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Montag, 17.07.2017

Zögerlicher Start für die Ehe für alle

Die Ehe soll auch für schwule und lesbische Paare möglich werden. Die Standesämter in Sachsen bereiten sich vor.

Von Jörg Aberger

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen bald eine Ehe schließen. Den Standesämtern liegen schon Anfragen vor, sie warten aber noch auf genaue Anweisungen zum Prozedere.
Gleichgeschlechtliche Paare dürfen bald eine Ehe schließen. Den Standesämtern liegen schon Anfragen vor, sie warten aber noch auf genaue Anweisungen zum Prozedere.

© dpa

Schon vor dem Inkrafttreten der „Ehe für alle“ melden sich bundesweit Interessierte bei den Standesämtern. Die Nachfrage in Sachsen ist derzeit aber noch gering. „Wir hatten bisher etwa 20 bis 30 Anfragen dazu“, sagt Uwe Bernhardt, der Chef des Leipziger Standesamtes. In Freiberg, Bautzen, Torgau oder Borna haben seit der Verabschiedung des neuen Gesetzes noch gar keine gleichgeschlechtlichen Paare Anfragen an die Standesämter gestellt.

In Leipzig wird derzeit geprüft, ob das Personal im Standesamt aufgestockt werden soll. „Wir haben in den vergangenen Jahren schon immer eine steigende Zahl an Eintragungen der Lebenspartnerschaft gehabt“, sagt Bernhardt. Die Anfragen, die momentan an die Standesbeamten herangetragen würden, kämen von bereits verpartnerten Menschen, aber auch von solchen, die direkt auf die Möglichkeit zur Eheschließung gewartet hätten.

„Über die Ausgestaltung der Eheschließung bei homosexuellen Paaren brauchen wir uns keine Gedanken machen“, erklärt die Torgauer Standesbeamtin Cornelia Olbrich. „Diese werden analog der Eheschließung wie bei heterosexuellen Paaren gestaltet.“

In Bautzen geht man davon aus, dass die Kapazitäten auch dann ausreichen, wenn das Gesetz in Kraft tritt. „Derzeit werden bei uns lediglich zwei bis vier Lebenspartnerschaften pro Jahr geschlossen“, sagt Simone Luft, Leiterin des Standesamtes in Bautzen. In Freiberg, wo im vergangenen Jahr sechs Lebenspartnerschaften eingetragen wurden, sieht man ebenfalls keinen Bedarf für Änderungen. „Wir bieten gleichgeschlechtlichen Partnern denselben Service an wie heterosexuellen Paaren und sprechen die Zeremonie jeweils ganz individuell ab“, so Ines Werzner, Leiterin des Standesamtes.

Noch sind etliche Fragen zur „Ehe für alle“ offen. „Leider kennen wir den Gesetzentwurf noch nicht“, sagt Dresdens Standesamtsleiter Frank Neubert. „Es ist uns auch nicht bekannt, wie die neue Niederschrift zur Eheschließung und die Urkunden bei gleichgeschlechtlichen Paaren aussehen werden.“ Es könne durchaus sein, dass es keine Veränderung in den standesamtlichen Formalitäten geben werde.

In Zwickau gab es bisher noch keine Anfrage zu einer Eheschließung von zwei gleichgeschlechtlichen Personen. „Eine Anfrage gab es jedoch zur Umwandlung einer bereits geschlossenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe“, teilt die Stadtverwaltung mit. (dpa)

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