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Mittwoch, 03.01.2018

AfD hält an Glaser fest

Dreimal fiel der Abgeordnete bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Bundestags durch. Trotzdem hält die Partei an ihm fest.

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Albrecht Glaser soll Vizepräsident des Bundestages werden. Doch die anderen Parteien lehnen den AfD-Kandidaten ab.
Albrecht Glaser soll Vizepräsident des Bundestages werden. Doch die anderen Parteien lehnen den AfD-Kandidaten ab.

© dpa

Berlin. Die AfD will ihren dreimal durchgefallenen Kandidaten für das Amt des Bundestags-vizepräsidenten abermals zur Abstimmung stellen.

„Natürlich werden wir ihn weiter aufstellen“, sagte Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“. „Ich wüsste auch keine Alternative. Denn das, was er über den muslimischen Glauben gesagt hat, ist das, was wir alle denken.“ Und: „Grundvoraussetzung für einen unserer Kandidaten ist, dass er genauso denkt wie Herr Glaser.“

Die anderen Fraktionen lehnen Glaser ab, weil er aus ihrer Sicht mit islamkritischen Äußerungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit infrage stellt. Glaser hatte sich dafür ausgesprochen, dem Islam nicht das Grundrecht auf Religionsfreiheit zuzugestehen, weil der Islam selbst keine Religionsfreiheit kenne und sie dort, wo er herrsche, im Keim ersticke.

Gauland sagte: „Die anderen (Fraktionen) können ja sich der Stimme enthalten, dann wählen wir ihn mit unseren Stimmen.“

In der Diskussion um gesperrte Twitter-Tweets seiner Fraktionsstellvertreterin Beatrix von Storch bestritt Gauland, dass es darin pauschal um alle muslimischen Männer in Deutschland gegangen sei. „Es geht überhaupt nicht um zweieinhalb Millionen Menschen. Sondern Frau Storch hat kritisiert, dass die Kölner Polizei den Versuch macht, Menschen, die ihr Gastrecht in Deutschland missbrauchen, in irgendeiner Weise einzufangen“, sagte er.

Von Storch hatte auf Twitter von „barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden“ geschrieben. „Das ist eine Feststellung, die sich ergeben hat aus dem, was wir in der Vergangenheit erlebt haben“, sagte Gauland mit Blick auf die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln vor zwei Jahren. Er bestritt, dass es sich um Volksverhetzung handele.

Die Kölner Polizei hatte von Storch der Volksverhetzung beschuldigt und angezeigt. Gauland kritisierte, dass Twitter von Storchs Account wegen des Tweets gesperrt hatte. „Das hat ein deutscher Richter zu entscheiden. Und nur wenn er das so sieht, habe ich das zu akzeptieren.“ (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 44 Kommentare

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  1. Heinz Becker

    „Natürlich werden wir ihn weiter aufstellen“, sagte Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“. „Ich wüsste auch keine Alternative. Denn das, was er über den muslimischen Glauben gesagt hat, ist das, was wir alle denken." Ich denke genau so! Bin ich jetzt Nazi?

  2. H. Krien

    @1: ... ob Nazi oder nicht, zumindest kein Demokrat. Glaubensfreiheit ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft und muss geschützt werden. Eine starke Gesellschaft verträgt auch diese Freiheit und die Meinungsvielfalt. Unverträglicher ist es jedoch permanent Angst zu schüren.

  3. Massai

    zu 1) Zumindest auf dem Weg dorthin. Ich weiß nicht, wie Herr Gauland auf die Idee kommt, zu sagen, dass alle so denken. Für mich spricht Herr Glaser nicht. Auch für einen großen Teil in diesem Land wohl nicht.

  4. Dresdner45

    @H.Krien, was hat ein Glauben mit Demokratie zu tun? Ihr weiterer Verweis, dass unsere Gesellschaft "DIESE MEINUNGSVIELFALT" vertragen müsste, ist ziemlich vage. Wir erleben gerade, dass diese Gesellschaft am zerfallen ist. Ich, 72 Jahre, 196 cm lang, eigentlich kein ängstlicher Typ, habe inzwischen auch ein sehr schlechtes Gefühl, wenn ich in die Stadt gehe und eine Gruppe, mit einem bestimmten Äußeren, kommt mir entgegen. Ich versuche dann recht schnell in ein Geschäft oder Hauseingang zu kommen. Die Angst wird nicht geschürt, sie ist REALITÄT geworden!

  5. mausi

    Die Vorführung des Herrn Gauland war wiedermal erstklassig.Wann nehmen es die Moderatoren war das die AfD von 6 Millionen Menschen gewählt worden sind?Es ist unerträglich wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

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