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Montag, 29.10.2018

Akuter Personal-Notstand in Radebeul

Von Jürgen Schwarz

Der argentinische RBC-Star Rosendo versucht sich hier mit einem Fallrückzieher. Echte Torgefahr konnten die Radebeuler gegen Pirna-Copitz aber über 90 Minuten nicht entwickeln. Foto: Lutz Kollmann
Der argentinische RBC-Star Rosendo versucht sich hier mit einem Fallrückzieher. Echte Torgefahr konnten die Radebeuler gegen Pirna-Copitz aber über 90 Minuten nicht entwickeln. Foto: Lutz Kollmann

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Radebeul. Die Revanche missglückte. Wie schon in der ersten Runde um den Fußball-Landespokal kassierte der Radebeuler BC am 9. Spieltag der Landesliga gegen den VfL Pirna-Copitz eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage. Marco Fischer, erfahrene Innenverteidiger der Gäste, erzielte nach 41 Minuten das Tor des Tages. Bitter aus Sicht der Hausherren: Es war die einzige Situation, bei der die Zuordnung in der RBC-Abwehr nicht stimmte.

Trainer Matthias Müller schwante schon vor dem Anpfiff nichts Gutes: „Wir haben 16 Spieler im Landesliga-Kader, davon fehlen mir heute sechs. Ich muss improvisieren und selbst meinen 53 Jahre alten Co-Trainer Niki Maglica ins Aufgebot berufen.“ Tatsächlich kam der ehemalige Profi, der 1993 aus Zagreb nach Dresden gekommen war und für Dynamo acht Bundesliga-Spiele bestritt, wenige Minuten vor dem Abpfiff sogar noch als Einwechsler zum Zuge. Der Ärger, dass seine Leistungsträger Erik Talke und Zdenek Kopas sich im Derby eine Woche zuvor in Riesa jeweils eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hatten, war bei „Lotte“ Müller auch nach Spielende noch nicht verflogen: „Durch ihre Disziplinlosigkeiten haben sie ihren Kollegen einen Bärendienst erwiesen. Ich bin überzeugt, dass wir mit den Beiden nicht verloren hätten.“ Tatsächlich war den Gästen die Verunsicherung anzumerken, vor dem Gastspiel im Weinbergstadion nur ein Punktspiel gewonnen zu haben. Die Radebeuler konnten das aber nicht zu ihrem Vorteil nutzen.

Das Gefälle innerhalb der Mannschaft war an diesem Tag einfach zu groß, offensiv gelang es den Gastgebern nur ganz selten, sich im Pirnaer Strafraum in Szene zu setzen. So sehr sich der Argentinier Rosendo im Mittelfeld mühte und meisten zwei, drei Gegner binden konnte, im Angriff blieb vor allem der junge Max Heyne blass. „Man kann doch von dem Jungen keine Wunderdinge erwarten, denn er trainiert erst seit vier Wochen bei uns mit“, nahm Müller den Youngster in Schutz.

Ein Extralob des Trainers verdiente sich neben Rosendo und Abwehrchef Deugoue (musste verletzt ausgewechselt werden), der Marokkaner Jawad El Attar. Der 27-Jährige war in der Sommerpause aus Weixdorf gekommen, arbeitet aber zurzeit als Koch in den alten Bundesländern. „Uns Mannschaftsleiter hat ihn am Freitag angerufen und gefragt, ob er zum Spiel kommen kann. Er hat sich kurzerhand in den Flix-Bus gesetzt und ist nach Hause gefahren“, berichtete Müller. „Jawad hat ein gutes Spiel gemacht, schade, dass sein Engagement nicht wenigstens mit einem Zähler belohnt wurde.“ Den Ausgleich hatte El Attar sogar selbst auf dem Spann (81.), aber das Leder landete zum Entsetzen der Radebeuler nur am Außenpfosten.

„Wir hatten uns fest vorgenommen, Pirna auf Distanz zu halten, aber durch die Niederlage und die Ergebnisse der anderen Spiele rutscht im Mittelfeld der Tabelle nun alles sehr eng zusammen“, bilanzierte Müller, dessen Mannschaft am kommenden Samstag beim Tabellen-Vorletzten in Taucha zu Gast ist. „Zumindest vier der Jungs, die gegen Copitz fehlten, sind dann wieder dabei“, hielt der RBC-Coach dann doch noch eine positive Nachricht parat.

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