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Donnerstag, 12.07.2018

Ärger über Straßenbaustelle in Neusörnewitz

Vom Obstbau Görnitz kommt Kritik am derzeitigen Bau auf der Cliebener Straße. Die Arbeiten sind nicht anders möglich, sagt die Kreisbehörde.

Von Ines Scholze-Luft

Michael Görnitz ist Geschäftsführer vom Obstbau Görnitz.
Michael Görnitz ist Geschäftsführer vom Obstbau Görnitz.

© Archiv/Claudia Hübschmann

Coswig. War das denn wirklich erforderlich? Gibt es nicht andere Straßen, die eine Sanierung viel nötiger hätten? Solche und ähnliche Fragen werden gestellt, als bekannt wird, dass ein Stück der Cliebener Straße erneuert werden soll. Heißt es anfangs, von Fabrikstraße bis Bahnbrücke, ist die Cliebener nun seit 2. Juli zwischen Natursteinmarkt und Töpferstraße zu.

Es handele sich um eine bauliche Unterhaltungsmaßnahme, den Austausch der Fahrbahndecke, um die Nachhaltigkeit des gesamten Fahrbahnaufbaues einer viel befahrenen Kreisstraße zu gewährleisten, erklärt Carsten Gey, Sachgebietsleiter Instandsetzung im Kreisstraßenbauamt, auf SZ-Nachfrage zur Notwendigkeit der Sanierung.

Durch den Ersatz der geschädigten Fahrbahndecke würden die tieferliegenden Fahrbahnschichten, die für Tragfähigkeit und Frostsicherheit zuständig sind, vor schädigenden Außeneinwirkungen geschützt. Schon kleine Risse könnten, speziell in der Frost-Tau-Periode, in der Fahrbahndecke zu großen Schäden in den tieferen Straßenaufbauschichten beitragen. Außerdem werde jetzt gleich noch die Griffigkeit der Fahrbahndecke verbessert.

Allerdings wird auch Kritik laut an Information und Abstimmung im Vorfeld des Baus. Von einem Betrieb im derzeit nur schwer zu erreichenden Gewerbegebiet an der Cliebener Straße, vom Obstbau Görnitz. Er sei über den Bau nicht informiert worden, sagt Geschäftsführer Michael Görnitz. Vom Baubeginn habe er zufällig durch einen anderen Unternehmer aus dem Gewerbegebiet erfahren.

Jetzt – in der Haupterntezeit – gebe es große Schwierigkeiten für die Transporte der Früchte von den umliegenden Feldern zum Obstbau-Hof sowie zu den Abnehmern. Auch der Hofladen sei für die Kunden kaum zugänglich. Umsatzeinbußen würden drohen. Mit dem Baubetrieb versuche man sich abzustimmen, doch da die gesamte Straße aufgefräst ist, wäre das kompliziert.

Die Baumaßnahme sei ortsüblich im Amtsblatt der Stadt Coswig bekannt gegeben worden, mit entsprechende Kontaktdaten für Rückfragen, der genauen Bauzeit sowie Dauer, nämlich 14 Tage, informiert Carsten Gey. Gleichzeitig habe die Baufirma eine zeitnahe Information an die Bürger gegeben, in der Regel durch ein Infoblatt im Briefkasten. So könnten sich Bürger schon im Vorfeld der Bauarbeiten ans Kreisstraßenbauamt sowie direkt an die Baufirma wenden.

Der Bau erfolgt zugunsten der Anlieger und Verkehrsteilnehmer, sagt Carsten Gey. Und er begründet, weshalb eine halbseitige Bauweise nicht möglich ist. Nämlich aufgrund der neuen Arbeitsstättenrichtlinie. Die besagt, dass zur höheren Arbeitssicherheit der Straßenbauer größere Sicherheitsräume zum fließenden Verkehr neben dem Baufeld notwendig sind. Diese würden dann keine Fahrspur zwischen Arbeitsfeld und Fahrbahnrand zulassen.

Inwieweit die Baumaßnahme unter das Kriterium „unzumutbar für Anwohner“ fällt und damit Anspruch auf Entschädigung besteht, könne vom Kreisstraßenbauamt nicht bewertet bzw. beantwortet werden, so die Information durch Sachgebietsleiter Carsten Gey.