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Mittwoch, 13.06.2018

300 Bakterien-Fälle durch Grillfleisch

Wer sein Geflügel nicht ordentlich durchgart, bekommt es schnell mit Durchfall zu tun. Es gibt eine einfache Lösung.

Von Franz Werfel

Meist werden die Bakterien durch Geflügelfleisch übertragen, das nicht richtig durchgegart ist.
Meist werden die Bakterien durch Geflügelfleisch übertragen, das nicht richtig durchgegart ist.

© dpa

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Meist werden sie durch Geflügelfleisch übertragen, das nicht ordentlich durchgegart wurde: die Bakterien mit dem komplizierten Namen Campylobacter. Dem Robert-Koch-Institut zufolge wurden aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im vergangenen Jahr 300 Fälle gemeldet, in diesem Jahr schon fast 100. Dabei gehen längst nicht alle Menschen mit Bauchschmerzen und Fieber zum Arzt – die Dunkelziffer sei wie oft deutlich höher. Im Gegensatz zu anderen Durchfallerregern wie etwa Salmonellen könne schon eine sehr geringe Keimmenge eine Campylobacter-Infektion auslösen. Übertragen werden diese häufig, wenn Geflügelfleisch nicht richtig durchgegart wurde. Laut einer nicht-repräsentativen Umfrage ist Hähnchenfleisch bei den deutschen Grillern besonders beliebt und kommt mit 76 Prozent auf Platz zwei der begehrtesten Fleischsorten – direkt nach Schweinefleisch (79 Prozent).

Die Krankenkasse IKK hat die Grillsaison zum Anlass genommen, um erneut auf die Gefahr hinzuweisen. Denn die Schmerzen, die die Bakterien hervorrufen, lassen sich leicht vermeiden. So sollte Geflügel vor der Zubereitung nicht gewaschen, sondern nur vorsichtig abgetupft werden. Es wird empfohlen, für rohe und gegarte Lebensmittel unterschiedliche Küchenutensilien zu benutzen. Vor allem Geflügel solle immer vollständig durchgegart werden. Campylobacter-Bakterien seien abgetötet, wenn das Fleisch zehn Minuten bei mindestens 70 Grad Celsius gegart werde.