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Donnerstag, 12.07.2018

Abschied von der großen Bühne

Eigentlich wollte er im Luschniki-Stadion in Moskau noch einmal den WM-Pokal in die Höhe stemmen – doch Andrés Iniestas internationale Karriere endete anders als erhofft. „Alles hat einen Anfang und ein Ende. Manchmal sind nicht alle Abschiede so, wie man sie erwartet oder sich wünscht“, sagte der 34-Jährige nach dem verlorenen Achtelfinale mit Spanien gegen Russland, das sein letztes Länderspiel war. Wie Iniesta nahmen zahlreiche Fußballer in Russland Abschied von der WM-Bühne, bei anderen gescheiterten Weltstars wie Argentiniens Lionel Messi oder Portugals Cristiano Ronaldo ist die Zukunft unklar.

Der 31 Jahre alte Messi schweigt seit dem WM-K.o. Ob er in vier Jahren in Katar noch einen Anlauf nimmt, ist fraglich. Seine Teamkollegen Javier Mascherano und Lucas Biglia dagegen zogen einen Schlussstrich unter ihre Karriere im Nationaltrikot. „Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen“, erklärte Mascherano nach dem letzten seiner 20 WM-Spiele unter Tränen. „Ich hoffe, dass diese Jungs in der Zukunft etwas erreichen können.“ Mexikos Rafael Marquez nahm nach 21 Jahren und fünf Weltmeisterschaften ebenfalls Abschied. „Es ist nicht das Ende, das ich mir gewünscht habe, aber das war’s“, sagte der 39-Jährige nach Mexikos 0:2 gegen Brasilien.

Im argentinischen und mexikanischen Nationalteam dürfte genauso ein Umbruch bevorstehen, wie ihn die Japaner anstreben. Trotz des beachtlichen Achtelfinaleinzugs der „Blauen Samurai“ verkündeten mehrere Spieler ihren Rücktritt, darunter Keisuke Honda, der Frankfurter Makoto Hasebe und Gotoku Sakai vom Hamburger SV. „Wir haben gute junge Spieler. Sie sind an der Reihe, die Geschichte des japanischen Fußballs zu schreiben“, sagte Honda, der als erster Japaner bei drei verschiedenen Weltturnieren getroffen hat.

Spekulationen gab es auch um Mohamed Salah. Der 26 Jahre alte Ägypter soll angeblich wegen politischer Instrumentalisierung über einen Abschied aus der Nationalmannschaft nachdenken – äußerte sich aber nicht offiziell. Ganz anders Iniesta, der nach zwölf Jahren in der „Furia Roja“ mit einem rührenden Abschiedsbrief auf Wiedersehen sagte. „Es war mein Lebenstraum, die Farben unseres Landes zu vertreten“, schrieb er. „Ich glaube, ich hatte das Glück, eine der besten Etappen des spanischen Fußballs miterleben zu dürfen.“ Iniesta hatte im WM-Finale 2010 das Siegtor gegen die Niederlande erzielt und prägte von 2008 bis 2012 die erfolgreichste Ära der Spanier. (dpa)

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