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Mittwoch, 10.01.2018

Aus München nach Meißen

Nach langer Suche hat das Elblandklinikum jetzt einen Spezialisten für sein neues Bauchzentrum gefunden.

Von Peter Anderson

Soll das neue Bauchzentrum in Meißen zum Erfolg führen: Chefarzt Hendrik Strebel möchte im Elblandklinikum für noch mehr Patienten-Zufriedenheit sorgen.
Soll das neue Bauchzentrum in Meißen zum Erfolg führen: Chefarzt Hendrik Strebel möchte im Elblandklinikum für noch mehr Patienten-Zufriedenheit sorgen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Ganz in weiß mit einem Blumenstrauß – so stehen die Gratulanten an diesem Vormittag in der Schlange. Nein, in den Elblandkliniken finden kein Diner en blanc und auch keine Hochzeitsfeier statt. Vielmehr wird an diesem Vormittag der neue Chefarzt für die Gastroenterologie des Hauses vorgestellt.

Der Bereich widmet sich dem Magen-Darm-Trakt sowie den damit verbundenen Organen wie Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Das ist das angestammte Fachgebiet von Hendrik Strebel. Als Chefarzt soll er das Bauchzentrum des Elblandklinikums Meißen aufbauen, so der Ärztliche Direktor PD Dr. med. Martin Wolz. Nach Angaben von Verwaltungsdirektorin Katrin Oesterreich hat es längere Zeit gedauert, einen Experten wie Strebel für diese Aufgabe zu finden. „Die Patienten werden die Effekte einer solchen interdisziplinären Station sehr schnell zu schätzen wissen“, so Katrin Oesterreich.

Strebel zufolge umfasst der Bereich aktuell insgesamt 24 Betten. Die allgemeinärztliche, das heißt internistische Disziplin und die Chirurgie sollen hier zusammengeführt werden. „Die Krankheitsbilder sind oftmals gleich. Trotzdem wurden die Patienten in der Vergangenheit häufig getrennt, an räumlich voneinander entfernten Standorten behandelt“, sagt der neue Chefarzt. Das soll sich nun ändern. Als vereinfachtes Beispiel nennt der Spezialist Erkrankungen des Gallensystems. Die Gastroenterologen seien traditionell für die Steine in den Gallengängen zuständig, die Chirurgen für das Entfernen der gesamten Gallenblase. Oft geht beides Hand in Hand. Werden diese Eingriffe von einem eingespielten Team umgesetzt, verkürzen sich die Wartenzeiten für die Patienten, wird eine höhere Zufriedenheit erreicht.

Mit der interdisziplinären Station ist Strebel zufolge die strukturelle und materielle Basis für dieses gemeinsame Arbeiten gelegt. Jetzt komme es darauf an, Team und Abläufe entsprechend auszurichten.

Der 45-Jährige bringt für diesen Job Erfahrungen aus zahlreichen Berufsstationen mit. Seine medizinische Laufbahn begann am Universitätsklinikum Homburg/Saar. Weiter ausgebildet wurde er am Westpfalzklinikum Kaiserslautern und vollendete seine Facharztausbildung zum Internisten und die Weiterbildung zum Gastroenterologen und Proktologen am Klinikum Bogenhausen in München. Von dort wechselte er als Oberarzt und Leiter der Endoskopie an das Rotkreuzklinikum München. Ab 2015 war er als gastroenterologischer Oberarzt am Klinikum Friedrichstadt in Dresden tätig.

Am Wechsel nach Meißen reize ihn besonders, die neue Station als Chef ganz nach seinen eigenen Ideen formen zu können, so Strebel. Andernorts müssten bei der Übernahme längerfristig gewachsener Strukturen oft Kompromisse gemacht werden. Ein Umzug nach Meißen ist vorerst nicht geplant, so der Internist. Seine Frau arbeite an der Uniklinik in der Landeshauptstadt. Deshalb werde er pendeln.

Der Aufbau des neuen Bauchzentrums bildet einen von mehreren Schwerpunkten, die sich das Meißner Haus der Elblandkliniken für 2018 gesetzt hat. Nach Angaben von Verwaltungsdirektorin Katrin Oesterreich gehen die Umbauarbeiten an der Geburtenstation ihrem Ende entgegen. Mama, Neugeborenes und gern auch Papa sollen sich in den Räumen der Geburtshilfe ganz wie zu Hause fühlen. Patientenzimmer, Babyraum und Buffet finden sich künftig Tür an Tür. Wickelecken und Stillstühle in den Zimmern kommen neu hinzu. „Es wird richtig huschelig“, so Katrin Oesterreich. In Richtung der zweiten Jahreshälfte folgt die Inbetriebnahme der erweiterten und neu strukturierten Notaufnahme. Die Zahl der dort ankommenden Patienten ist in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel gewachsen. Tendenz steigend. Im Kern sind vier neue Behandlungszimmer mit einem zentralen Tresen geplant. Dritter Höhepunkt ist eine Geburtstagsfeier: Der Neubau in der Meißner Nassau wird 2018 bereits 20 Jahre alt.

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