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Freitag, 12.10.2018

ASB reißt alte Lebenshilfe-Werkstatt ab

Das verfallene Haus macht Parkplätzen für das neue Pflegeheim Platz. Das soll in wenigen Monaten eröffnen.

Von Nancy Riegel

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Hinter Alexander Penther, Geschäftsführer des ASB-Ortsverbandes Neustadt, verwandelt sich die alte Blumenfabrik an der Külzstraße in ein modernes Pflegeheim. Schon Mitte 2019 sollen die ersten Bewohner einziehen.
Hinter Alexander Penther, Geschäftsführer des ASB-Ortsverbandes Neustadt, verwandelt sich die alte Blumenfabrik an der Külzstraße in ein modernes Pflegeheim. Schon Mitte 2019 sollen die ersten Bewohner einziehen.

© Dirk Zschiedrich

Von der früheren Werkstatt wird in wenigen Wochen nur noch die untere Hälfte der Frontmauer zu sehen sein. Sie soll aus optischen Gründen stehenbleiben.
Von der früheren Werkstatt wird in wenigen Wochen nur noch die untere Hälfte der Frontmauer zu sehen sein. Sie soll aus optischen Gründen stehenbleiben.

© Dirk Zschiedrich

Neustadt. Die Jahre des Leerstands sieht man der alten Werkstatt der Lebenshilfe in der Böhmischen Straße in Neustadt an. Regenwasser tropft durch das Dach, und die Marder haben es sich auf allen Etagen gemütlich gemacht. Nun soll das Haus abgerissen werden. Ein glücklicher Umstand für den Arbeiter-Samariter-Bund, der das Haus samt Grundstück erworben hat. Es grenzt an das der früheren Blumenfabrik, die der ASB Neustadt gerade zu einem modernen Pflegeheim umbauen lässt.

„Für uns löst sich damit die Parkplatz-Problematik“, sagt Geschäftsführer Alexander Penther beim Rundgang über das Gelände. Rund 50 Senioren sollen ab kommendem Jahr im neuen Heim wohnen. Hinzu kommen schätzungsweise 40 Mitarbeiter im Schichtbetrieb. Sie können ihre Fahrzeuge dann dort abstellen, wo jetzt noch der alte Gebäudekomplex der Lebenshilfe steht, die hier vor acht Jahren auszog. In spätestens drei Wochen soll das Haus aus dem Stadtbild von Neustadt verschwunden sein – jedenfalls fast. Im jüngsten Stadtrat von Neustadt informierte Bauamtsleiter Michael Schmidt über einen Zuschuss von gut 33 000 Euro, den die Stadt für den Abriss der Böhmischen Straße 17 erteilt. Dieser ist mit einer Auflage verbunden. „Die Wand, die zur Straße zeigt, bleibt in Höhe des Erdgeschosses stehen.“ Damit soll der historische Charakter der Ecke erhalten werden. Die Autos parken dahinter. Der Stadtrat stimmte dem Kompromiss zu. Auch soll das Nachbargebäude bezuschusst werden, damit der Eigentümer den Giebel des Hauses nach dem Abriss der Werkstatt instandsetzen kann.

Der Abbruch des Gebäudekomplexes war schon seit einiger Zeit geplant. Nach Jahren des Leerstands wurde die Werkstatt von früheren Neustädtern, die jetzt in Bayern leben, gekauft. Sie wollten sie abreißen und an ihrer Stelle Bauplätze für Eigenheime schaffen – obwohl das Grundstück so klein ist, dass die Bauherren kaum ein Stück Wiese vor ihren Häusern gehabt hätten. Während eines Gesprächs mit Alexander Penther über den Ablauf des Abrisses entschieden sich dann die Vorbesitzer, die Gebäude samt Grundstück an den ASB zu verkaufen. Das war im Frühjahr 2018. Rund 40 000 Euro insgesamt investiert dieser nun in die Abbrucharbeiten.

Innenausbau kann beginnen


Während an der einen Ecke des Areals abgerissen wird, wir auf der gegenüberliegenden Seite fleißig gebaut. Die ehemalige Kunstblumenfabrik Clauß an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße ist optisch kaum noch wiederzuerkennen. Frisch geputzt und gestrichen kommt sie daher. „Der Farbton ist der gleiche, den die Fabrik schon vor hundert Jahren hatte“, berichtet der Geschäftsführer. An der Südseite wurden die obligatorischen Fluchttreppen installiert, die auf der Nordseite noch fehlen. Auf dem Dach stehen die letzten Handgriffe an. „Bald sind wir draußen fertig, über die kalten Monate folgt dann der Innenausbau“, sagt Penther. Gleiches gilt für den Neubau, der an das alte Fabrikgebäude anschließt. In den Gebäuden lassen sich die Grundrisse der künftigen Bewohnerzimmer schon erahnen. Der meterhohe Raum, der sich hinter der Eingangspforte an der Külzstraße befand, ist nun mit Zwischendecken aufgeteilt. Die Tür ist im Übrigen gerade beim Restaurator, ebenso wie die historischen Fenster. Sie sollen wieder eingesetzt werden, die Tür allerdings nur zur Zier. Der Eingang zum Pflegeheim erfolgt über den Hof. Im Mai 2019 sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass der Betrieb beginnen kann. 50 Senioren können perspektivisch in Einzelzimmern mit eigenem Bad leben. Auf jeder der vier Etagen ist eine eigene Küche geplant, sodass gemeinschaftlich gekocht und gegessen werden kann. Die ersten Anmeldungen gebe es bereits, so der Geschäftsführer, obwohl die Belegung noch nicht begonnen hat. In der September-Sitzung des Technischen Ausschusses informierte Michael Schmidt darüber, dass der ASB-Ortsverband Neustadt mit rund 270 000 Euro für den Umbau der Blumenfabrik bezuschusst wird. Eine neue Richtlinie des Innenministeriums zur städtebaulichen Erneuerung macht die Förderung möglich. Insgesamt liegen die Kosten der Sanierung bei rund sechs Millionen Euro.

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