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Montag, 08.01.2018

AfD-Vorstand mahnt Maier ab

Der Rüffel gegen den Dresdner Abgeordneten fiel einstimmig. Mit einem Parteiausschluss für seinen „Halbneger“-Tweet muss er aber nicht rechnen.

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Jens Maier hat angekündigt, sich bei Noah Becker entschuldigen zu wollen.
Jens Maier hat angekündigt, sich bei Noah Becker entschuldigen zu wollen.

© Archivfoto: Daniel Förster

Berlin Für einen rassistischen Kommentar über Noah Becker hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier von seiner Partei einen Rüffel kassiert. Mit einem Parteiausschlussverfahren muss der sächsische AfD-Politiker aber nicht rechnen.

Nach Angaben aus der AfD beschloss der Bundesvorstand am Montag einstimmig, eine Abmahnung auszusprechen. Maier wurde außerdem aufgefordert, bei der Auswahl und Führung seiner Mitarbeiter in Zukunft mehr Sorgfalt walten zu lassen. Ein Parteisprecher teilte zudem mit, der Vorstand der AfD-Bundestagsfraktion habe sich einstimmig hinter das Votum des Bundesvorstandes gestellt.

Von Maiers Twitter-Account war Anfang Januar über Noah Becker der Satz gepostet worden: „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“ Der Kommentar bezog sich auf ein Interview. In diesem hatte Noah Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“. Er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe schon attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.

Maiers Kommentar wurde später gelöscht. Der AfD-Abgeordnete erklärte, der Tweet sei von einem Mitarbeiter abgesetzt worden. Maier teilte am Montag mit, er habe das Arbeitsverhältnis mit diesem Mitarbeiter inzwischen beendet. Er erklärte: „Dieser Tweet widerspricht nicht nur meinem Stil, er gibt auch nicht mein Gedankengut wider.“ Er entschuldige sich dafür bei Noah Becker.

Maier ist Richter. Er gehört dem rechtsnationalen Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 59 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Karl

    Ob der Herr Maier mit derselben Motivation als Richter Urteile gesprochen hat, wie er „Halbneger“ sagte? Oder hat er sich verändert?

  2. Mo H.

    Wie kann so einer Richter sein? Da stimmt etwas gewaltig nicht in diesem Staate! Es stinkt an allen Ecken und Enden. Wehrt Euch!

  3. Kalle

    "Mit einem Parteiausschluss für seinen „Halbneger“-Tweet muss er aber nicht rechnen." Was für eine Überraschung – natürlich decken sich die Rassisten gegenseitig. Der „kleine Höckler“ ist doch sicherlich nur „mausgerutscht“. Aber man soll ja aber immer das Gute sehen: Für die Verteidiger der Afd wird es immer schwieriger die bürgerlich-demokratische Maske aufzubehalten. Auch dieser Vorfall wird die „NSAfd“ weiter spalten, so muss es für eine Frau Weidel, mit ihren singhalesischen-deutschen Kindern, eine unerträgliche Situation sein.

  4. Ron Bus

    Maier ist sicherlich nicht der Einzigste in einer solchen Position der auch nach der Wende in den neuen Bundesländern seine Unfähigkeit unter Beweis stellen wollte. Aber in Sachsen kann man was werden! Gleich ob man etwas auf dem Kasten hat oder rassistische Parolen verbreitet. Sachsen ein Land von weltfremdheit! Ctrl+x into trash bin.

  5. Hans Mischerling

    Migrantenkriminalität ist viel schlimmer, Rassismus geht scheinbar nur in eine Richtung. Was soll denn eine weisse Stadt sein, so wie es Becker Junior beklagt ? Oder wenn marodierende Afrikanerhorden durch Italien ziehen und die Italiener vertreiben wollen, was ist denn das ? Bin gespannt, ob ein kritischer Beitrag die SZ Zensur passieren darf 11:53

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