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Montag, 02.07.2018

Als Aktivist dem DDR-Meister einheizte

Von Ronny Klein

Vorm Anpfiff am 19. Februar 1964 entstand dieses Foto im Schnee: Pumpe-Fußballer (dunke Trikots) und Gäste von DDR-Meister FC Vorwärts Berlin vor der inzwischen längst abgerissenen Baracke (rechts im Hintergrund) im Jahnstadion. Foto: Pumpe-Buch
Vorm Anpfiff am 19. Februar 1964 entstand dieses Foto im Schnee: Pumpe-Fußballer (dunke Trikots) und Gäste von DDR-Meister FC Vorwärts Berlin vor der inzwischen längst abgerissenen Baracke (rechts im Hintergrund) im Jahnstadion. Foto: Pumpe-Buch

Der dreifache DDR-Meister FC Vorwärts Berlin kam im Februar 1964 zu einer Stippvisite ins Jahnstadion von Hoyerswerda. Vorwärts war nicht irgendeine Mannschaft, sondern neben Motor Jena die seinerzeit beste Adresse des Ost-Fußballs mit großen Namen wie Spickenagel, Körner, Nöldner oder Vogt. Mehr als 1 000 Zuschauer umjubelten die Stars um den 28-fachen Nationalspieler Günther „Wibbel“ Wirth auf verschneitem Grün bei dessen schwer erkämpften 3:0-Erfolg.

Der fiel den Hauptstädtern (erst 1971 erfolgte der Umzug der Mannschaft nach Frankfurt) übrigens mächtig schwer. Vor allem konditionell konnte der Drittligist aus Hoyerswerda um Gerd Paulick, Josef Michl oder Horst Dupont durchaus mithalten. FCV-Coach Kurt Fritzsche, der sich selbst seine Trainersporen bei kleinen Gemeinschaften in Leuna und Bitterfeld verdient hatte, lobte seine Gastgeber: „Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg, läuferisch und konditionell stark.“

Nach dem Kick blieben die Erstliga-Fußballer zum Forum im neuen Sportlerheim am Stadion. ASP-Trainer Heinz Kellner erklärte den Nationalspielern stolz: „Wir legen großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Als Auszeichnung für die zuletzt guten Leistungen dürfen wir Jugend- und Juniorenmannschaft zum Deutschlandtreffen nach Berlin entsenden.“

Zuvor waren die Fußballer des DDR-Meisters übrigens auf einer Besichtigungstour im Kombinat Schwarze Pumpe gewesen. Und staunten über „den Fleiß der Arbeiter dieser Industrieperle“. Aktivist-Torwart Alfred Schulze lobte: „Das war ein ganz toller Tag mit wirklich richtig guten Fußballern.“

„Das große Pumpe-Buch - Aktivist / FSV / FC Lausitz“ von Ronny Klein // 496 Seiten mit 1 300 Fotos und (Kurz-) Berichten von allen 3 125 Spielen des Vereins // 37,95 Euro // Zu haben ist es unter anderem im SZ-Treffpunkt Hoyerswerda (Lausitz-Center, Lausitzer Platz 1).

www.aktivist-chronik.de

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