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Samstag, 13.01.2018

1 500 E-Autos täglich aus Zwickau

Die Produktion von Golf und Passat lief 2017 bei VW Sachsen gut. Doch der Umbau beginnt.

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© dpa

Dresden. Der Vorstand der Marke VW glaubt an den Durchbruch der Elektromobilität. Das zeigen die Planzahlen für die Produktion von E-Autos. Ende 2020, wenn das Werk in Zwickau zum reinen E-Mobilitätsstandort umgebaut ist, sollen dort bis zu 1 500 Elektrofahrzeuge pro Tag für die Marken VW, Seat und Audi produziert werden. Das teilte die Volkswagen (VW) Sachsen GmbH am Freitag mit. Schon zum Jahreswechsel wurden einzelne Anlagen auf die Fertigung der neuen elektrischen Modellfamilie I.D. in Zwickau vorbereitet. Der erste I.D. wird Ende 2019 gefertigt werden.

Bis es so weit ist, werden in Zwickau aber nach wie vor Autos mit Verbrennungsmotor gebaut. Dort liefen im vergangenen Jahr mit 290 000 Golf, Golf Variant und Passat Variant sogar drei Prozent mehr als im Jahr zuvor vom Band. Für dieses Jahr ist ein ähnliches Fahrzeugvolumen geplant. Außerdem wurden mit 9 937 Karosserien für die Luxusklasse der Marken Bentley und Lamborghini wieder deutlich mehr Karosserien gefertigt als ein Jahr zuvor. Die Fertigung für Bentley ist damit ausgelaufen.

Insgesamt konnten alle drei Standorte ihre Produktion steigern, zog VW Sachsen Bilanz für 2017. Im Motorenwerk Chemnitz wurden 792 000 Motoren hergestellt, ebenfalls drei Prozent mehr. In der Gläsernen Manufaktur Dresden wurden bis zum Jahresende etwa 5 350 E-Golf gebaut. Im laufenden Jahr soll dies deutlich mehr werden, wenn ab April wegen der hohen Nachfrage und zur Beschäftigungssicherung eine zweite Schicht eingeführt wird. Auch die Erlebniswelt erfreute sich eines regen Besucherstroms. Die Gästezahl stieg um 18 000 auf 103 000 Besucher aus 85 Ländern. Die Gläserne Manufaktur wird weiter zu einem Zentrum für die Mobilität der Zukunft entwickelt. Nach dem Start des Startup-Inkubator für junge Gründerteams wird in diesem Jahr ein neuer Future Mobility Campus, eine Art Weiterbildungsakademie zu Mobilitätsthemen, für Mitarbeiter, Händler und Schulklassen eingerichtet werden. Auch ist ein Testfeld zur weiteren Automatisierung der Montage vorgesehen. Die Mitarbeiterzahl (ohne Auszubildende) lag Ende 2017 bei rund 9 850 – leicht unter dem Vorjahr. In der Gläsernen Manufaktur werden 380 Mitarbeiter gezählt. (SZ/nm)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 9 Kommentare

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  1. Jürgen

    Hallo! Es ist interessant zu lesen was das Vorhaben des Konzerns betrifft das so viele E-Auto's am Tag gebaut werden sollen. Wo soll das Material dafür herkommen und wo soll soviel Strom herkommen Welcher für viele tausend Autos gebraucht wird?Wie viel öffentliche Ladesäulen gibt es schon in Zwickau für 1500 E-Auto's,2oder3? Und wie werden dann in der Elektromobilität die Käüfer hinters Licht geführt? Biegt erst die Bescheiserei beim deutschen Kunden grade als schon wieder nach den Sternen zu greifen! Wird dann der Strom an die meist Bietenden verhökert oder wie soll das gehen ?Alle benötigen Strom und am wenigsten Autos das sind doch alles Hirngespinnste. Wird der Strom dann aufgeteilt,erst bekommt die linke Straßenseite von Montag bis Donnerstag und dann die Rechte Straßenseite von Freitag bis Sonntag Strom und Abends ab 18 Uhr wird der Strom abgestellt. Ihr seit doch Alle Hirnriesen ohne Verstand,Was soll ich mit einem 30000 teuren Auto was 150 km weit fährt

  2. Friedemann

    Eine Umfrage unter Automanagern hat ergeben, dass sie nicht allzuviel von Elektroautos halten, wobei die deutschen nahezu einhellig dieser Meinung waren. Also Tod auf Raten für Zwickau und Dresden.

  3. Laudrup

    Also Jürgen, dieses Provinzdenken ist ja wieder mal typisch. Keine Ahnung von Wirtschaft, aber hier sein Mist loslassen. Wer wissen will wo die Reise in punkto E-Mobilität hingeht, dem empfehle ich die Wochenausgabe des Handelsblattes. Ich sage nur China. Und Friedemann, welche Manager haben das denn gesagt? Alle Manager der Autobranche sind gezwungen massiv in E Autos zu investieren, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen. China freut sich schon, das die deutsche ein denken haben welches aus dem letzten Jahrtausend ist. Und wer ein mal ein E Auto gefahren ist der steigt ungern wieder in ein Stinkerauto. Ich auch.

