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Donnerstag, 17.05.2018

Barbara Auer ist Gast beim Neiße-Filmfestival

Die SZ sprach mit der Schauspielerin über den Besuch: „Das magische Medium ist und bleibt das Kino“

Von Jan Lange

Barbara Auer gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen des Landes.
Barbara Auer gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen des Landes.

© PR

Sie steht seit über 35 Jahren vor der Kamera, spielte in mehr als 100 Filmen und Serien mit und gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen des Landes: Barbara Auer. Diese Woche ist sie beim Neiße-Filmfestival. Zuvor spricht sie über kleine Festivals und ihre Arbeit als Schauspielerin.

Frau Auer, sind Sie oft bei kleineren Filmfestivals zu Gast?

Nicht oft, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, sehr gerne. Mit „Vakuum“, dem Schweizer Film, den ich vorstellen werde, waren wir gerade beim Filmkunstfest Schwerin, davor beim Max Ophüls-Festival Saarbrücken und in Göteborg und Tallinn.

Haben Sie vor der Anfrage schon mal etwas vom Neiße-Filmfestival gehört? Besuchen Sie das erste Mal die Region?

Offen gestanden kannte ich das Festival nicht. Und ich war auch erst einmal in der Gegend, als „Die Bücherdiebin“ in Görlitz gedreht wurde und ich mitspielte.

Sie haben gut 100 Filme bisher gedreht. Welcher ist Ihnen selbst der liebste?

Das kann ich nicht sagen, aber natürlich gibt es einige, die mir mehr bedeuten als andere. Auf alle Fälle gehört „Die innere Sicherheit“ dazu, die ja auch beim Neiße-Filmfestival gezeigt wird. Und überhaupt die Arbeit mit Christian Petzold.

Was macht den Film „Transit“ so besonders, dass Sie ihn persönlich beim Neiße-Filmfestival vorstellen möchten?

Ich spiele darin nur eine Nebenrolle, aber die Arbeit mit Christian Petzold ist immer wieder sehr intensiv und ganz besonders.

Was schätzen Sie an ihm als Regisseur?

Ich schätze besonders seine Arbeitsweise, die mit gemeinsamen Probentagen beginnt und bei der auch jeder Tag am Set mit ein bis zwei Stunden Gespräch und Ausprobieren der Szene, nur mit Christian, seiner Assistentin und uns Schauspielern, startet.

Freuen Sie sich auf das Wiedersehen mit ihm? Treffen Sie sich mit Regisseuren oder Kollegen auch außerhalb von Dreharbeiten?

Ich freue mich sehr auf unser Wiedersehen, allerdings haben wir uns gerade in München beim Drehen des letzten Teils der Trilogie von Hanns von Meuffels und Constanze Hermann im Rahmen des „Polizeirufs“ getroffen. Mit ihm bin ich aber auch tatsächlich, anders als mit den meisten anderen Regisseuren, freundschaftlich verbunden.

Bekannt sind Sie auch durch die „Nachtschicht“-Reihe. Ist diese Rolle für Sie ein Glücksfall?

Ich weiß nicht, ob ich durch „Nachtschicht“ bekannt bin, wir machen nur eine Folge pro Jahr. Aber es stimmt, „Nachtschicht“ ist für viele Kult, ist ja auch durch die schrägen Charaktere am Rand der Gesellschaft ganz besonders.

Wird es demnächst neue Folgen geben?

Im Herbst wird die nächste Folge ausgestrahlt und wir werden dann eine neue Folge drehen.

Sie stehen sowohl für TV- wie Kinoproduktionen vor der Kamera. Ist das Fernsehen interessanter als das Kino?

Nein, das Fernsehen ist überhaupt nicht interessanter, das magische Medium ist und bleibt das Kino. Aber es gibt natürlich Stoffe, die aufgrund ihrer Brisanz und Aktualität besser ins Fernsehen passen.

Wie ist es aus Ihrer Sicht derzeit um das deutsche Kino bestellt?

Das kann ich nicht sagen. Aber bei der Berlinale waren wir doch mit einigen wunderbaren Filmen vertreten.

Gibt es bereits neue Filmprojekte, an denen Sie arbeiten?

Momentan mache ich gerade Pause, aber zum Jahresende drehe ich wie gesagt noch eine „Nachtschicht“ und davor stehen noch einige Projekte im Raum. Und es wird ein neuer Film von Sandra Nettelbeck ins Kino kommen, in dem ich mitspiele: „Was uns nicht umbringt“. Allerdings weiß ich den Starttermin noch nicht.

Barbara Auer ist vom 17. bis 20. Mai in der Region. Am 17. Mai, um 17.30 Uhr stellt sie den Film „Vakuum“ – ein Beitrag im Spielfilmwettbewerb – im Kunstbauerkino Großhennersdorf vor.

http://neissefilmfestival.de/index.php?id=startseite

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