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Montag, 09.07.2018

Bald Einigung zur Kläranlage?

Das Berufungsverfahren gegen eine Anlage in Kreischa ruht nun. Indes planen kritische Anwohner ein Treffen zu dem Bauvorhaben.

Von Stephan Klingbeil

© dpa

Kreischa. Im Berufungsprozess am Sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen (OVG) gegen den seit mehr als einem Jahrzehnt von der Gemeinde Kreischa avisierten Bau einer Klärschlamm-Vererdungsanlage im Ortsteil Gombsen ist nun der Güterichter gefragt. Wie die SZ vor Kurzem erfuhr, ruht das im Frühjahr zugelassene Verfahren inzwischen und wurde innerhalb des Gerichts an einen Güterichter abgegeben.

„Da das Güteverfahren vertraulich ist, können dazu keine weiteren Auskünfte erteilt werden“, erklärte Thomas Tischer, Vize-Sprecher und selbst Richter am Oberverwaltungsgericht. „Insbesondere kann nicht eingeschätzt werden, wie lange das Güteverfahren dauern wird.“ Nur falls sich die Beteiligten nicht einigen können, wird der Berufungsprozess am OVG fortgesetzt.

Der nach den vor Jahren angeschobenen Planungen rund 1,3 Millionen Euro teure Neubau soll neben der alten Kläranlage nahe der Lockwitzer Straße entstehen. Mit dieser Anlage will Kreischa den Schlamm, der beim Klären von Abwasser entsteht oder aus abflusslosen Gruben oder Kleinkläranlagen stammt, zu Erde umwandeln. Diese Erde kann anschließend verkauft werden.

Doch 2008 hatte die Hauseigentümerin aus der Nachbarschaft an der Grenze von Dohna zu Kreischa erfolgreich gegen eine erste Genehmigung geklagt, Kreischa besserte nach. Das Landratsamt gab 2013 grünes Licht. Dagegen klagte die Frau jedoch erneut. Es ging um etwaigen Gestank, Lärm und anderes. Das Verwaltungsgericht Dresden hielt die Baugenehmigung für rechtens, woraufhin die Anwohnerin 2016 abermals in Berufung ging.

Unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens machen nun aber Anwohner mobil gegen den geplanten Anlagenbau. Sie befürchten „erhebliche Geruchsbelästigungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen“. Zudem halten sie die Perspektive der Vermarktung von Klärschlamm-Erde für fragwürdig. Sie fragen sich, ob mit dem Bau womöglich Steuergeld verschwendet würde.