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Mittwoch, 07.11.2018

Aktivwanderer spenden für Hohnsteins Schindergraben

Der erste Hohnsteiner Adventure-Walk war ein voller Erfolg. Die Organisatoren wollen, dass auch andere davon etwas haben.

Von Anja Weber

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (rechts) und Tourismuschef André Häntzschel freuen sich über den Scheck von Reinhardt Schmidt (Mitte), Geschäftsführer der Laufszene Sachsen.
Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (rechts) und Tourismuschef André Häntzschel freuen sich über den Scheck von Reinhardt Schmidt (Mitte), Geschäftsführer der Laufszene Sachsen.

© Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Die Wanderer, die am 27. Oktober Hohnstein vom Schindergraben aus erklommen, hatten schon einige Kilometer in den Beinen. Entweder waren sie aus Richtung Dresden dem ersten Start oder aus Richtung Stolpen, dem zweiten Start, unterwegs. Und vielleicht ist es ihnen dabei gar nicht so aufgefallen, wie marode die vier kleinen Brücken, besser Stege, entlang des Schindergrabens sind.

Das ist aber Reinhardt Schmidt, dem Geschäftsführer der Laufszene Sachsen aufgefallen, den Organisatoren des ersten Adventure-Walk am 27. Oktober. „Wir sind in der Vorbereitung die Strecke mehrmals abgewandert, auch in Familie. Und da ist uns eben der schlechte Zustand der kleinen Brücken aufgefallen“, sagt Reinhardt Schmidt. Ziel solcher Veranstaltungen ist auch, regionale Projekte zu unterstützen und dem Ort, in dem man sich bewegt, auch etwas zurückzugeben. Deshalb geht ein Teil des Startgeldes als Unterstützung an ein Projekt, einen Verein oder eine örtliche Initiative. Beim Anblick der maroden Brücken im Hohnsteiner Schindergraben war dann schnell entschieden, dass die insgesamt 2 700 Euro für die Sanierung der vier Brücken beziehungsweise Stege übergeben wird. Den Spendenscheck konnte Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) am Dienstag entgegennehmen. Den Stadtchef hatte der unerwartete Zuschuss überrascht. „Ich habe mich gefreut, dass bei dieser Tour über Hohnstein gewandert wurde und dass wir dann auch noch die Spende bekommen“, sagt er.

Der Zustand der vier Stege sei tatsächlich problematisch. Die Widerlager seien noch in Ordnung, da sie aus Stahl sind. Aber die Bretter sind morsch. Sie wurden bereits notdürftig repariert. Eine Lösung auf Dauer ist das nicht. Die Stadt möchte die Stege mit Kunststoffbohlen belegen, welche viel länger halten als Holz. Die Kosten belaufen sich auf 30 000 Euro. Deshalb seien Spenden immer willkommen. Darüber hinaus sei man auch mit dem Nationalpark in Verhandlung, da der Schindergraben praktisch ein „Grenzfluss“ sei. Die eine Seite gehört der Stadt Hohnstein und die andere dem Sachsenforst.

Ob jedoch die Wanderer im kommenden Jahr bereits über die neuen Brücken laufen können, wollte man noch nicht versprechen. Dass es im kommenden Jahr eine zweite Auflage des Adventure-Walks geben wird, stehe aber bereits fest, verkündete Geschäftsführer Schmidt. Nicht zuletzt auch, weil die Resonanz beim ersten Alauf mit rund 1 800 Teilnehmern riesig war. Die Tour selbst erstreckte sich über zwei Routen, die längste mit Start in Dresden betrug 50 Kilometer, die kürzere mit Start in Stolpen umfasste 25 Kilometer. Gemeinsamer Zielort war der Kurort Rathen. Im kommenden Jahr soll die Streckenführung wieder so sein mit kleinen Änderungen. Da man aber auch verlässliche Partner benötige und die in der Region unter anderem auch auf der Schönen Höhe in Elbersdorf und in der Rußigmühle im Polenztal als jeweilige Etappenziele gefunden habe.

Die Teilnehmer selbst wurden mit entsprechendem Material bestens ausgestattet, sodass sich auch niemand verlaufen hatte. Von den insgesamt 1 800 Teilnehmern haben etwa 100 zwischenzeitlich aufgehört. Der Rest kam wohlbehalten im Kurort Rathen an. Der Letzte übrigens gegen 22.45 Uhr. Und wer noch konnte, für den war dann noch Party angesagt.