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Sonntag, 18.06.2017

Viele Beanstandungen bei Kontrollen zum Start der Zweiradsaison

Mit dem schönen Wetter kommen auch wieder mehr Zweiräder auf die Straße - und die Unfälle nehmen zu. Zum Saisonstart führt die Polizei deshalb verstärkt Kontrollen durch. Viele Fahrrad- und Motorradfahrer werden beanstandet.

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Polizisten kontrollieren zu Saisonbeginn verstärkt den Fahrrad- und Motorradverkehr.
Polizisten kontrollieren zu Saisonbeginn verstärkt den Fahrrad- und Motorradverkehr.

© Symbolfoto: dpa

Dresden. Zu Beginn der Zweiradsaison hat die sächsische Polizei auch in diesem Jahr wieder verstärkt Kontrollen durchgeführt. Knapp ein Drittel der Fahrradfahrer und jeder siebte Motorradfahrer fielen dabei durch, wie das Innenministerium mitteilte. Insgesamt kontrollierten Polizeibeamte im Mai gut 4 500 Fahrradfahrer und mehr als 1 500 Biker. Zumeist handelte es sich um technische Mängel; allerdings wurde bei Fahrradfahrern auch häufig das Verhalten im Straßenverkehr beanstandet.

Große Veränderungen zum Vorjahr gab es kaum. Dennoch seien die Kontrollen nötig, sagte Innenminister Markus Ublig (CDU). „Gezielte Überwachung ist ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.“

In der Saison 2016 kamen bei gut 2 400 Unfällen mit Mopeds, Mofas oder Motorrädern 24 Biker ums Leben. Das war ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr. Unabhängig davon werde die Polizei ihre Präsenz auf sächsischen Straßen aber weiter erhöhen, sagte Ulbig. „Schließlich ist jeder Unfall ein Unfall zu viel.“

Mit 807 Mal am häufigsten bemängelt wurde bei Fahrrädern die Beleuchtung, gefolgt von einer fehlenden Klingel (228) und defekten Bremsen (58). Aber auch das Fahrverhalten fand bei der Polizei nicht immer Anklang: So wurden 400 Verstöße wegen Fahrens auf Gehwegen und fast 80 Verstöße gegen das Handyverbot am Fahrradlenker geahndet.

Leipzig stach bei Rotlichtverstößen hervor: 90 Fahrradfahrer wurden dort erwischt. Dass das Fahren bei Rot nicht nur verboten, sondern höchst gefährlich ist, zeigte ein Unfall Plauen: Hier starb ein Radfahrer im Kontrollzeitraum, weil er bei Rot über die Straße fuhr. (dpa)

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Flughund

    „Gezielte Überwachung ist ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.“ 1. Die Wortwahl ist perfide. Zwar sind Kontrollen gemeint, aber Überwachung wird gesagt, um so dem Bürger später Überwachungen ganz anderer Art unterjubeln zu können. Er hatte dem ja zugestimmt. 2. Wenn man Kontrollen durchführt, dann bitte primär bei jenen, von denen die größte Gefahr ausgeht: Zuerst Kraftfahrer, dann Radfahrer und zuletzt Fußgänger. Nur finden diese leider nicht statt. 3. Wie will man auch einen Kontrolldruck aufbauen, wenn man die Polizei durch Personalkürzungen kaputt 'spart'?

  2. Mario Müller

    Dass nun verstärkt das Fahrverhalten von Radfahrern kontrolliert wird, ist höchst begrüßenswert. Allerdings vermisse ich in der Aufzählung im Artikel den Vorwurf des Fahrens entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Zu oft erlebe ich es – selbst recht zügiger Radfahrer – dass mir Radler wider ihrer Fahrtrichtung entgegenkommen. Dies ist oft in der Washingtonstraße der Fall und nicht zuletzt auf dem schmalen Stück Flügelweg hoch zur Kreuzung in Richtung Elbepark. Nicht auszumalen, wenn es dort zu einem Zusammenstoß zweier Radfahrer kommt, bei dem einer auf die Fahrbahn stürzt.

  3. kein Radler

    Beleuchtung? Bremsen? Rotlicht? Also in der STVO (ADFC-Edition) habe ich davon noch nichts gelesen! Und dass viele keine Klingel haben ist doch gut so - da können sie wenigstens keine Fussgänger belästigen!! Ansonsten zeigt der Beitrag wieder einmal, wie dringend notwendig diese Kontrollen doch sind, um die Damen und Herren Radfahrer wieder auf den Boden der Realität zu bringen!

  4. Steffi

    Ach ja das Fahrradfahrer Bashing ist wieder im vollen Gange. Ich bin selbst ein Radfahrer und finde diese Kontrollen klasse. Da hier wirklich die schwarzen Schafe herausgezogen werden. Aber lieber Autofahrer fasst euch mal an die eigene Nase. Mal ein paar Vergehen die man immer wieder erlebt: überhöhte Geschwindigkeit, Parken mit Warnblinker auf dem Fahrradweg, nicht Blinken, Drängeln, Abdrängen, usw....

  5. smoky

    Kontrollen an sich sind ja okay, doch ich kann mich @1 nur anschließen: Vielleicht sollte die SZ zusätzlich die Statistiken der Unfallverursacher und -opfer nach Fraktionen veröffentlichen. Gewissen- und Gedankenlose gibt es in jeder, nur sind die Auswirkungen derer Regelüberschreitungen sehr, sehr unterschiedlich. Und wenn, beispielsweise am Schillerplatz Radfahrer, die im Schritttempo im Fußgängerstrom mitschwimmen, gemaßregelt werden, während Autos bei Straßenrot und Fußgängergrün um die Ecke huschen, dann ist das bürokratisches Dünnbrettbohren. Mit derartigen Formalismen wird man der wahren Gefährder nur sehr selten habhaft. Zudem sind in D die Strafen für grobe Verstöße viel zu gering. Man schaue einmal in die Schweiz. Allgemein fehlt es oftmals am angessenen, rücksichtsvollen Verhalten in JEDER Fraktion. @2: Wie fahren Radler "wider ihrer Fahrtrichtung?"

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