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Mittwoch, 06.06.2018

5 000 Euro Friedens-Angebot von Campino

Der nächtliche Bade-Ausflug der Toten Hosen am frühen Sonntagmorgen nach ihrem Konzert in Dresden sorgte für viel Wirbel und erhält jetzt ein versöhnliches Ende.

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Das nächtliche Badefoto aus dem Georg Arnold Bad.
Das nächtliche Badefoto aus dem Georg Arnold Bad.

© Screenshot

Campino von den Toten Hosen beim Konzert in Dresden.
Campino von den Toten Hosen beim Konzert in Dresden.

© Ronald Bonss

Dresden: In einem Brief entschuldigten sich „Die Toten Hosen“ aus Düsseldorf am Mittwoch bei den Mitarbeitern der Dresdner Bäder für ihren nächtlichen Ausflug ins Georg Arnhold Bad.

Die Versuchung sei den ganzen Samstag über riesig gewesen, das Bad zu besuchen, doch nach dem Konzert war es leider zu spät für einen regulären Sprung ins Becken. Und weil der enge Tourplan noch in der Nacht die Weiterfahrt nach Berlin vorsah, habe man sich schweren Herzens für den Schritt in die Illegalität entschieden: „Aber was wäre eine Reise nach Dresden wert, ohne einen Ausflug in Euer schönes Spaßbad gemacht zu haben?“ schrieben die Punkrocker und pflegten dazu ihre proletarische Attitüde: „Um mit dem weit verbreiteten Klischee aufzuräumen, dass man als Rockmusiker nur mit eigener Yacht oder mindestens im eigenen Pool schwimmen geht, war es uns wichtig, mit einem Foto zu unterstreichen, dass man als Mitglied der Toten Hosen immer noch auf das öffentliche Freibad angewiesen ist und das nicht bereuen muss.“

Beim Baden seien ihnen dann leichte Verschleißerscheinungen beispielsweise an den Startblöcken aufgefallen und mit einer kleinen Spende von 5 000 Euro wolle die Band die Reparaturen unterstützen und die ausstehenden Eintrittsgelder begleichen: „Wir bitten um Vergebung, freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und werden uns bemühen, die Öffnungszeiten einzuhalten. Campino und Die Toten Hosen“, endete der Brief.

Die Dresdner Bäder GmbH reagierte souverän auf das Friedens-Angebot aus Düsseldorf und formulierte die Antwort gleich in einer Hommage an diverse Hosen-Songs: „An Tagen wie diesen ist es wohl das Beste, einen Schlussstrich unter die Nacht der Nächte zu ziehen“, schrieb Bäder-Sprecher Lars Kühl und legte munter nach mit weiteren Zitaten: „Auf jeden Fall soll es keinen juristischen Streit bis zum bitteren Ende geben. Nichts bleibt für die Ewigkeit und deshalb machen wir jetzt hoffentlich bald unter die Sache einen Punk(t). Eine Frage zum Schluss: Wann seh’n wir uns wieder?“

Eine Antwort darauf gaben die Musiker von der Kö in ihrem Statement immerhin schon einmal indirekt: bald solle es sein. Das wird die Fans freuen und die Bäder-Verantwortlichen ebenfalls, gelobte die Band für den nächsten Besuch doch Besserung. Bleiben noch die Ermittlungen der Polizei: Vielleicht gibt es für die Beamten nach dem neuen Erkenntnisstand 1 000 gute Gründe, die Akte in den nächsten Tagen zu schließen. (szo/stb)

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 26 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Oberlausitzer

    So muss das laufen, die Stadt bekommt Geld fürs Bad und die Hosen haben ihre PR - Aktion. Am Ende haben beide Seiten gewonnen!

  2. strab

    Das hat Stil von beiden Seiten. Hut ab! Das Leben kann doch so einfach sein...

  3. DDay

    Etwas besseres hätte dem Arhold Bad gar nicht passieren können. Schönes Ende der Geschichte. Ach...und ein großes Dankeschön nach Düsseldorf für die Spende!

  4. SF

    Super, dass ist doch mal was Positives und die Punkrocker haben gezeigt, dass sie Rocker sind, aber auch zu ihren Fehlern stehen - Daumen hoch! Vielleicht sollten die Bäderbetriebe darüber nachdenken, die dann schön gemachten Startblöcke mit den Namen der Rocker zu versehen. Es ist dann durchaus denkbar, dass am "Campino-Block" reger Andrang herrscht ;-)

  5. Bernd

    Wenn es "1 000 gute Gründe, die Akte in den nächsten Tagen zu schließen" gibt, dann habe ich auch 1000 gute Gründe, zukünftig überall und zu jeder Zeit jedes Bad nutzen zu können das sich findet. Gleiches Recht für alle - ein Grundsatz der deutschen Rechtsprechung. Wenn man Recht und Gesetz so verbiegt/verbiegen kann wie man es braucht, gilt das doch für alle. Oder nicht? Hausfriedensbruch ist und bleibt eine Straftat. Und sollte auch als solche behandelt werden. Sonst geht es bald drunter und drüber über Deutschlands Zäune!

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