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Mittwoch, 16.05.2018

Umstrittenes Biker-Fahrverbot

Die bei Motorradfahrern beliebte Strecke ist nur noch wochentags befahrbar. In sozialen Medien wird das heftig diskutiert.

Von Anja Weber

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Seit dem 10. Mai gilt das Fahrverbot am Wochenende.
Seit dem 10. Mai gilt das Fahrverbot am Wochenende.

© Marko Förster

Hohnstein. Eine der landschaftlich reizvollsten Strecken bleibt für Biker an den Wochenenden und an Feiertagen tabu. Hohnstein ist für Motorradfahrer trotzdem zu erreichen. Statt die Serpentinen zwischen Polenztal und Hocksteinschänke fahren zu können, werden sie durch das Polenztal geschickt. Das Fahrverbot gilt seit dem 10. Mai und gilt bis November 2019.

Auf Facebook wird die Anordnung der Landesunfallkommission erwartungsgemäß heiß diskutiert, und zwar von Gegnern und Befürwortern. So schreibt unter anderem ein Jürgen Seemann: „Ich hoffe, die Sperrung bleibt und wird konsequent und engmaschig kontrolliert und durchgesetzt. Schade für die 98 Prozent der normalen Motorradfahrer.“ Nutzer Dankwart Medger: „Eine konsequente Geschwindigkeitskontrolle ist hier sinnvoller. Der momentane Zustand ist Willkür …“ Stefan Richter schreibt: „Da Sachsen aber weder Personal, noch genügend Technik dafür hat, werden alle bestraft. Blöde Sache aber Unfallschwerpunkt ist Unfallschwerpunkt. Rico Böhmer dazu: „Das Fahrverbot ist nicht nur eine Frechheit, sondern auch ne krasse Bevormundung. Dagegen sollte man vor allem auch rechtsstaatlich vorgehen. Das hat nichts mehr mit mündigen Bürgen zu tun!“ Ronny Taube: „Wer das eine liebt, muss das andere mögen …“ Ich hoffe, dass diese unnütze und völlig übertriebene Sperrung zurückgenommen wird. Christian Kowalow schreibt: „Von Hängebrücken träumen, aber Zufahrtsstraßen für Motorradfahrer sperren. Unglaublich. Tourismus Förderung Made in Hohnstein!“

Notgedrungen mussten sich die Biker andere Straßen suchen. Betroffene Anwohner melden sich auf Facebook zu Wort, wie Nadine Tobias: „Es gibt vernünftige Motorradfahrer, die darunter leiden, und dann gibt es die, die jetzt, da Sperrung, wie bekloppt durch Cunnersdorf heizen.“ Das ist für die Anwohner richtig gefährlich. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Behörden die öffentlichen Debatten wahrnehmen und das Ganze vielleicht auch als Testphase bewerten. Aussagen dazu gibt es noch nicht.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 13 Kommentare

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  1. Jürgen Voigt

    Unfallschwerpunkt Serpentinen! Seit Jahren von Karfreitag bis Ende Oktober werden illegale Rennen durchgeführt.Mehrere Tote und schwere Unfälle sind zu beklagen.Man muss es selbst erlebt haben wie teilweise mit Seinen und anderen Leben umgegangen wird. An schönen Tagen ist es fast unmöglich die Strasse zu überqueren.Staus aus Richtung Bad Schandau an der Kreuzung.In Deutschland gibt es auch Strassen die gesperrt wurden, wie zum Beispiel die"L 124"in der .Seit 1984 ist die Schauinslandstrasse in der Nähe von Freiburg von 1.April bis 1.November an Wochen- und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Kontrollen werden unregelmässig durchgeführt.

  2. Leser

    Hier geht es doch nicht um den Motorradfahrer ansich mit seiner Touringmaschine, im besten Fall Goldwing...was noch eine Augenweide ist und die dahin summt. Nein es zielt, höchst berechtigt, auf die Lärm-Fasch...ab, die mit ihrer himmelschreienden Ignoranz ggü. den Unbeteiligten, halbwegs Ruhesuchenden, terrorisieren. Offenbar denken die, dass sich alle am sog. Sound erfreuen.... Mir wird gleich übel. Und dann kursieren techn. Begriffe wie dB-Killer, der raus/umgangen werden muss. Ich glaube, dass bei denen voll was gg die Wand gefahren ist. Politiker: Bitte handeln und nicht relativieren, klein reden und nachmittags nach Hause ins ruhige abgeschiedene Goldstaubviertel zurück ziehen!

