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Donnerstag, 14.06.2018

Bao baut auf

Der Bildungsträger hat am Mittwoch in Görlitz sein neues Schulungszentrum eröffnet – mit neuen Ideen.

Von Matthias Klaus

Anleiter Markus Kepstein zeigt ein Modell des Pavillons, den er sich ausgedacht hat. Er wird auf dem neuen Bao-Gelände an der Fichtestraße aufgebaut.
Anleiter Markus Kepstein zeigt ein Modell des Pavillons, den er sich ausgedacht hat. Er wird auf dem neuen Bao-Gelände an der Fichtestraße aufgebaut.

© nikolaischmidt.de

Das ist eine runde Sache, im wahrsten Sinne des Wortes. Markus Kepstein zeigt einen Pavillon, ein Modell eines solchen besser gesagt. Das Original soll in Zukunft hinter dem neuen Standort der Bao, der Berufsakademie Ostsachen, an der Fichtestraße stehen. „Die jetzige Raucherecke hat mir nicht gefallen. Deshalb habe ich mir etwas Neues überlegt“, erzählt Markus Kepstein. Er ist einer der Anleiter, wie es bei der Bao heißt.

Das bedeutet für ihn in dem Fall: Leute, die schon längere Zeit ohne Arbeit sind, an den Arbeitsmarkt wieder heranzuführen, auch an Berufe, die sie vielleicht früher nicht in Betracht gezogen hatten. „Zuweilen ist es etwas schwierig“, sagt Markus Kepstein. Normalerweise, schildert er, wäre ein Pavillon, wie er ihn sich ausgedacht hat, mit drei Kollegen in zwei Wochen gebaut. Aber, so vermutet der Anleiter, es wird wohl noch etwas länger dauern. Die Teilnehmer des Kurses müssen unter Umständen erst wieder an die geregelte Arbeit herangeführt werden. Immerhin, das Modell des Pavillons ist fertig. „Damit wir dem Chef auch schon mal was zeigen können“, schmunzelt Markus Kepstein. Der wiederum ist am Mittwoch von Bautzen nach Görlitz gereist. Geschäftsführer Frank Wendt feiert hier an der Fichtestraße gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, Bao-Schulungsteilnehmern die Eröffnung des neuen Standortes in der Neißestadt. Seit 1992 ist die Bao in Görlitz aktiv, hat in der Zwischenzeit schon mehrere Gebäude kennengelernt, zuletzt an der Cottbusser Straße, „Was wir jetzt hier haben, ist mit Abstand das Beste von allen“, schätzt Frank Wendt ein.

Es sei ein großer Kraftakt gewesen, die Räumlichkeiten auf zwei Etagen Bao-gemäß herzurichten. Wie viel das Ganze gekostet hat – dazu will Frank Wendt nichts sagen. „Vor allem waren es viel Kraft und Energie“, sagt zumindest die Leiterin der Görlitzer Einrichtung, Marion Reichelt. Die Bao ist ein Dienstleister unter anderem für berufliche Qualifizierung und vor allem für das Jobcenter. Berufsvorbereitung, geförderte Aus- und Weiterbildung sowie Projekte zur Unterstützung bei der Arbeitsaufnahme sind an der Tagesordnung. In Görlitz hat die Bao rund 25 Mitarbeiter. Wie viele Teilnehmer der einzelnen Kurse sie betreuen, ist unterschiedlich. Derzeit sind es rund 100, schätzt Frank Wendt. Die Zahl hänge unter anderem von der Belegung der Werkstätten ab. Der neue Bao-Standort in Görlitz beherbergte früher ein Call-Center. Bis Ende 2016 war es hier angesiedelt, im September vergangenen Jahres hatte die Bao die Räumlichkeiten gemietet.

Markus Kepstein arbeitet seit Oktober 2016 für die Bao. Er ist Zimmerermeister, seit 20 Jahren in der Fortbildung tätig. Zuvor hatte er im Waidhaus unterrichtet, beim Verein Görlitzer Fortbildungszenrum für Handwerk und Denkmalpflege. „Natürlich ist das schon ein Unterschied“, sagt er. Im Waidhaus haben die Teilnehmer dafür bezahlt, dass sie angeleitet wurden. Nichtsdestotrotz mag Markus Kepstein seinen Job. Der Pavillon, der künftig Rauchern am neuen Bao-Standort ein Dach über dem Kopf bieten soll, ist seine Idee. Viereinhalb Meter Durchmesser wird der Bau einmal messen. Bretter, Werkzeug – alles liegt bei der Bao schon bereit. „Es kann losgehen“, sagt Markus Kepstein. Ein Motto, das für die gesamte Bao jetzt an der Fichtestraße gilt.

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