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Montag, 17.07.2017

Wölfin überlebte Schrotflinten-Schuss

Das Tier wurde Anfang Juli auf der B 156 in Elsterheide überfahren. Bei der Untersuchung des Kadavers machten die Wissenschaftler eine überraschende Entdeckung.

Ein Wolf im Gehege. Auf der B 156 wurde Anfang Juli eine Wölfin überfahren.
Ein Wolf im Gehege. Auf der B 156 wurde Anfang Juli eine Wölfin überfahren.

© dpa

Rietschen. Die Wölfin, die am frühen Morgen des 5. Juli auf der B 156 zwischen Bluno und Sabrodt überfahren worden war, war eine Jährlingsfähe. Das teilt Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ mit. Ob das einjährige Tier aus dem Nachwuchs des Seenland-Rudels stammt, soll jetzt eine genetische Untersuchung klären.

Bei der routinemäßigen Untersuchung des Kadavers haben Mitarbeiter des Berliner Leibniz-Instituts festgestellt, dass die Wölfin vor einiger Zeit mit Schrot beschossen worden war, dies aber überlebte. Es seien mehrere Schrotkugeln im Tierkörper sichergestellt worden, die bereits in das Bindegewebe eingekapselt waren.

Es ist nicht der erste Fall, bei dem jemand mit einer Schrotflinte offenbar Jagd auf Wölfe gemacht hat. So wurden Schrotkugeln unter anderem im Kadaver der Wölfin „Einauge“ aus dem Nochtener Rudel gefunden. Im Dezember 2014 verendete bei Hermsdorf ein Jungwolf mit 31 Schrotkugeln im Bauch.

In diesem Jahr wurden in Sachsen insgesamt sechs tote Wölfe gefunden. Vier Tiere verendeten bei Verkehrsunfällen mit einem Auto, ein Wolf mit starken Anzeichen von Räude starb eines natürlichen Todes. Eine Wölfin wurde am Stadtrand von Bautzen von einem Zug überfahren. Bei ihr, so viel steht inzwischen fest, handelte sich um eine erwachsene Tochter des Rosenthaler Rudels. (szo/ju)

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