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Freitag, 12.10.2018

Akubiz erhält Frankenthal-Preis

Der Pirnaer Verein wird für die digitale Geschichtskarte geehrt, die er entwickelt. Es ist ein Projekt gegen das Vergessen.

Von Mareike Huisinga

Vereinsvorsitzender Steffen Richter vom Pirnaer Alternativen Kultur- und Bildungszentrum freut sich über die Ehrung.
Vereinsvorsitzender Steffen Richter vom Pirnaer Alternativen Kultur- und Bildungszentrum freut sich über die Ehrung.

© SZ

Pirna. Dem Pirnaer Alternativen Kultur- und Bildungszentrum (Akubiz) wird am 25. Oktober in Hamburg der Hans-Frankenthal-Preis verliehen. „Das Akubiz in Pirna ist seit vielen Jahren ein wichtiger Akteur im Widerstand gegen die fortschreitende Etablierung rechter Ideologien, Inhalte und Aktionen“, heißt es in der Begründung der Jury. „Ohne die Aufklärung über die nationalsozialistischen Verbrechen kann die aktuelle politische Situation nicht verstanden werden.“ Ausgezeichnet wird der Verein für sein Projekt „Digitale Geschichtskarte für Sachsen“.

Der Geschichtsatlas soll Orte sichtbar machen, die eine Bedeutung während des Nationalsozialismus hatten. Dazu zählen die frühen Lager, die Routen der Todesmärsche oder Zeichen jüdischen Lebens. „Momentan verfallen viele Gedenkorte, verschwinden oder werden nicht mehr gepflegt“, sagt Steffen Richter vom Akubiz. Der Atlas soll animieren, über die Verbrechen des Nationalsozialismus nachzudenken und zu recherchieren.

„Wir freuen uns, dass unser Projekt diese Würdigung erhält. Es ist neben den Wanderseminaren und Printmedien ein weiterer Teil unserer Erinnerungsarbeit“, sagt Richter. Namensgeber des Preises ist Hans Frankenthal, der 1926 im Sauerland geboren und 1943 mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert wurde. Nach der Befreiung war er als Mitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland und als stellvertretender Vorsitzender des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik tätig. In Erinnerung an ihn verleiht die Stiftung Auschwitz-Komitee seit 2010 einmal jährlich den Preis. Die mit 2 000 Euro dotierte diesjährige Ehrung teilt sich das Akubiz mit dem Filmprojekt „Liza ruft!“. Der Film erzählt die Geschichte der jüdischen Partisanin Fania Brantsovskaya aus Vilnius. (SZ/ce)

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