  4. hybrid

    Also ich denke es wird weiter, von allen Herstellern, auf Hybride umgestellt werden. Ich selbst fahre einen und muss leider aufpassen das Tanken nicht zu vergessen... Ob es nun ein Elektro oder Wasserstoff etc. Hybrid sein wird ist fraglich. Trotzdem sollte man nicht vergessen, wenn wirklich alle zu einem bestimmten Zeitpunkt X (also meist Abends) ihre Autos laden wollen, wird das E-Netz so wie es jetzt besteht nicht wirklich funktionieren. Ps.: wir projektieren schon jetz Schaltanlagen für Wohnanlagen mit Lademöglichkeiten, aber die EVU's stehen dem skeptisch gegenüber....

  5. Friedemann

    @Laudrup: Hier der Link zum Originalartikel im Managermagazin: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/elektroauto-topmanager-sagen-scheitern-voraus-a-1187008.html Wir Sachsen sind schon Spitze, ob bei Solarzellen oder e-Autos. Bloß verkaufen kann man das Zeug nicht. Die Nutzung von e-Autos setzt folgende Dinge voraus: 1. ausreichend Rohstoffe für die Akkus 2. ein Ladestationsnetz analog dem heutigen Tankstellennetz 3. Eine Reichweite des geladenen Akkus für ca. 500 km

  6. E.Benheiter

    Und wieder dieser leidige Unsinn. a) der Strom wird aus Kohle- & Atomkraftwerken kommen (allein für die Erreichung der "dt. Klimaziele" müßten SOFORT mind. 7 neue AKWs gebaut werden), b) die Rohstoffe (sog. "seltene Erden") werden von Sklaven in der "3. Welt" unter Lebensgefahr aus dem Boden gebuddelt, c) verursacht allein die Herstellung eines "grünen Autos" Umweltschäden vergleichbar mit dem weiter fahren eines "alten Stinkers" OHNE KAT für weitere 15 Jahre. Die "E-Mobilität" ist eine Sackgasse -einziger Ausweg H²-Verbrennungsmotor (hatte Mazda als Wankel bereits in den 60ern serienreif).

  7. Dresdner

    #2 Friedmann… Das mit dem Tod auf Raten ging mir beim lesen des Artikel auch sofort durch den Kopf. (Gründe: siehe z.B. #5, 6) Bleibt die Frage: „Ist das für Zwickau und Dresden so gewollt?“

  8. Leser

    Allen skeptischen Komemntatoren und ihren Argumenten gebe ich recht. Was ich bei dem ganzen "Vernichtungsfeldzug" aber vermisse sind konstruktive Vorschläge für die Zukunft und das sollten mittlerweile keine Visionen mehr sein, es wird Zeit! Selbst wenn noch ein paar Jahrzehnte Öl im Untergrund rausgefrackt werden kann, irgendwann ist Schluss und wir brauchen das restliche Bisschen für andere wichtige Produkte des Alltags und nicht zum massig Verkokeln. Die Optimierung der E-Mob geht immer einher mit der Nutzung/Anforderung und braucht Entwicklungszeit. Dass hier auch Druck aufgebaut werden muss ist klar. Spitzenlastzeiten lassen sich mit entsprechenden Speichermöglichkeiten(zB Ober/Niederwartha, Europäischer Verbund und und und) verwirklichen, Rohstoffe über Recycling weiter Nutzen. Eine Möglichkeit dem enormen Bedarf an Rohstoffen f. Akkus entgegen zu wirken und viele weitere Bedarfsprobleme zu kompensieren ist eine weniger wachsende Weltbevölkerung mit Konsumbedarf.

  9. Schwejk

    Da sind Sie wieder, die Mahner und Apokalyptiker mit der visionären Vorstellungskraft eines Ziegelsteins. Erstens behauptet niemand, dass -schnipp- von heute auf morgen nur noch E-Autos umherfahren. Zweitens sollte, @6, nicht ausgeblendet werden, dass auch die Rohstoffe für den Betrieb von konventionellen KFZ aus Regionen kommen, die teilweise problematisch sind ("Kein Blut für Öl"!). Drittens wird ein dt. Automanager immer behaupten, dass alles, was mit weniger spezialisierter Ingenieurleistung gut zu schaffen ist, nichts taugt. Die werden sich ihr Alleinstellungsmerkmal nicht kaputt machen lassen. Es wird neue "Auto-Regionen" geben, nämlich die, wo Rohstoffe und sowohl hohes IT- als auch "normales" Ingenieur- Know-how ausreichend verfügbar sind. Und noch eins: mit dem Wissen von vor 20 Jahren (1998) hätten Sie jedem, der Ihnen von massentauglichen Smartphones erzählt hätte, 'nen Vogel gezeigt. Schlafen Sie weiter...

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