• Einstellungen
Mittwoch, 13.06.2018

Attacke auf Blumenkästen

In Freital ist nichts sicher: Kürzlich landeten Geranien in der Weißeritz.

Von Annett Heyse

Diese Kästen auf der Weißeritzbrücke an der Burgker Straße waren wiederholt Opfer von Vandalen. Stadt und Gärtnermeister hoffen, dass die Bepflanzung von nun an verschont wird.
Diese Kästen auf der Weißeritzbrücke an der Burgker Straße waren wiederholt Opfer von Vandalen. Stadt und Gärtnermeister hoffen, dass die Bepflanzung von nun an verschont wird.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. War es Trunkenheit? Zerstörungswut? Oder wollte da jemand einfach nur sein Mütchen kühlen? Die Antwort dürfte offen bleiben, das Ergebnis allerdings ist ärgerlich. Am ersten Juniwochenende, in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, verschwanden aus zwei der Blumenkästen, die die Weißeritzbrücke Burgker Straße schmücken, die Pflanzen. Es war kein Diebstahl, sondern eine besonders sinnlose Form von Vandalismus – die Geranien trieben fünf Meter tiefer in der Weißeritz.

Am nächsten Morgen machten davon Fotos auf der Facebook-Seite von Stadtfreunde Freital die Runde. Die Kommentare lasen sich dementsprechend. „Null Erziehung“, „eine Sauerei“, „blanke Dummheit“, „Vollidioten“ waren noch die harmloseren Statements.

Zu Wort meldete sich auch Andy Nietzold von der gleichnamigen Freitaler Gärtnerei. „Es wäre halt schön, wenn alle öffentliches oder privates Eigentum mehr respektieren würden. Wenn sich schon jemand Mühe gibt, das Stadtbild zu verschönern, sollte das unterstützt werden. Zumal ja auch immer viel Arbeit drin steckt, auch in einem Blumenkasten“, kommentierte der Gärtnermeister. Es dauerte nur ein paar Tage, dann war ein dritter Blumenkasten betroffen. Auch dessen Bepflanzung landete im Fluss.

Im Freitaler Rathaus ist man sauer. „Leider verzeichnet die Stadtverwaltung, besonders nach Feiertagen oder Wochenenden, im Bereich der Blumenkästen an den Brücken Vandalismus und Diebstahl“, teilt Pressesprecher Matthias Weigel mit. Bereits kurz nach dem Anbringen der Kästen Ende April hätten schon etliche Pflanzen gefehlt.

Pflanzenklau oder sinnloses Herausreißen – beides scheint für eine kleine Gruppe von Einwohnern Sport zu sein. Besonders trifft es immer wieder zwei große Betonkübel, die an der Ecke Turnerstraße/Kantstraße stehen. Zweimal im Jahr – immer Ende März und Ende Mai – lässt die Stadt die Kübel bepflanzen. Meist dauert es nur zwei oder drei Tage, dann fehlen Pflanzen – so als würde jemand darauf warten, sich kostenlos bedienen zu können. Auch war schon zu beobachten, dass die Pflanzen einfach herausgerissen und auf den Fußweg geworfen werden.

Die Stadt lässt die Lücken meist wieder auffüllen. Etwa zehn Prozent aller Pflanzen müssten im Verlaufe der Saison ersetzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings geht das nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Saison, irgendwann sind in den Gärtnereien einfach keine Pflanzen mehr verfügbar, weil die Ware verkauft ist. „Letztlich schaden diese Vorkommnisse, die wir einer Minderheit zuschreiben, der gesamten Stadtbevölkerung – besonders auch im Hinblick auf die Steuergelder und das Stadtbild“, sagt Pressesprecher Weigel.

Die Verwaltung zieht aus den Vorkommnissen ihre eigenen Schlüsse. So hat die Stadt die Anzahl der Pflanzflächen in den vergangenen Jahren reduziert, sodass diese Schäden einen sinkenden Anteil ausmachen. Ersatzlos demontiert wurde beispielsweise der Pflanzkübel an der Kreuzung Wilsdruffer Straße/Dresdner Straße auf der Grünfläche vorm Lidl. Hier wächst jetzt nur noch Unkraut.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.