberg ab. Um die sogenannte Brücke 3 geht es. Die bringt künftig die ehemalige S 95, später nur noch ein schmaler Anlieger- und Wirtschaftsweg, über die neue Staatsstraße zurück auf die östliche Fahrbahnseite. Der Wirtschaftsweg mündet später in die Ortsverbindung nach Kleinröhrsdorf.

Die Vermesser stecken jetzt das Baufeld für die Brücke ab. Wo die Pflöcke eingeschlagen werden müssen, sagt ihnen ein Hightech-Gerät. Das ist mit den Daten der Planer gefüttert und navigiert satellitengesteuert. In Sichtweite sind Richtung Radeberg die zwei Fledermausbrücken und westlich von Leppersdorf die nächste Baustelle. Dort haben Mitarbeiter der Firma Kleber-Heisserer in den vergangenen Wochen einen Wirtschaftsweg umverlegt.

Damit ist das Baufeld für die Schnellstraße im Bereich der Walzwiesen frei. Eine neue Brücke über die Kleine Röder ist auch entstanden. Einige Schwarzerlen sind bereits gepflanzt und Mutterboden aufgefüllt. So können bald die nächsten Bautrupps für einen weiteren Brückenbau und die Schnellstraße selbst anrücken. Die wird in etwa 50 Metern Entfernung von der neuen Röderbrücke den Bach ebenfalls queren.

Sperrung zwischen Leppersdorf und Lichtenberg

Sprecherin Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau (Lasuv) kündigte jetzt den Baustart für drei weitere Brücken in den kommenden Wochen an. Begonnen werde am 15. Oktober mit einer Brücke für die Kreisstraße zwischen Leppersdorf und Lichtenberg über die neue Staatsstraße 177. Die Baustelle befindet sich nördlich von Leppersdorf rund 500 Meter vor der Autobahnbrücke. Die Kreisstraße wird für den Brückenbau voll gesperrt. Damit der Verkehr dennoch rollen könne, werde es neben der Baustelle eine zweispurige Umfahrung geben.

Bereits eine Woche nach dem Baustart an dieser Brücke soll es mit der nächsten weitergehen. Sie wird in der Zukunft die Kreisstraße von Leppersdorf nach Wachau über die S 177 führen. Das Bauwerk befindet sich westlich von Leppersdorf unmittelbar am Ortsausgang in Richtung Wachau. Auch diese Kreisstraße muss nach den Informationen des Lasuv für die Bauarbeiten voll gesperrt werden. Ebenso soll eine Umfahrung den Verkehr zwischen den Dörfern gewährleisten, allerdings einspurig mit zwei Ausweichstellen.

Brücke über die Kleine Röder

Die dritte Brücke betrifft die neue S 177 selbst neben der bereits erwähnten neuen Querung der Kleinen Röder mit Wirtschaftsweg. Diese Brücke quert ebenfalls die Kleine Röder sowie einen Rad-/Fußweg, der unter der Brücke angelegt wird: „Dadurch wird eine Ost-West-Verbindung für Passanten und Radfahrer möglich“, erklärt Siebert. Das Bauwerk für die Schnellstraße werde etwa 30 Meter südlich der Kläranlage Leppersdorf errichtet. Eine Umleitung des öffentlichen Verkehrs sei in dem Fall nicht notwendig. Als Start für die Bauarbeiten ist der 7. Januar 2019 vorgesehen. Die Fertigstellung dieser drei Bauwerke sei für den Herbst 2019 geplant, so Isabel Siebert.

Die Kosten für diese drei Vorhaben betragen insgesamt 3,8 Millionen Euro. Insgesamt entstehen allein 14 Brückenbauwerke für die künftige Schnellstraße zwischen Radeberg und A 4. Die etwa 6,7 Kilometer lange Trasse soll dann Ende 2020 fertig sein. Michael Allendorf und Steffen Winkler sind noch mit Brücke 3 beschäftigt. Brücke 3 wird quasi das Gegenstück des Bauwerks, das derzeit hinter dem Radeberger Ortsausgang Richtung Leppersdorf wächst. Von der kommt der Wirtschaftsweg, der die Spange von Radeberg um Leppersdorf zur A 4 ein Stück begleitet.

Ihr Büro, berichten die Vermesser, war schon vor zehn Jahren bei der Vermessung für den Entwurf des Projekts dabei. Das dauere alles viel zu lange, schätzt Allendorf ein und schultert das Messgerät. Jetzt geht es auf der anderen Straßenseite weiter.

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