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Freitag, 10.08.2018

Altenberg spielt doch in der Kreisliga A

Von Stephan Klingbeil

Die Beschwerde der BSG Stahl Altenberg beim Sportgericht des Kreisfußballverbands KVFSOE hatte Erfolg. Nach seiner Sitzung am Mittwochabend kippte das Gremium den vom Verein monierten Verbandsbeschluss, in die Kreisliga B eingestuft zu werden. Altenberg kann somit doch in der Kreisliga A antreten. Eine Berufung beim Verbandsgericht des Landesverbands SFV ist zwar noch binnen einer zweitägigen Frist möglich. Doch das ist nach SZ-Informationen eher unwahrscheinlich.

Denn dies würde die Veröffentlichung der Spielpläne für die Saison 2018/19 weiter verzögern. Zwei Wochen vor Beginn des Punktspielbetriebs wurden noch keine Ansetzungen veröffentlicht. Der Spielausschuss zögerte, solange das finale Urteil zur Einstufung von Altenberg nicht feststand.

Die Vereine hängen so in der Luft. Fans wie Klubverantwortliche lassen in Internetforen ihrem Frust darüber freien Lauf. Die Misstöne in den sozialen Netzwerken werden immer lauter, die Kritik am Kreisfußballverband wird immer heftiger.

„Eine ganz schlechte Vorbereitung für uns Vereine“, ärgert sich etwa David Heymann von Saupsdorf auf der Facebookseite des Verbands. „Muss der Spielausschuss nicht langsam mal in die Pötte kommen. Warum macht der Präsident nicht mal Dampf? Oder ist ihm das alles egal?“, wundert sich dort der Freitaler Rico Kühn.

Immer öfter wird dabei die Verbandsspitze direkt angezählt. „Ich glaube, es ist Zeit, dass Vereine was tun und die für kommendes Jahr anstehenden Verbandswahlen nutzen, um [...] handelnde Personen auszutauschen und vielleicht junge Leute ans Ruder zu lassen. Besonders die Position des Vorsitzenden sollte am besten neu besetzt werden“, moniert zum Beispiel Sebastian Hoffmeister auf jener Facebookseite.

Sogar in den KVFSOE-Spitzengremien wird Kritik laut. Angeprangert werden „chaotische Zustände“, unklare Zuständigkeiten sowie mangelhafte Kommunikation. Moniert wird unter anderem auch, dass immer wieder Sitzungen des Präsidiums vom Chef selbst abgesetzt worden. Seit Mai hätte es keine ordnungsgemäßen Treffen gegeben. „Wir sind de facto nicht arbeitsfähig“, heißt es aus dem Kreisverband dazu. Präsident Peter Riebisch hatte zumindest vor dem Urteil vom Mittwochabend bestätigt, es gebe „dicke Luft“. Am Donnerstag konnte die SZ den Geisinger nicht zur Kritik an seiner Amtsführung erreichen.

Mittlerweile gibt es Schreiben, in denen ihm der Rücktritt nahe gelegt wird. Auch im Vorstand wurden solche Forderungen laut. Man vermisse bei der Causa Altenberg Problemlösungsansätze vom Chef. Es hätte „kein Machtwort“ gesprochen. Derweil sei der Verband massiver Kritik der Klubs ausgesetzt, oft wegen der fehlenden Spielpläne. Die ehrenamtlichen Funktionäre können die Kritik verstehen, sind aber genervt.

Die offenbar schon länger schwelenden Konflikte in der Verbandsführung spitzen sich infolge des nicht fristgerechten Rückzugs von Altenberg aus der Kreisoberliga nach Ende der Punktspielserie zu. Die BSG hatte wegen Entwicklungen in anderen Ligen nachträglich die Klasse gehalten, sah sich aber plötzlich mit dem Abgang mehrerer Leistungsträger konfrontiert. Der Klub wollte so freiwillig in die Kreisliga A runter.

Hier aber machte der Verbandsvorstand der BSG einen Strich durch die Rechnung. Er wurde zunächst vom Kreissportgericht aufgefordert, eine Entscheidung zur Einstufung von Altenberg vorzunehmen. Ende Juli folgte dann vom Vorstand, zu dem auch Riebisch gehört, die Einstufung der Stahl-Elf in die Kreisliga B West. Das Votum war nicht einstimmig. Die BSG müsste so gleich zwei Spielklassen tiefer ran. Altenberg legte dagegen Beschwerde ein. Die Spielplanerstellung wurde auf Eis gelegt.

Die BSG bezog sich in ihrer Kritik auf eine falsche, vom Verband nicht abgesegnete Veröffentlichung des Spielausschusses, wonach das Team in der Kreisliga A starten dürfte. Der Verbandsvorstand musste nach der Beschwerde Stellung nehmen, spricht davon, dass andere Klubs sich an die Fristen gehalten haben und durch Altenbergs Einstufung in die Kreisliga A womöglich benachteiligt würden. Das Kreissportgericht sah das aber in seinem Urteil jetzt nicht so.

Eine Einstufung in die von den Klubs gewünschte Liga sei „gängige Praxis“ bei vorangegangen Fällen des Spielklassenverzichts, so Harald Glauche, Vorsitzender des Kreissportgerichts. Dieses habe zudem keine rechtliche Grundlage für den Beschluss des Vorstands gefunden, Altenberg in die Kreisliga B einzustufen. So wurde Stahls Beschwerde stattgegeben.

An diesem Freitag ist auch noch mit einem Urteil des SFV-Verbandsgericht zu rechnen. Dort hatte die BSG Berufung eingelegt gegen die Geldstrafe aufgrund ihres verspäteten Rückzugs.