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Dienstag, 10.07.2018

24 Stunden im Mountainbike-Sattel

Von Reiner Seifert

Aussichtsreich im Rennen war das Viererteam von der TSV Großschönau mit René Dutschke, Eric Bormann, Jan Phillip Geßner und Alfred Jyrch. Hier im Wechselgarten übergibt Eric Bormann (rechts) den Transponder an René Dutschke.Foto: tompic
Aussichtsreich im Rennen war das Viererteam von der TSV Großschönau mit René Dutschke, Eric Bormann, Jan Phillip Geßner und Alfred Jyrch. Hier im Wechselgarten übergibt Eric Bormann (rechts) den Transponder an René Dutschke. Foto: tompic

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Mit einem strahlenden Lächeln stieg die 42-jährige Eibauerin Meike Thiele nach 24 Stunden ohne Pause und Schlaf vom Mountainbike. Scheinbar von Müdigkeit oder Erschöpfung nichts spürend nahm sie – munter drauflos plaudernd – die Glückwünsche ihrer Familie und Freunde entgegen. Dabei lagen 42 Runden über 5,1 Kilometer hinter ihr. Auf einer Strecke am Hang des Hochwaldes, die es mit zu bewältigenden 150 Höhenmetern in sich hat. „Ich bin gut durchgekommen und habe auch die steilen Abfahrten gemeistert, die ich früher noch gelaufen bin. Längere Pausen oder gar Schlaf habe ich mir nicht gegönnt, von zwischendurch Essen, Trinken, Trikotwechsel und Toilettengang mal abgesehen“, erzählte Meike Thiele und ergänzte: „Ohne meine Tag- und Nachtbetreuer Karsten Jary, Isabelle Döring und Sandra Janocha hätte ich das aber nicht geschafft.“ Am Ende standen für die „2much4you“-Siegerin 42 Runden und 214,2 km auf der Anzeigetafel. Meike Thiele gewann das Rennen bereits 2010 mit 30 und im Vorjahr mit 33 Runden. „Diesmal hatte ich mir vierzig Runden zum Ziel gestellt und habe in den letzten 90 Minuten noch zwei drauf gelegt“, notierte die Steuerfachangestellte.

Die seit einigen Jahren in Jonsdorf lebende Eibauerin war als Kind vom Sportunterricht befreit und begann als 18-Jährige auf dem Kottmar mit dem Skilanglauf. „Christian Bräuer hat mich für diesen Sport begeistert. Skilanglauf und Mountainbiking gehören heute zu meinem Leben“, sagt Meike Thiele. Dabei liebt sie in beiden Sportarten vor allen die extremen Herausforderungen, die langen Distanzen. So startete sie zum Beispiel fünfmal beim Vasalauf über 90 Kilometer, nahm am „Miriqudi“, Deutschlands einzigem 24-Stunden-Skilanglauf teil, meisterte die Marathonstrecken beim Isergebirgslauf und polnischen Bieg Piastow. Mit dem Mountainbike gehören der Erzgebirgs-Marathon, die O-See-Challenge, regionale Rennen und erst vor zwei Wochen das 24-Stunden-MTB-Rennen „Biehler Heavy 24“ in Chemnitz zu ihrem Wettkampfprogramm.

Die Einzelkonkurrenz der Männer gewann Tobias Rätze (O-See Sports). Der 25-jährige Herrnhuter schaffte 58 Runden und damit bei seiner sechsten Teilnahme nach 2015 (60 Rd.) den zweiten Sieg. Der von Ralf Große (PSV Zittau) 2010 aufgestellte Rekord mit 73 Runden blieb auch diesmal unangetastet.

Einen spannenden Zweikampf lieferten sich die Männer-Viererteams vom TSV Großschönau und den Bad Bikers MTB Sport aus Wernigerode. Beide Teams absolvierten 95 Runden. Am Ende entschieden neun Minuten zugunsten der Mannschaft aus dem Harz um den Neusalza-Spremberger Patrick Scholze. „Knapper ging es nicht. Wir sind trotzdem zufrieden“, resümierte der 41-jährige René Dutschke, der seit 2008 nur ein Rennen verpasste. Zum Team gehörten der 22-jährige Alfred Jyrch (Bertsdorf), der kurzfristig für den erkrankten Jonas Schubert einsprang, der ein Jahr jüngere Jan-Phillip Geßner (Erfurt/Hainewalde) und der 18-jährige Eric Bormann (Lückendorf) sowie Betreuer Jörg Hofmann. Auf dem fünften Platz landete mit 87 Runden der „Bertsdorfer Zug“ in der Besetzung Lutz Hamann, Alexander Krampe, Mike Czeczine, Karsten Fritsel.

Für einen nicht alltäglichen Einsatz sorgte Stefanie Sigl im Mix-Viererteam „Ein Engel für drei Männer“. Die 25-Jährige absolvierte die ersten beiden Runden, fuhr anschließend an den Olbersdorfer See, startete beim O-See Water Race über 700 Meter und gewann die Altersklassenwertung 18-29. Zurück in Oybin/Hain schwang sie sich wieder aufs Mountainbike, absolvierte weitere neun Runden und belegte mit Tobias Schönfelder, Hendrick Schopinska und Klaus Richter den zweiten Platz (73 Rd.).

Die elfte Auflage des 24-Stunden-MTB-Rennens im Zittauer Gebirge meisterten zwölf Einzelstarter, 16 Zweier-, 17 Vierer- und vier Achterteams. Und das bei idealen Bedingungen, perfekter Organisation, angenehmen Tages- und Nachttemperaturen sowie einer zwar staubigen, aber gut befahrbaren Strecke. Das zehnköpfige Organisationsteam mit Philipp Pfeiffer an der Spitze und die rund 50 Helfer leisteten wieder ganze Arbeit und stellten eine rundum gelungene Veranstaltung auf die Beine. (rs)

weitere Sieger

Zweierteams, Frauen: Cornelia Henke/Sabine Schütz 26 Rd., Männer: Udo Pfitzer/Dirk Hänig 69 Rd., Mix: Franziska Friebel/Jens Sahm 67 Rd.

Viererteams, Mix: Thomas Raschke/Marcel Fritsche/Thomas Weber/Anette Teichmann 78 Rd.

Achterteams: Neisse Adventure Race Team 83 Rd.

(alle Ergebnisse unter www.wirinderlausitz.de)