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Samstag, 10.11.2018

Auf der Weinbergstraße rollt’s wieder

Die Sanierung des Kamenzer Sorgenkindes ist abgeschlossen. 2,2 Millionen wurden auf dem letzten Bauabschnitt verbaut.

Von Ina Förster

Natürlich wurde auch ein symbolisches rotes Band durchschnitten. Mit dabei mit spitzer Schere waren der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk, Oberbürgermeister Roland Dantz, der Leiter Hoch- und Tiefbau beim DIW Jörg Winkler, Rainer Dittmer von der Planungsgruppe Neumann sowie Ewag-Chef Torsten Pfuhl (v.l.).
Natürlich wurde auch ein symbolisches rotes Band durchschnitten. Mit dabei mit spitzer Schere waren der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk, Oberbürgermeister Roland Dantz, der Leiter Hoch- und Tiefbau beim DIW Jörg Winkler, Rainer Dittmer von der Planungsgruppe Neumann sowie Ewag-Chef Torsten Pfuhl (v.l.).

© René Plaul

Kamenz. Was bereits 2014 als Ouvertüre an der Saarstraße in Kamenz begann, fand nun an der oberen Weinbergstraße sein Finale: Der Verkehr rollt seit Freitag wieder. Diesen sinngemäßen Vergleich zur Oper fand Oberbürgermeister Roland Dantz jedenfalls zur Eröffnung der lang gesperrten Nebenverkehrsader. Das einstige Sorgenkind in Sachen Straßenschäden und Abwassermängel ist obendrauf wie untendrunter nagelneu. Die Verkehrsteilnehmer wird es freuen, denn endlich gibt es wieder zwei Möglichkeiten, in die Oberstadt zu gelangen. Insgesamt 2,2 Millionen wurden im letzten Abschnitt verbaut. Die Gesamtmaßnahme ab der Saarstraße kostete immerhin ganze 6,7 Millionen.

Großen Bahnhof gab es deswegen am Freitagmorgen ¨– mit Sekt, Durchschnitt des roten Bandes, Planungs- und Bauchefs sowie mit vielen neugierigen Anliegern. Nur selten waren so viele Zuschauer anwesend, was das große Interesse an der Sache zum Ausdruck brachte. Das hat auch seinen Grund. Man erinnere sich nur an das mehrfache Fiasko nach starken Regengüssen in Kamenz. Jahrelang hob es hier im Bereich der Weinbergstraße die Schleusendeckel gen Himmel, wenn die Wassermassen vom Hutberg in die Unterstadt Richtung Nordstraße strömten. Meistens noch unterlegt mit allerlei Schlamm und Geröll.

Dies alles gehört nun der Vergangenheit an. Denn mit der neuen Straße gibt es auch ein neues Abwasserleitsystem unter dem Asphalt. Ewag-Chef Torsten Pfuhl lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt. „In Kamenz funktioniert die Medienverlegung sehr gut parallel zum Straßenbau. Glauben Sie mir – das ist nicht überall so“, sagte er. Immer wichtiger werde die Trennung von Schmutz- und Regenwasser. Von der Saarstraße bis zum Robert-Koch-Platz hoch habe man mit diesem Projekt einen sehr guten Auftakt in der Lessingstadt gesetzt. Auch in Kamenz-Nord sowie im Gründerzeitviertel rund um die Lessingschule wird diese zeitgemäße Abwassertrennung künftig greifen. Der Generalentwässerungsplan der Stadt Kamenz ist auf jeden Fall wieder ein Kapitel weitergeschrieben worden.

Oberbürgermeister Roland Dantz freute sich natürlich nicht minder über die Straßenübergabe. Ganz ohne kritische Stimmen ging es dann aber doch nicht. Bereits 2007 habe man schließlich mit der Planung dieses Straßenstückes begonnen. Dass es durchaus Verzögerungen gab, war dabei vielen Dingen geschuldet. „Neben vielen technischen Problemen, gab es jedoch auch kommunalpolitische Zerreißproben“, sagte Dantz in Richtung Stadtrat. „Mit einem Blick auf die kritisierten Straßenausbaubeiträge müssen wir uns künftig einfach noch mehr fragen, welche Vorteile kommen denn da auf jeden Einzelnen von uns zu“, sagte er. „Zu einer intakten öffentlichen Infrastruktur gehören eben sanierte Straßen wie diese.“

Dass man die Sanierung nicht in einem Ruck stemmen konnte, kristallisierte sich zwischendurch mehrfach heraus. Auch der Tag der Sachsen 2011 riss da eine Lücke in den Terminplan. „Wir hatten dadurch in all der Zeit aber immer wieder erfreulicherweise viele konstruktive Gespräche mit den Anliegern“, so der Bürgermeister. Außerdem sei es ein gutes Zeichen, dass es keine Probleme zwischen Anwohnern und bauausführenden Firmen gab. Was lange währt, wurde, wie so oft der Fall, gut. „Die Straße ist ferdsch“, meinte Roland Dantz mit einem Augenzwinkern am Schluss. Auch dank Fördermittel des Freistaates.

Am 12. November wird übrigens die nächste Straße übergeben – die neue Durchfahrt von der Haberkorn- zur Hoyerswerdaer Straße. Und Ende November ist noch der Buttermarkt an der Reihe. Die letzten Arbeiten laufen bereits.

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