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Freitag, 03.11.2017

Baufirma muss für Risse am Nachbarhaus haften

Entstehen durch Bauarbeiten Risse am benachbarten Haus, muss der Bauunternehmer unter Umständen Schadenersatz leisten. Das gilt, wenn die Rissbildung vorhersehbar war und Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. Das entschied das Oberlandesgericht Oldenburg. In dem Fall ließ eine Firma Tiefbauarbeiten teils mit nur 60 Zentimeter Abstand zum Nachbargrundstück durchführen.

Dessen Eigentümer beklagten, dass sich durch die Vibrationen die Risse an ihrem Haus aus der Jahrhundertwende um mehre Zentimeter verbreitert hätten. Die Baufirma argumentierte: Das Haus sei in einem schlechten Zustand, die Risse seien durch ein Absenken des Grundwasserspielgels entstanden. Ein Sachverständiger bestätigte aber, dass sich die Risse durch die Arbeiten verbreitert hatten. Die Richter befanden, dass das Absenken des Grundwassers allenfalls in geringem Umfang mitursächlich sei. Sie verurteilten den Unternehmer zu 20 000 Euro Schadenersatz. (dpa)

Aktenzeichen: 12 U 61/16

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