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Freitag, 17.02.2017

Vogelgrippe auf dem Vormarsch

Immer wieder werden in Sachsen tote Wildvögel gefunden. Ein Ende der Stallpflicht ist nicht absehbar. Das trifft auch Verbraucher.

Von Andrea Schawe

Der tote Schwan wurde von Passanten gefunden. Mit einem Wattetupfer nehmen die Tiermediziner Proben aus dem Rachen.
Der tote Schwan wurde von Passanten gefunden. Mit einem Wattetupfer nehmen die Tiermediziner Proben aus dem Rachen.

© Tobias Wolf

Dresden. Eier aus sächsischer Freilandhaltung könnten demnächst knapp werden. Bereits seit November 2016 gilt wegen der Vogelgrippe landesweit eine Stallpflicht für Geflügel. Wenn Hühner länger als zwölf Wochen im Stall bleiben mussten, dürfen ihre Eier nicht mehr als Freilandeier verkauft werden. Diese Frist ist am 7. Februar abgelaufen, heißt es aus dem Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Bauern können ihre Eier vorerst mit einem Aufkleber kennzeichnen: „Vorübergehend zum Schutz unserer Legehennen Eier aus Bodenhaltung (mit Wintergartenauslauf)“.

Ein Ende der Stallpflicht ist nicht abzusehen. Seit Anfang Februar wurde das hochansteckende Vogelgrippe-Virus schon bei 28 Vögeln in Sachsen nachgewiesen – das sind doppelt so viele wie im gesamten Januar. In dieser Woche bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus bei einem Schwan an der Kiesgrube Dresden-Leuben und einem Bussard am Stausee Cossebaude. Außerdem wurde die Geflügelpest bei einer Wildente, einem Schwan und zwei Greifvögeln im Kreis Leipzig nachgewiesen. Auch ein Graureiher im Kreis Meißen ist an dem Virus gestorben.

Betroffen sind die Landkreise Meißen, Nordsachsen, Bautzen, Görlitz und der Vogtlandkreis. Außerdem wurde das Virus bei einer Eule im Stadtgebiet Leipzig sowie bei vier Vögeln im Dresdner Zoo amtlich festgestellt. Die Zahl der Fälle, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, ist seit Mitte November sachsenweit auf 63 gestiegen. Das geht aus der Datenbank für Tierseuchen hervor.

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Zur Bekämpfung der Vogelgrippe sind deutschlandweit inzwischen mehr als eine halbe Million Hühner, Puten und Enten getötet worden. In Sachsen waren es nach Angaben des zuständigen Ministeriums für Verbraucherschutz rund 6 500 Puten in einem Zuchtbetrieb in Nordsachen und 40 gehaltene Vögel. Weitere Tiere mussten vorsorglich ohne positiven Befund auf den Erreger H5N8 getötet werden. Außerdem werden im Radius von drei Kilometern Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete eingerichtet.

Restriktionen gibt es unter anderem im Stadtgebiet Dresden und in den Landkreisen Meißen, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dort sind Halter von Hunden und Katzen angewiesen, ihre Tiere nicht mehr frei umherlaufen zu lassen. „Ab amtlichem Befund bleiben die Sperrbezirke 21 Tage bestehen, vorausgesetzt es gibt keine weiteren Fälle“, sagt Ministerumssprecherin Annett Hofmann. Die Beobachtungsgebiete bleiben 30 Tage bestehen. Ausstellungen und Märkte mit Geflügel sind weiterhin untersagt.

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