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Samstag, 10.03.2018

Abendtermine sind Überstunden

Zwischen acht und neun zur Arbeit, Feierabend ist zwischen vier und sechs: Doch was ist, wenn es dazu noch Abendveranstaltungen gibt? Darf mich der Chef verpflichten, daran teilzunehmen? Ja, aber nur mit Blick auf die Gesamtarbeitszeit. Der Arbeitgeber hat ein sogenanntes Direktions- oder Weisungsrecht, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Sieht der Arbeitsvertrag die Teilnahme an Abendveranstaltungen vor, muss der Arbeitnehmer sich daran halten. Steht im Vertrag nichts davon, kommt es auf den Einzelfall an. „Das hängt dann auch immer von der Veranstaltung und der Position des Mitarbeiters ab“, sagt Markowski. Will der Chef mit den Mitarbeitern und einem wichtigen Kunden essen gehen, muss nicht jedes Teammitglied dabei sein, der Projektverantwortliche aber schon. Die Service-Mitarbeiter oder Berater einer Bank müssen zu einem Empfang für Kunden erscheinen, andere Mitarbeiter nicht. Wer wann und wo dabei sein muss, lässt sich in Unternehmen mit Betriebsrat auch per Betriebsvereinbarung klären. Ansonsten müssen Mitarbeiter mit dem Chef verhandeln. „Wenn Sie erscheinen müssen, sind das aber reguläre Überstunden“, so Markowski. Arbeitnehmer haben dafür also Anspruch auf Bezahlung oder Freizeitausgleich. (dpa)

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