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Samstag, 14.07.2018

Alpine Kletterer erneuern Wetterfahne

Eine Spezialfirma aus Radebeul hat am Freitag in einer spektakulären Aktion das fehlende Teil Meißner Burg erneuert.

Von Jürgen Müller

Die restaurierte Wetterfahne wurde am Freitag auf die Turmspitze des Gebäudes vom Amtsgericht Meißen aufgesetzt.
Die restaurierte Wetterfahne wurde am Freitag auf die Turmspitze des Gebäudes vom Amtsgericht Meißen aufgesetzt.

© Andreas Weihs

Meißen. Die Wetterfahne auf der Meißner Burg wurde am Freitag von einer Spezialfirma wieder aufgesetzt. Ein Teil dieser Wetterfahne war während des Sturmtiefes „Friederike“ im Januar abgestürzt. Ein mehrere Kilogramm schweres Teil dieser Wetterfahne des Amtsgerichts Meißen auf dem Burgberg wurde nach dem Sturm von einem Sicherheitsdienst gefunden.

Amtsgerichtsdirektor Michael Falk erinnert sich noch gut daran. „Wenn dieses schwere Teil einen Menschen am Kopf getroffen hätte, dann wäre derjenig tot gewesen“, sagt er. In den vergangenen Wochen wurden die Sturmschäden am Dach sowie an der Wetterfahne fachgerecht behoben, teilt der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) mit. Das Gebäude gehört dem Freistaat Sachsen.

Um die historische Wetterfahne reparieren zu können, wurde eine Fachfirma für Spezialhochbauarbeiten aus Radebeul beauftragt. Anfang Mai 2018 konnte sie ohne Gerüststellung demontiert und heruntergehoben werden. Gleichzeitig wurde die Dachdeckung der Turmhaube auf weitere Sturmschäden überprüft. „Ich habe damals beobachtet, wie die Reste von der Firma abgebaut worden. Das war abenteuerlich, es wurde mit alpiner Technik gearbeitet. Zwar habe ich keine Höhenangst, aber da wurde mir schon vom Zuschauen schlecht“, so der Amtsgerichtsdirektor. Auf die gleiche Weise, also ohne Kran, wurde die Wetterfahne am Freitag wieder montiert.

Die Gesamtkosten für Bergung, Reparatur des Turmdaches und der Wetterfahne sowie die Wiedermontage auf dem Dach betragen rund 7 000 Euro. Bei dem heute vom Amtsgericht genutzten Gebäude handelt es sich um das ehemalige Residenzschloss der Meißner Bischöfe. Besonders eindrucksvoll und als Landmarke weithin sichtbar wird die spätgotische Anlage durch den direkt am Rande des Burgbergs stehenden runden Turm „Liebenstein“ betont. Die auf der Spitze angebrachte Wetterfahne besteht aus vergoldetem Metall. Sie enthält die Jahreszahl 1725, die den Wiederaufbau der Turmhaube nach dem Brand um 1720 symbolisiert.

Ob die Wetterfahne schon einmal erneuert wurde, ist nicht bekannt. Beim SIB geht man davon aus, dass es sich bei dem abgestürzten Teil um das Original handelte.