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Donnerstag, 12.07.2018

Augustusbrücke wird teurer

Maroder Sandstein, alte Teerschichten: Die Stadt muss ihre Kostenschätzung schon wieder korrigieren.

Von Sandro Rahrisch

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Baufortschritte an der Augustusbrücke.
Baufortschritte an der Augustusbrücke.

© Marion Döring

Dresdens geschichtsträchtigste Elbbrücke hatte in den letzten Wochen viele Überraschungen zu bieten: So sind in der Augustusbrücke Reste einer alten Steinbrücke gefunden worden, die aus dem Mittelalter stammen könnten. Allerdings stießen die Bauleute bei der Sanierung auch auf eine alte Steinkohlen-Teerschicht, die ausdünstete, sowie auf Schäden am Sandstein, die sie so nicht erwartet hatten. Das alles hat nicht nur den Zeitplan durcheinandergebracht, sodass die Brücke wohl erst im zweiten Quartal 2020 fertig wird.

Auch die Kosten sind dadurch gestiegen. Von etwa 24,9 Millionen Euro geht die Stadtverwaltung inzwischen aus, wie eine Anfrage von Linke-Fraktionschef André Schollbach ergeben hat. In den letzten Wochen war noch von knapp 23 Millionen Euro die Rede. Schon diese Summe lag über der ursprünglichen Kalkulation. Im November war die Stadt noch von 20,8 Millionen Euro ausgegangen. Immerhin kann sie mit 19,2 Millionen Euro Fördermittel rechnen.

„Bereits beim Umbau des Kulturpalasts ist es infolge erheblicher Mängel bei der Bauleitung zu deutlichen Kostensteigerungen gekommen“, so Schollbach. „Wir werden uns daher die Entwicklung bei der Augustusbrücke genau anschauen.“ Die Brücke soll bereits ab Ende 2019 wieder von Bahnen befahren werden können. Für Autos ist sie in Zukunft ohnehin gesperrt.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Geldkreislauf

    Vielleicht sollte der Herr Schollbach mal auf die eine oder andere Klage gegen die Stadt verzichten, dann würde das zusätzliche Geld eher vorhanden sein. Aber sein eigener Geldbeutel ist ihm natürlich am wichtigsten....

  2. Alex

    @1: Sie sind also auch einer von der Sorte, für die Derjenige der Bösewicht ist, der auf die Schweinerei hinweist, als der, der sie verursacht. Es mag ja jeder seine Lebenseistellung haben, aber die Ihre ist bestimmt falsch. Es ist die alte Leier, wenn die öffentliche Hand baut, wird es immer teurer als geplant. Deshalb werden es immer weniger Unternehmen, die sich an Ausschreibungen öffentlicher Aufträge beteiligen. Denn die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand ist, wegen ständig steigender Kosten, gelinde gesagt, miserabel.

  3. Muddi

    Zu 1. Es handelt sich nicht um eine Klage sondern um eine Anfrage aus dem Stadtrat an die Stadtverwaltung. Das ist gängige Praxis, um "Licht ins Dunkel" zu bringen und kostet nichts. Aber: Vergleichen wir es mal mit dem Bauvorhaben der Gleisverlegung an der Oskarstr. Da sind binnen weniger Wochen die Angaben zu den Mehrkosten - wohlgemerkt für einen Baustopp! - von 900 T€ auf 4 Mio. €. gestiegen. Ein Schelm ...

  4. Anfragen

    Es ist ein Irrtum dass Anfragen den Steuerzahler nichts kosten: die Erarbeiter der Antwort sind Mitarbeiter der städtischen Verwaltung die in der Zeit ihren eigentlichen Fachaufgaben für die sie angestellt sind und aus Steuermitteln bezahlt werden nicht nachgehen können.

  5. Alex

    @4: Die Mitarbeiter der städtischen Verwaltung sind, unter anderem, auch dafür angestellt, Anfragen der Stadträte zu bearbeiten. Noch Fragen?

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