  3. anmerkung

    Die verständliche und höchst begrüßenswerte Sperrung des "Groß-Deutschlandrings" bedeutet aber Stress für die dann in der Umgebung noch freien Strecken --> z.B. Ziegenrückenstraße. Zudem ist nicht nur die Sächsischen Schweiz Ziel von zweiberäderten Ignoranten, sondern auch das Erzgebirge. Es wäre wünschenswert, endlich Geschwindigkeitsbegrenzungen UND Überholverbote auch für Zweiräder konsequent zu überwachen. Gern auch mit Blitzern aller 500 m! Lärm macht krank.

  4. gast

    ich möchte mal behaupten das "alle" Motorradfahrer zu schnell unterwegs sind. Ich habe noch nie erlebt das ausserorts Motorradfahrer brav in der 100 kmh fahrenden Kolonne bleiben. Bei jeder kleinsten Gelegenheit müssen die daran vorbei.

  5. Endlich

    Dieses Fahrverbot war längst überfällig und ich hoffe, dass es konsequent kontrolliert wird, ansonsten bleibt es nur ein Schild. Die sächsische Schweiz ist ein Nationalpark, der geschützt werden muss, vor allem vor Lärm und der ist gerade an den Wochenende in Hohnstein und Umgebung unerträglich!

  6. Frage

    Wieso sind Fahrradfahrer von dem Verbot ausgenommen? Sind die etwa weniger gefährdet? Das ganze zeigt doch, dass es hier um Ideologie und nicht um Verkehrssicherheit geht.

  7. Wähler

    Wäre es nicht an der Zeit Motorräder, die vorsätzlich frisiert wurden, zu beschlagnahmen? Nur über Geld kommt die Einsicht. Wir nennen die Raser nur noch Organspender. Anders kann man die lebensmüde Fahrweise vieler Fahrer nicht sehen.

  8. Biker

    @ 1 - 6: Der pure Neid spricht aus diesen Kommentaren. Fehlt euch das Geld oder lässt euch der Hausdrache kein Motorrad kaufen? Es gibt nichts schöneres als Motrrad fahren.

  9. Radler

    @6 Frage: "Wieso sind Fahrradfahrer von dem Verbot ausgenommen?" Stellen Sie diese Frage jetzt hier ernsthaft? Sie haben den Artikel gelesen und wissen um was es geht?Scheinbar nicht sonst würden Sie nicht solchen Tinnef fragen!

  10. HP

    #4 Gast) grundsätzlich falsch Ihre Vermutung. Ich gehöre zur Fraktion der Shopper-Fahrer. Gemütlich- ohne Behinderung- über die Landstrasse mit viel Chrom. Frei sein wie der Wind sozusagen. Und dann gibt es noch die Organspender, die sind das eigentliche Problem. Weil sich aber 1% der Biker nicht an die Norm halten, wird versucht andere zu disziplinieren. Ausserdem halte ich die Sperrung der Strasse für nicht Verhältnismäßig und daher rechtswidrig. Es gibt mildere Mittel die Aussicht auf Erfolg haben. Die lässt man aber außen vor. Für mich gibt es daher zwei Alternativen: 1. Gegend meiden und mein Geld woanders ausgeben oder 2. Am Verbotsschild anhalten, beim zuständigen Polizeirevier eine "Spontanversammlung" mit anschließendem Aufzug anmelden und durchfahren. Versammlungsrecht ist höherwertig. Motto: Alle Fahrer sind Gleich- weg mit der Diskriminierung der Biker

  11. Genau das ist das Problem

    @8: Hier geht es nicht um das Motorradfahren an sich, sondern darum wie bekloppt mit hochtourigen Maschinen durch ein Naturschutzgebiet zu rasen, nur weil es ein paar Kurven gibt. Das ist einfach nur geistlos und egoistisch!

  12. MuellerF

    Regelmäßige Kontrollen wären wirklich besser. Wer sich nicht an Geschwindigkeits- & Lärmgrenzwerte hält, wird "abgefettet" u./o. mit Punkten bzw. Stilllegung seines Bikes bestraft. Wenn sich das herum gesprochen hat, kehrt wieder mehr Ruhe & Sicherheit ein. Die Kontrollen könnte man durchaus auch ohne großen Personaleinsatz, mit stationärer Meßtechnik durchführen.

  13. Leser

    @8 Kein Neid. Ich kann die Fahrfreude gut nachvollziehen, da ich selber schon vor Jahren so ne Karre gefahren bin. Und wenn nur ums Geld gehen würde, könnte ich mir einen Fuhrpark hinstellen. Mir gehts um die Rücksichtslosigkeit, daher der "Gruß" an die >>Lärmfasch...

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