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Mittwoch, 11.07.2018

Ausländerbehörde bestätigt Ermittlungen

Von Christoph Scharf

Eine Schneise der Verwüstung ist am 20. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war. Eine Spur des islamistischen Terrors führt nach Riesa.
Eine Schneise der Verwüstung ist am 20. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war. Eine Spur des islamistischen Terrors führt nach Riesa.

© Michael Kappeler / dpa

Riesa. Er kannte den Berliner Attentäter Anis Amri und hatte die Handynummer des IS-Kämpfers Denis Cuspert: Der Fall von Sabou S. bewegt die Region. Denn der Asylbewerber aus Tunesien war nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ zeitweise in Riesa untergebracht. Das Blatt beruft sich dabei auf das Bundeskriminalamt.

Das Landratsamt, das für die Unterbringung von Asylbewerbern in Riesa zuständig ist, verweist ebenfalls auf die Bundesbehörde mit Sitz in Wiesbaden. „Die Kommunen folgen den jeweiligen Anweisungen der Sicherheitsbehörden, da wir selber keinerlei Ermittlungen durchführen können“, sagt Kreis-Sprecherin Kerstin Thöns. Aus den Unterlagen des Landratsamts sei jedenfalls nicht ersichtlich, welche der genannten Personen in Riesa gelebt haben.

Auch beim Landesamt für Verfassungsschutz kennt man den Vorgang. Das bestätigt die Behörde auf SZ-Anfrage. Allerdings liege der Fall im Zuständigkeitsbereich der Bundesbehörden. Ohnehin könne man grundsätzlich keine näheren Auskünfte über operative Vorgänge geben: Die Geheimhaltung sei kein Selbstzweck, sondern diene „schutzwürdigen Interessen im Rahmen von strafverfolgenden oder gefahrenabwehrenden Maßnahmen“ – und somit den Interessen der Allgemeinheit. Das Bundeskriminalamt antwortete der SZ ähnlich.