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Donnerstag, 12.07.2018

Angeln nur mit Schein

Ohne Fischereischein darf nicht geangelt werden. In Roßwein bietet der Sportangler-Verein Zugang zu dem Hobby.

Von Elke Braun

Fischers Teich ist das Pachtgewässer des Roßweiner Sportanglervereins. Auch Mitglieder benötigen einen gültigen Fischereischein.
Fischers Teich ist das Pachtgewässer des Roßweiner Sportanglervereins. Auch Mitglieder benötigen einen gültigen Fischereischein.

© André Braun

Roßwein. Ein 88 Zentimeter großer und 16 Kilogramm schwerer Karpfen. Das war der größte Fang von Christian Kaufmann. Im vergangenen Jahr ging dieser kapitale Fisch an seine Angel. „Das war schon außergewöhnlich“, sagt der Vorsitzende des Roßweiner Sportanglervereins. Karpfen in der Größe von 55 bis 70 Zentimetern würden aber oft von den Roßweiner Anglern gefangen. Das Angeln in Gemeinschaft ist Hauptanliegen der Roßweiner Sportangler. Der Verein kümmert sich aber auch darum, dass die Mitglieder das Hobby entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausüben. „Wer über 16 Jahre alt ist und angeln will, muss eine Prüfung für den Fischereischein ablegen“, sagt Christian Kaufmann. Unter anderem sei es wichtig, beim Angeln Schonzeiten und Mindestmaße einzuhalten. Wer die Prüfung einmal bestanden hat, bekomme das Zertifikat auf Lebenszeit. Eine jährliche Gebühr in Höhe von 90 Euro wird aber trotzdem fällig, sagt Kaufmann. Das ist der Preis für eine Marke, die beim Anglerverband Sachsen vom Verein bestellt und als Nachweis in den Fischereischein geklebt werden muss. Zu den 90 Euro kommt noch ein Vereinsbeitrag in Höhe von 25 Euro im Jahr.

Unter 16-Jährige können einen Jugendfischereischein beantragen. Dieser sei bis auf eine kleine Gebühr kostenlos, erklärt Kaufmann. Wer diesen Schein besitzt, darf aber nicht alleine, sondern nur im Beisein eines Fischereischein-Inhabers angeln. Für Vereinsmitglieder gibt es dahingehend Ausnahmeregelungen.

Wie viele Vereine plagen auch die Roßweiner Sportangler Nachwuchssorgen. „Leider interessieren sich nur wenige Kinder und Jugendliche für diese Freizeitbeschäftigung“, so Kaufmann. Um Interessierte anzulocken, habe er im vergangenen Jahr ein kinderoffenes Angeln organisiert. „Dabei sollten Mädchen und Jungen auch ohne Fischereischein probeweise angeln dürfen.“ Aber die Resonanz war quasi gleich Null. „Ein einziger Interessent kam zehn Minuten vor Schluss“, so Kaufmann. Ihr Angelgewässer „Fischers Teich“ halten die Roßweiner Sportangler selbst in Schuss. „Wir haben den Teich und das dazugehörige Grundstück vom Abwasserzweckverband „Obere Freiberger Mulde“ gepachtet.“ Regelmäßig wird der Teich mit Fischen bestückt. Außerdem kümmern sich die Vereinsmitglieder um die Pflege des dazugehörigen Grundstückes. Dazu gibt es regelmäßig Arbeitseinsätze.

Es sind hauptsächlich die Ruhe und Entspannung, die die Angler an die Teiche zieht, um ihrem Hobby zu frönen. Dabei scheint dies eine Männerdomäne zu sein. Von den 44 Mitgliedern sind nur zwei Frauen. Zumeist landen die Fische, die gefangen werden, im Kochtopf. „Ich esse selber gerne Fisch“, sagt Kaufmann. Es gebe aber auch einige Mitglieder, die sehr gerne angeln, aber selbst keinen Fisch auf dem Teller mögen. „Die setzen die Tiere dann wieder zurück ins Wasser.“

Wer Interesse am Angeln und einer Mitgliedschaft im Roßweiner Sportanglerverein hat, kann sich bei den regelmäßigen Treffen im „Stadt Leipzig“ an der Döbelner Straße einfinden. Diese sind an jedem zweiten Freitag im Monat – wegen der Sommerpause erst wieder im September.

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