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Donnerstag, 14.06.2018

Abgeordnete nehmen Verwaltung in die Pflicht

Am Sonnabend findet das Zuckerfest auf dem Wilhelmsplatz in Görlitz statt. Für die Fraktionen im Stadtrat ist das kein großes Thema.

Von Matthias Klaus

Im vergangenen Jahr fand das Zuckerfest in Görlitz auf dem Theaterplatz statt.
Im vergangenen Jahr fand das Zuckerfest in Görlitz auf dem Theaterplatz statt.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Es ist ein Thema, das polarisiert, ein Thema, dass vor allem auch im Internet für Diskussionen sorgt: Am Sonnabend findet auf dem Wilhelmsplatz das Zuckerfest statt. Im vergangenen Jahr war der Veranstaltungsort der Platz vor dem Theater. Mit dem Zuckerfest endet der muslimische Fastenmonat, der Ramadan. Nach Angaben der Veranstalter vom Verein Second Attempt soll das Fest in Görlitz allerdings nicht als religiös wahrgenommen werden, sondern als Familienfest. Der Bürgerrat der Innenstadt Ost hatte sich nach intensiven Diskussionen und einer knappen Abstimmung dazu entschlossen, das Zuckerfest zu unterstützen. Im Görlitzer Stadtrat sieht man das ganze Thema entspannt – und vor allem die Stadtverwaltung in der Pflicht.

„Bei uns hat das Thema Zuckerfest in der Fraktion keine Rolle gespielt“, sagt Dieter Gleisberg, CDU-Fraktionschef. Er wisse, dass vor allem Anwohner des Wilhelmsplatzes das Fest eher kritisch sehen. Stichwort: Lautstärke. „Aber innerhalb der Fraktion haben wir es generell nicht zum Thema gemacht“, sagt Dieter Gleisberg.

Ähnlich sieht es FDP-Stadtrat Frank Wittig. „Es handelt sich um einen ganz normalen Verwaltungsvorgang“, sagt er. Wenn das Fest seitens der Stadt genehmigt ist, dann sei es für die FDP im Stadtrat auch kein Thema mehr. Rolf Weidle, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Görlitz im Stadtrat, sieht das Thema ebenfalls erst einmal ganz gelassen. „Wir müssen erst einmal abwarten, was passiert“, sagt er. Generell solle das Zuckefest aber nicht politisiert werden. „Es sollte mit Augenmaß begleitet werden“, so Rolf Weidle. Probleme, wie sie in diesem Zusammenhang in Großstädten auftreten, habe Görlitz ja nicht. Vielleicht, so Rolf Weidle, hätte man das Helenenbad als Veranstaltungsort auch stärker ins Auge fassen sollen.

Für die Grünen im Stadtrat handelt es sich bei der Genehmigung des Zuckerfestes auf dem Wilhelmsplatz auch um einen „ganz normalen Vorgang“. „Das ist eine Sache der Verwaltung“, sagt Joachim Schulze von den Bündnisgrünen. Mit Sorge habe er allerdings die Kommentare im Internet verfolgt. „In manchen Fällen zeigt sich eine Verrohung der Sprache“, sagt er. Im vergangenen Jahr schaute sich Joachim Schulze das Zuckerfest auf dem Platz vor dem Theater an. „Das war völlig in Ordnung“, findet der Lokalpolitiker. Linken-Fraktionschef Thorsten Ahrens wundert sich derweil, dass aus dem Zuckerfest auf dem Wilhelmsplatz überhaupt so ein Thema gemacht wird. „Wenn es von der Verwaltung genehmigt ist, ist es eine Veranstaltung wie jede andere in der Stadt auch“, sagt er. Bei der SPD im Stadtrat wurde das Zuckerfest nicht diskutiert. „Für uns war das kein Thema“, sagt Stadträtin Renate Schwarze.

Joachim Paulick von der Wählervereinigung Zur Sache will abwarten, was beim Zuckerfest passiert. Explizit haben sich die Abgeordneten damit nicht beschäftigt, sagt er. Es sei Sache der Verwaltung dafür zu sorgen, dass alles geregelt abläuft.

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