• Einstellungen
Dienstag, 03.07.2018

Auch Indianer kennen Schmerzen

Von Alexander Hiller

Guck mal, wer da schießt. Dresdens Torfrau Linda Eckermann erwartet einen Torschuss. Foto: Matthias Rietschel
Guck mal, wer da schießt. Dresdens Torfrau Linda Eckermann erwartet einen Torschuss. Foto: Matthias Rietschel

© c by Matthias Rietschel

Die Turnierbezeichnung lässt eindeutig zweideutige Schlüsse zu. „Lax in the Box“ nennt sich Europas zweitgrößtes Hallenturnier in der hierzulande wenig bekannten Ballsportart Lacrosse. Die Teamsportart mit dem hockeyähnlichen Schläger und dem Hartgummiball stammt ursprünglich von den Indianern Nordamerikas. Und findet in Europa so langsam, aber stetig, immer mehr Anhänger.

Was sich bei der 7. Auflage von „Lax in the Box“ am Wochenende in der Dresdner Energieverbund-Arena zeigte. Lax wird selbst aus der englischen Sprache unter anderem mit „lasch“ oder „locker“ übersetzt. „Aber locker oder luschig ging es bei uns nicht wirklich zu“, sagt Jan Martin. Der Vorsitzende des Gastgeber-Klubs Dresden Braves erwähnt als Beleg etwa 14 Kilogramm kühlendes Eis für Prellungen jedweder Art. Auch Indianer kennen Schmerzen. „Lax“ ist vielmehr die offizielle englischsprachige Abkürzung für den Sport. 13 Mannschaften (acht bei den Männern, fünf bei den Frauen) stellten sich dem sportlichen Wettstreit, darunter ein schwedisch-schottisches Team, die holländische Nationalmannschaft, die tschechische U-19-Auswahl und zwei deutsche Nationalteams. „Die Verletzungen haben sich in Grenzen gehalten“, versichert Martin.

Bei den Herren sicherte sich Team Deutschland I die Wander-Trophäe, bei den Frauen triumphierten die polnischen Gäste aus Breslau. Im nächsten Jahr soll der Dresdner Wettbewerb, nach einem internationalen Indoor-Wettbewerb in Prag das zweitgrößte Lacrosse-Hallenturnier des Kontinents, noch an Bedeutung gewinnen. „Wir möchten einige europäische Nationalteams mehr nach Dresden einladen. Unser Turnier wäre dann für jene Mannschaften die ideale Vorbereitung auf die Hallen-WM in Kanada 2019“, erklärt Martin.

Das Turnier in der Landeshauptstadt auf 16 Teams aufzustocken, sei organisatorisch überhaupt kein Problem. Ohnehin hat sich die Elbestadt zu einem der zentralen Lacrosse-Punkte in Deutschland entwickelt – der Dresdner Turnier-Erfinder Simon Krause ist mittlerweile General Manager der deutschen Nationalmannschaft, natürlich im Ehrenamt. Der Standort im Osten punktet mit urwüchsigem Konzept. Fast alle der beteiligten Teams übernachteten als Camper im Ostragehege – mit ausdrücklicher Erlaubnis der Stadt. „Durch so eine Art Zeltplatz entsteht ein ganz besonderes Flair“, sagt Jan Martin . Einige holländische Spieler sollen erst am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr den Rückweg ins Zelt gefunden haben, 9 Uhr wartete die nächste Partie. Klingt fast ein bisschen lax – oder?

Desktopversion des Artikels